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So schmeckt es im Vier Jahreszeiten

Kostprobe So schmeckt es im Vier Jahreszeiten

Im Kartoffel- und Steakhaus Vier Jahreszeiten gibt es keine Experimente - aber dafür viel gegrilltes Fleisch. Ein Besuch von HAZ-Restauranttester Ralf Heußinger.

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Experimente darf man im Steakhaus Vier Jahreszeiten von Gastronom Carsten Aschenbach nicht erwarten.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Es ist schon so etwas wie ein Blickfang – das historische Gebäude an der Hildesheimer Straße, in dem das Restaurant Vier Jahreszeiten beheimatet ist. Ein runder Erkerturm zur einen Seite, ein gemütlicher Biergarten zur anderen, das gesamte Grundstück schmiegt sich an die Eilenriede, während auf der anderen Seite als klarer Fixpunkt immer der Döhrener Turm in Sichtweite bleibt.

Vier Jahreszeiten

Waldhausenstraße 1
(Südstadt)
Telefon: (05 11) 84 12 12
www.restaurant-vierjahreszeiten.de
Geöffnet: Montag bis
Sonnabend von 12 bis
24 Uhr, Sonntag von 10 bis 23 Uhr
Mittagstisch:  
Mo. bis Fr. 12 bis 14.30 Uhr
Preiskategorie: moderat

Doch auch wer lieber auf die einfachen Reflexe seines Bauches hört, der dürfte sich beim Passieren des Hauses angesprochen fühlen. „Steak- u. Kartoffelhaus“ ist deutlich auf der zur Straße gerichteten Fassade zu lesen – ein appetitanregender Schriftzug, der eine klare Sprache spricht. Man weiß, was man bekommt. Quasi Reduktion auf das Wesentliche. Schon die Schreibweise offenbart ja, dass es hier eher um grundsätzliche Fragen geht.

Wir sind eher von der zweiten Sorte Mensch und verzichten darauf, die architektonischen Besonderheiten der Fassade genauer zu erkunden – zumal sie ohnehin von zwei Wintergärten (einer nach Norden, einer nach Süden) unterbrochen wird. Nein, wir wollen direkt zum Kern der Sache vordringen und bestellen an einem schönen Sonnabend Anfang Juni an einem der hinteren Tische im Biergarten, von denen der Verkehr auf der Hildesheimer Straße fast nicht mehr zu hören ist, Spare Ribs und einen Pulled Pork Burger. Zwar werden dazu auch Beilagen gereicht, wenig inspirierende Pommes und ordentliche gebackene Kartoffelspalten, doch unser Interesse gilt dem Fleisch.

Experimente gibt es im Steak- und Kartoffelhaus Vier Jahreszeiten nicht - dafür aber diverse Fleisch- und Kartoffelvariationen.

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Das Pulled Pork (13,50 Euro), also zerzupftes Schweinefleisch, das über Stunden bei niedriger Temperatur im Ofen gegart wurde, ist ausgesprochen weich, fast zu klein zerteilt schon, damit aber sehr saftig. Die Rippchen (12,50 Euro), die laut Speisekarte in einer „scharf-pikanten Honigsauce“ mariniert sind und auf dem Teller einen riesigen Berg ergeben, lassen sich leicht vom Knochen ziehen, sind zart, aber deutlich vom süßen Honigaroma dominiert. Etwas mehr Schärfe hätte ihnen gut getan. Dazu passt indes ein frisches malziges Schwarzbier (0,3 Liter/3  Euro), das in allen vier Jahreszeiten von Hasseröder kommt. Man kann aber auch einfach beim Gilde (0,3 Liter/2,70 Euro) bleiben.

Damit kann man schon glücklich werden, wenn man an den einfachen Dingen interessiert ist. Von unserer Begleitung erfahren wir noch, dass auch die Rösti mit geräuchertem Lachs (12,80 Euro) durchaus erfreulich sind. Und die Kinder genießen vorrübergehend ihre Pommes, die in den Vier Jahreszeiten „Bob, der Baumeister“ (3,50 Euro) heißen, bevor sie es bevorzugen, durch den Biergarten zu tigern. Sie hätten sich freilich auch für „Tante Daisy“ (Hähnchennuggets mit Pommes – 6,90 Euro), Spongebob Schwammkopf (Ofenkartoffel – 4,50 Euro) oder den Räuberteller (0 Euro) entscheiden können.

Der wohlvertraute Geschmack von gegrilltem Fleisch

Experimente darf man nicht erwarten, wenn man in den Vier Jahreszeiten einkehrt. Gastronom Carsten Aschenbach hat es im Jahr 2003 übernommen und daraus ein Steakhaus klassischen Zuschnitts gemacht. Also kein gläserner Reifeschrank für das Fleisch, kein irisches Weiderind für zwei Personen und auch keine rustikalen Holzteller mit Kobe Beef. Stattdessen Rinderfilet, Rumpsteak, Rib Eye, Putensteak, Schweinefilet oder alles kombiniert, dazu Ofenkartoffel, Gratin, Bratkartoffeln, Rösti, Pommes, mit oder ohne Soße. Der Gast hat die Wahl und kann frei kombinieren. Das Holzfällersteak fehlt darüberhinaus ebenso wenig wie der hannoversche Klassiker Batamog, der hier aber Palmito heißt.

Und warum auch nicht? Manchmal sehnt sich wohl jeder nach ein bisschen Ordnung, einem klaren Zentrum auf dem Teller – und dem wohlvertrauten Geschmack von gegrilltem Fleisch. Zumal man in den Vier Jahreszeiten offenbar wenig falsch machen kann, das ist zumindest unsere Erfahrung. Das Rinderfilet etwa (200 Gramm/25,90 Euro) ist ein richtig dickes Stück und zart gebraten, wenn es auch einen Tick zu lange auf dem Grill lag, wie wir bei unserem zweiten Besuch zwei Wochen später feststellen. Im Wintergarten (Richtung Norden) ist Platz für uns, auf dem Weg dorthin passieren wir einen künstlichen Apfelbaum mit roten Früchten, der im Durchgang zur Theke steht. Das tut er offenbar schon länger, denn ganz oben hat sich etwas Staub angesammelt. Von unserem Platz aus können wir aber schön durch das Fenster verfolgen, wie sich auf dem im Biergarten aufgestellen Fernseher bei der EM-Vorrunde Island gegen Ungarn abmüht – oder ist es umgekehrt?

Zum Reinkommen gibt‘s Brot mit Griebenschmalz sowie zwei Dips, eines grün, das andere rot, eines mit Paprika, eines mit Tomate, beide könnten noch etwas Salz vertragen. Da wir bei den Hauptgerichten mit üppigen Portionen rechnen, verzichten wir ganz auf Vorspeisen oder Suppen. Nur einen kleinen Salat (4,50 Euro) gönnen wir uns noch, der ausgesprochen frisch ausfällt.

Preiskategorien

günstig (Hauptgerichte bis 10 Euro),
moderat (bis 15 Euro), gehoben (um 20 Euro)

Kommen wir also wieder zum Wesentlichen: Das Rib-Eye-Steak (300 Gramm/26,80 Euro) hat nach unserem Geschmack ähnlich wie das Rinderfilet eine Kleinigkeit zu lange auf dem Grill verbracht, da das Stück aus der Hochrippe aber naturgemäß saftig durchzogen ist, fällt das nicht ins Gewicht. Das Fleisch trägt zudem feine Röstaromen. Die dazu bestellten dreieckigen Rösti sind in Ordnung, aber eigentlich auch überflüssig. Zumal zu fast jedem Gericht noch das sogenannte Steakhausbrot geliefert wird, andere sagen Knoblauchbrot dazu. Nicht schlecht, könnte aber etwas knackiger sein.

Unnötig war auch die zusätzlich bestellte Barbecuesauce (3,20 Euro), die mir nicht rauchig genug ausfällt.
Im Restaurant ist an diesem Sonnabend Hochbetrieb, doch der Service (mal freundlich-ruppig, mal zuvorkommend, aber immer mit 96-Logo auf der Dienstkleidung) hat alles im Griff. Nur beim Wein müssen wir mal kurz warten. Dafür ist aber sowohl der Grauburgunder aus Rheinhessen (0,2 Liter/5,40 Euro) als auch der Rosado aus dem Rioja (0,2 Liter/4,90 Euro) empfehlenswert. Das gilt übrigens auch für das luftige Mousse au chocolat (3,90 Euro), das wir uns dann doch nicht verkneifen können.

Mein Fazit: Klare Angelegenheit – Bei Steak und Kartoffel kann nicht wirklich viel schief gehen.

von Ralf Heußinger

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