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So schmeckt das Essen im Rembetiko

Kostprobe So schmeckt das Essen im Rembetiko

Finkbeiners Kostprobe: Zwei Besuche, zwei unterschiedliche Ergebnisse im griechischen Restaurant Rembetiko in Hannover-Bemerode. Es zeigt sich: Die Tagesform ist entscheidend.

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Chef Konstantin Paraskevaidis im Rembetiko.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Wir können die Hauptgänge nicht unter den Tisch kehren, aber schnell abhaken: Der Loup de mer (16,90 Euro) ist stellenweise tiefschwarz gegrillt, das Fleisch ist etwas trocken. Die Pommes (3 Euro) sind nur lauwarm und weich. Der frische Spinat (4 Euro) kommt glänzend grün an den Tisch, verfeinert mit Zitrone und Knoblauch, ist aber völlig versalzen. Und die Rinderleberwürfel mit Zwiebeln (5,90 Euro) werden in einem Pfännchen mit schwarzem Bodensatz serviert. Die Innerei ist zudem extrem bitter, körnig und trocken – wurde die Leber nur zu lange gebraten oder vor dem Braten noch zusätzlich gesalzen?

Zu allem Überfluss schwimmt eine Fruchtfliege in unserem Biowein (5,90 Euro), den wir eigentlich bestellt hatten, weil wir uns mit dem recht sauren und konturlosen Hauswein aus dem Fass (3,90 Euro) partout nicht anfreunden konnten – was nicht an einer Abneigung gegenüber Fasswein liegt. Was läuft hier also schief? Es ist Samstagabend, der Betrieb ist seit Mittag geöffnet, die Bude rappelvoll. Vielleicht ist das ein Teil der Antwort: falscher Tag, falsche Zeit. Schließlich wurde uns das Rembetiko seit seiner Eröffnung Anfang des Jahres mehrmals als Geheimtipp zugeflüstert.   

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Und zugegeben, die Vorspeisen, die wahrscheinlich schon am Vormittag vorbereitet wurden, schmeckten ganz gut, vor allem die Weinblätter. Scheinbar schaffen es die Köche nur nicht, für so viele Gäste à la minute zu kochen. Husch, husch! Anders ist der Leistungsabfall nicht zu erklären, der so weit unter unseren Erwartungen liegt, dass wir uns beschweren. Die Servicekraft nimmt unsere Kritik zerknirscht entgegen, trägt unsere Teller in die offene Küche. Es wird probiert. Recht hätten wir, wird uns mitgeteilt. Eine Entschuldigung folgt nicht, aber wenigstens befinden sich die Speisen später nicht auf der Endrechnung. Wir beschließen: Noch einmal alles auf Anfang, geben wir der Küche eine zweite Chance.

Restaurant im Dorfplatzstil

Sie kommt an einem Montagabend, an dem schon beim Betreten die geruhsamere Atmosphäre zu spüren ist. Das große Lokal (in dem es beim ersten Besuch recht laut und gesellig zuging) ist nur zu einem Drittel gefüllt. Das Ambiente wurde einem Dorfplatz nachempfunden, und erinnert uns mit seinen Kunstbäumen und Straßenlaternen an ein Themenrestaurant in einem Freizeitpark. Der Stil hat ja seine Freunde. Hervorragend ist das angeschlossene Spielzimmer, das offensichtlich vielen Eltern viele ruhige Minuten beschert.

Begrüßt werden wir auch an diesem Abend nicht wirklich, auch das Konzept des Restaurants wird uns nicht erläutert. Im Rembetiko werden nämlich die meisten Speisen in die Tischmitte gestellt. Tapas-Stil. Eine wunderbare Art zu essen. Das fördert das Miteinander, aber es zieht ein paar servicetechnische Konsequenzen nach sich: Vorleger (wenigstens aber Löffel) gehören in alle Schüsseln und auf alle Teller, sonst stochern die Gäste zwangsläufig mit ihrem Essensbesteck in den Gerichten. Außerdem sollten vor dem Hauptgang einmal die Speiseteller ausgewechselt werden. Nichts davon ist etepetete, sondern es gehört einfach zum guten Ton.

Adresse:
Restaurant Rembetiko
Brabeckstraße 168
30539 Hannover
Telefon: (05 11) 12 37 41 52

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag ab 17 Uhr,
Sonnabend und Sonntag ab 12 Uhr.     

Weil wir keine Servicekraft zu fassen bekommen, besorgen wir uns die Besteckteile selbst. Dann wird’s schön: Der Oktopussalat (6,50 Euro) ist mit Dill und Zwiebeln, roten, gelben und grünen Paprikawürfeln zubereitet, was nicht nur toll aussieht, sondern auch toll schmeckt. Das Tintenfischfleisch ist zart und hat leichten Biss, dazu kommen das knackige Gemüse und eine frische Zitronennote. Die scharfen Peperoni vom Grill (3 Euro), mit Meersalz und getrockneten Kräutern verfeinert, sind wirklich scharf, aber schmecken uns so gut wie die Riesenbohnen in Tomatensoße (3 Euro). Was für ein Unterschied, der auch den Hauptgerichten anzumerken ist! Die frische Dorade (15,90 Euro) ist zwar auch heute sehr dunkel gegrillt, aber nicht in dem Maße, dass das Fleisch bereits trocken wäre. Der Fisch schmeckt gut, vor allem auch in Verbindung mit dem Zitronen-Olivenöl-Dip. Etwas saftiger hätten die deftigen Bauernwürste (5,50 Euro) aus Rind, Schwein und Lamm sein dürfen, die dafür aber klasse gewürzt sind. Die Schweine­nackenwürfel (5,90 Euro) sind gut gebraten und bekommen durch den Einsatz von Zitronensaft einen tollen Frischemoment, der auch bei den Backkartoffeln in Zitronensoße (3 Euro) Freude bereitet.

Dazu trinken wir ein halbes Fläschchen Retsina (5,90 Euro), ein griechischer Weißwein, der zeitweise mit Harz reift und wegen dieses eigenen Aromas nicht jedermanns Sache ist, aber im Grunde ganz vorzüglich zu den rustikalen Noten passt. Das Dessert, das wir uns noch an der Theke aussuchen, ist eine süße Wucht: Eis, Engelshaar, Karamellsoße, Vanille, Sahne, Mascarpone. Wir zwingen uns, Maß zu halten, und haben das Aroma der herrlichen Nachspeise noch auf der Zunge, als wir das Restaurant später verlassen. Allerdings auch den bitteren Nachgeschmack vom ersten Besuch, den sie nicht vertreiben kann.

Fazit:  Die Restaurantgröße scheint den Köchen das Leben schwer zu machen, aber an einem ruhigen Abend schmeckt das Essen gut. Gesamt: 5/10 (Essen: 5, Service: 4, Ambiente: 6)  

Von Hannes Finkbeiner

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