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So schmeckt es in Bachelle's Restaurant

Kostprobe So schmeckt es in Bachelle's Restaurant

Finkbeiners Kostprobe: Bachelle’s Restaurant im Kräutergarten lockt am Abend zwar mit Steaks aus dem Beefer, allerdings konnte uns das tägliche Mittagsangebot weitaus mehr überzeugen.

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Nicht alles perfekt, aber liebevoll zubereitet: Ralf Bachelle serviert die Hauptspeise. 

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Wind fegt durch die Bäume, Nieselregen klatscht uns ins Gesicht, Kälte kriecht unter unsere Jacke. War doch grad erst Sommer, denken wir auf dem Weg in Bachelle’s Restaurant. Und wir denken an Suppe. Vor unserem inneren Auge erscheint eine dampfende, würzige Fleischbrühe mit viel Wurzelgemüse, frischen Kräutern und feinen Klößchen – eine Brühe, die uns schon am Anfang des Abends für den Heimweg in diesem unsäglichen Herbstwetter stärkt. Wir haben Glück: Wir finden nicht nur eine Bouillon mit Gemüsewürfeln, Eierstich und Fleischklößchen (4,90 Euro) auf der Karte des Restaurants – sie schmeckt obendrein sehr gut.

Finkbeiners Kostprobe: Bachelle’s Restaurant im Kräutergarten lockt am Abend zwar mit Steaks aus dem Beefer, 
allerdings konnte uns das tägliche Mittagsangebot weitaus mehr überzeugen

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Mit fein geschnittenem Blattsalat und Sauerrahm kommt daraufhin das Carpaccio vom norwegischen Fjordlachs (8,90 Euro) an den Tisch. Die paar rohen Zwiebelstreifen, die den gesamten feinen Geschmack des rohen Fischs übertünchen würden, schieben wir zwar an den Tellerrand, ansonsten aber schmeckt auch diese Vorspeise einwandfrei. Und sie ist außerdem schön anzusehen: rosafarbene Taler durchzogen mit einer grünen Kräuterspirale. Dazu wurde das rohe Fischfilet höchstwahrscheinlich mit eineem Pesto bestrichen, zusammengerollt, eingefroren und in diesem Zustand über die Aufschnittmaschine geschoben.

Nach diesem verheißungsvollen Auftakt wenden wir uns den Steaks zu, denn in Bachelle’s Restaurant wird mit einem Beefer gearbeitet. Das Gerät grillt mithilfe einer Oberhitze von 800 Grad. Innerhalb kürzester Zeit läuft die sogenannte Maillard-Reaktion ab, bei der sich Zucker und Eiweißbestandteile auf der Fleischoberfläche umwandeln und miteinander verbinden, kurz: Feine Röstaromen entstehen, die Außenseite des Steaks wird knusprig, und durch die kurze Garzeit bleibt das Innere maximal saftig. Angeboten wird wahlweise Entrecôte und Rumpsteak (19,90 bis 25,90 Euro).

Bachelle´s Restaurant im Kräutergarten
Gottfried-Keller-Straße 28
30655 Hannover
Telefon: (05 11) 8 99 34 54, E-Mail: info@bachelle.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonnabend: 11.30 Uhr bis 14.30 Uhr, 17.30 Uhr bis Ende, Sonntag: 11.30 Uhr bis 15 Uhr     

Wir nehmen ein Rumpsteak, das dann leider nicht ganz nach unseren Wünschen gebraten wird. Der Geschmack ist gut, sticht aber nicht sonderlich hervor, was (auch aufgrund des Preises) auf Großhandelsware schließen lässt. Der etwas geschmacklosen Grilltomate hätten ein paar Kräuter und Gewürze gutgetan. Die dazu gereichten Rosmarin-Kartoffeln sind zu weich. Das original Wiener Schnitzel von der Kalbsoberschale (18,90 Euro) ist saftig und zart, leider wurde es nicht schwimmend in Fett ausgebacken, weswegen die Panade nicht sonderlich knusprig ist. Dafür sind Salat und Pommes gut. Alles in allem sind wir bis zu diesem Zeitpunkt aber zufrieden.

Der Servicemitarbeiter aber scheint sich an diesem Abend vor allem der Stammkundschaft an den Hals zu werfen. Wir müssen um seine Gunst buhlen. Auch um das Dessert. Wir bitten um Kaiserschmarrn mit Vanilleeis, der uns dann nicht überzeugt. Der Teig ist sehr knusprig, dünnporig und trocken. Das ist schade, kein schöner Abschluss, aber die Suppe hält noch vor, als wir gut gestimmt vor die Tür treten, unsere Kragen hochschlagen und dabei im Aushang die Mittagstischangebote erspähen. Drei Module stehen zur Verfügung. Für 8,88 Euro, 9,99 Euro oder 12,12 Euro erhält der Gast eine Tagessuppe oder einen Salat und ein Gericht nach Wahl.

Wir kommen zurück an einem Dienstagmittag und bestellen Tagliatelle mit Lachs (8,88 Euro), aber schon die vorab servierte Süßkartoffelsuppe ist eine Wucht: toll abgeschmeckt, mit schöner Schärfe, bissfester Einlage, garniert mit frischer Kresse. Großartig geht es weiter. Die Nudeln sind hochwertig, die saftigen Lachswürfelchen wurden wahrscheinlich erst am Ende unter die würzige Sahnesoße gehoben und sind sehr sanft gar gezogen. Dazu kommen Pecorino, Kresse, frische Lauchzwiebeln und feine Kirschtomaten. Wir sind verblüfft: Suppe und Hauptgericht in dieser Qualität und zu diesem Preis? Schwer zu toppen! Oder ist das nur ein Zufallstreffer?

Wir spicken neugierig auf die Nebentische, wo unter anderem Backfisch mit Salzkartoffeln und Remoulade oder Prager Backschinken mit Karottenrahmgemüse und hausgemachten Semmelknödeln (beide 8,88 Euro) aufgetragen werden. Da wir schlecht um eine Kostprobe bitten können, müssen wir uns zwar mit dem Augenschein zufrieden geben, aber das sieht alles richtig gut aus. Unser Backschinken wirkt feinfaserig auf der Gabel, der Bierteig des Fischs ist goldbraun und knusprig, das Fischfleisch sieht saftig aus. Außerdem wirken die Gäste allesamt zufrieden. Uns eingeschlossen. Wir haben jedenfalls selten ein so gutes Preis-Leistungsverhältnis erlebt – und an diesem Mittag überzeugt auch der höfliche und engagierte Service.     

Fazit: Gutes Essen zu einem guten Preis – vor allem der Mittagstisch konnte überzeugen. Gesamt: 7/10 (Küche: 7, Ambiente: 6, Service: 6)

Von Hannes Finkbeiner

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