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Jetzt hat auch die Oststadt eine Trend-Pizzeria

Kostprobe in der Osteria Lucca Jetzt hat auch die Oststadt eine Trend-Pizzeria

Nach dem Mio Mio in Linden, den Pizzamanufakturen von Francesca & Fratelli in Linden, der Innenstadt und dem E-Damm hat nun auch die Oststadt ihre Steinofenpizzeria: die Osteria Lucca an der Sedanstraße. Eine Restaurantkritik von Ralf Heußinger.

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Lass fliegen! Pizzabäcker Massimiliano Lauria hat den Teig im Griff.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Es ist noch keine zehn Jahre her, da beherrschte in Hannover eine Einheitspizza die Tische beim Italiener: gleichmäßig rund, nicht zu dick und nicht zu dünn, einheitlich auf Tellergröße geformt. Ein Standardwerk im etwas anderen Sinne – praktisch, günstig, deutsch. Eher Dr. Oetker als Napoli. Einzig 12 Apostel im Pelikanviertel fiel aus der Reihe und bot Pizza aus dem Steinofen in Übergrößen.

Doch auf einen Schlag füllte sich diese Marktlücke, es kamen Mio Mio, die Osteria-Kette, Francesca & Fratelli, Toni in der Altstadt, schließlich diverse Ableger in weiteren Stadtteilen – und Hannover war plötzlich ein Eldorado für Liebhaber von Steinofenpizzen. Wichtig: Der Rand muss über den Teller hängen. Aus der Fabrik war eine Manufaktur geworden, und die besonders schlauen Restaurants tragen den Begriff gleich im Namen. Handgemacht – das hat doch was.

Das Restaurant

Sedanstraße 39, 
Telefon: (05 11) 65 51 22 56

www.lucca-pizzamanufaktur.de
Geöffnet: dienstags bis
 sonntags 12 bis 23 Uhr,
 ab März auch montags
Preiskategorie: moderat  

Doch auf dem Markt der knusprigen Übergrößen ist offenbar noch immer Platz. Kurz vor Weihnachten hat in der Oststadt die Osteria Lucca eröffnet, und auch dort nennt man sich Manufaktur. Der aus Italien importierte Pizzaofen ist gleich im Eingangsbereich zu bestaunen, vor den Augen der Gäste wird der Teig geformt, belegt und gebacken. Das alles in einem sparsam dekorierten, großstädtischen Ambiente: Eichenholztische, zum Teil offenes Mauerwerk, helle Beleuchtung, ein großer Spiegel an der einen, ein modisches Hollandrad an der anderen Wand – ein Konzept, das funktioniert. Leere Tische haben wir dort bisher wenige gesehen. Offenbar ist Besitzer Hülya Ciftci erfahren genug, um zu wissen, wie ein erfolgreiches Lokal gestaltet sein muss.

Bei der Pizza selbst läuft es im Lucca allerdings noch nicht ganz rund. Kein Zweifel, sie ist gut, hebt sich deutlich ab von der früher verbreiteten Einheitsware, ist groß (nicht ganz so groß wie in der Osteria), dünn (nicht ganz so dünn wie bei Francesca & Fratelli), und doch fehlte uns bei unserem ersten Besuch der Pep. Der Belag mit frischen Champignons, Kapern und Artischocken (10,50 Euro) war gut, der Teig aber blieb etwas fad. Fehlte da vielleicht einfach etwas Salz? Der zweite Versuch brachte zudem ein uneinheitliches Bild. Die individuell belegte Pizza mit frischen Tomaten und Büffelmozarella (10,50 Euro) war wirklich hervorragend. So muss Pizza schmecken. Knuspriger Rand, dünner Teig, gute Zutaten. Das Modell Milanese (9,90 Euro) mit ansehnlich kreuzförmig ausgebreiteten Auberginen, Ziegenkäse und Pinienkernen litt indes unter zu viel Käse. Eine dicke Schicht bedeckte den Teig und ließ den anderen Zutaten nicht mehr viel Raum.

Mio Mio, Francesca & Fratelli, Pizza Toni: In den letzten zehn Jahren hat sich in Hannover in Sachen Pizzaessen mächtig was getan. Kurz vor Weihnachten hat nun in der Oststadt die Osteria Lucca eröffnet, und auch dort nennt man sich Manufaktur.

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Allerdings lässt sich die Osteria Lucca nicht auf Pizza reduzieren. Sie bietet das italienische Rundumpaket an – zu dem natürlich auch Pasta gehört. Die hausgemachten, richtig leckeren Tagliatelle mit Rindfleischstreifen (14,90 Euro) etwa hinterließen einen ausgezeichneten Eindruck. Das Fleisch war zart, lag in einer cremigen Soße mit Pilzen und getrockneten Tomaten. Bei den Vorspeisen kommen Klassiker auf den Tisch, ein Vitello Tonnato (10,50 Euro) zum Beispiel. Das Kalbfleisch ist zart, bei der Soße sind sich meine Begleitung und ich nicht ganz einig. Mich erinnert sie zu sehr an Mayonnaise, für sie ist sie tiptop. Aus dem Rahmen fällt der gemischte Vorspeisenteller (kleine Portion 8,50 Euro) – weniger wegen der gebratenen Gemüse oder dem Rucola, ungewöhnlich ist vielmehr eine Art Omelett, in das italienische Mortadella mit Mayonnaise eingewickelt ist. Darauf muss man kommen, ist aber nicht schlecht.

Beim Wein macht uns ein Syrah aus Venetien (0,2 Liter/4,50 Euro) neugierig, er hat dann aber leider süßes Übergewicht. Eine Alternative ist der Chianti (0,2 Liter/4,30 Euro), der zu dem Preis nicht spektakulär sein kann, aber ein ordentlicher Essensbegleiter ist. Und wer Wein mag, dem sei als Nachtisch die Zabaglione (4,90 Euro) empfohlen. Warm und perfekt aufgeschäumt kommt die Weincreme in einem Glas auf den Tisch. Eine reicht für zwei, doch ohne geht gar nicht.     

Von Ralf Heußinger

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