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Mit ganz besonderer Note

Kostprobe in der "Osteria Memo" Mit ganz besonderer Note

Studenten und Lehrer der Musikhochschule haben die Osteria Memo unweit des Emmichplatzes offenbar zu ihrer Mensa erklärt. Das Spektakel ist dort fast jeden Tag zu erleben, und auch abends sitzen die Musiker verschiedener Nationen gern an den Tischen des italienischen Lokals mit türkischen Tendenzen.

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Eigentümer Memo Sünbül präsentiert seine vegetarische Pizza mit frischen Zutaten.

Quelle: Kuttner

Hannover. Sonnabendmittag, Hannover, Königstraße: Ein recht unscheinbares Restaurant, einige Tische auf dem Gehweg, nicht alle sind besetzt. Da erhebt sich ein buntes Stimmengewirr – Englisch, Chinesisch, Deutsch – und kommt näher. Ist da sogar Gesang zu hören? Die Stimmen füllen bald das gesamte Restaurant, man kennt sich, man grüßt sich, man bestellt Pizza – und wenig später geht man wieder seiner Wege, das Notenblatt unter dem Arm.

Osteria Memo

Königstraße 2
30175 Hannover
Telefon: (05 11) 89 84 69 00
Geöffnet: montags bis
sonnabends von
11 bis 22 Uhr.
Montags bis freitags,
12 bis 15 Uhr Mittagstisch
www.osteria-memo.de

„Wie ein Heuschreckenschwarm“, rutscht einem anderen Gast raus, dabei war einfach nur Mittagspause an der Musikhochschule. Studenten und Lehrer haben die Osteria Memo unweit des Emmichplatzes offenbar zu ihrer Mensa erklärt. Das Spektakel ist dort fast jeden Tag zu erleben, und auch abends sitzen die Musiker verschiedener Nationen gern an den Tischen des italienischen Lokals mit türkischen Tendenzen. Warum nicht im Paganini auf der anderen Straßenseite? Wo das doch einen so schönen musikalischen Namen hat. Es muss wohl an der Pizza liegen. Die ist im Memo nämlich hervorragend. Die recht krumme Form deutet auf Handarbeit hin, der knusprige Rand auf einen ausreichend heißen Ofen. Dazu kommt ein Trick: Die Pizza wird auf einem siebartigen Metallblech serviert, das erst am Tisch entfernt wird. So bleibt der Teig knuspriger.

Der Belag ist frisch (Pizza Funghi 6,50 Euro) und trägt eine leichte Knoblauchnote. Womöglich stammt diese von der hausgemachten Soße aus Auberginen, Paprika, Öl, Knoblauch und Minze, die in der Speisekarte ausführlich gewürdigt wird. Aber Minze beim Italiener? Da zeigt sich, dass die Osteria Memo keine Scheu vor orientalischen Traditionen hat. Die reine Lehre der italienischen Küche, wie sie heutzutage verbreitet wird, ist ohnehin nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich profitierte gerade Süditalien kulinarisch von byzantinischen und arabischen Besetzern. Sie verankerten Mandeln, Artischocken, Auberginen und Rosinen auf dem Speiseplan der Sizilianer. Da ist es nur historisch konsequent, wenn auf dem Vorspeisenteller (8 Euro) in der Osteria Memo auch mit Kreuzkümmel gewürzte Sucuk liegt. Dazu gibt es gebratenes Gemüse (auch Kartoffeln), Schinken, Salami, Schafskäse, Gorgonzola, Bulgur und einen überbackenen Champignon. Das ist gelebte Integration.

Kontrolliertes Durcheinander – im Restaurant Osteria Memo trifft sich die halbe Welt. In der Königstraße treffen sich häufig Studenten und Lehrer von der nahe gelegenen Musikhochschule.

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Auch die Penne Primavera (7,50 Euro) überraschen: In der Sahnesoße finden sich nicht nur aromatische Paprika und Pilze, sondern auch Kartoffelstückchen und wieder Minze. Der ausgesprochen frische Salat mit Pecorino (8 Euro) enthält zudem Feta-Schafskäse. Und das Tiramisu (2,90 Euro) reichert der Koch, der aus Sizilien stammt, wie wir erfahren, mit Mandeln und einem Hauch von Kokos an.

Weniger auffällig, aber solide sind die Penne all’arrabiata (5,50 Euro) und die Spaghetti aglio, olio e peperoncino (6 Euro). Dazu gibt es immer frisch gebackenes Pizzabrot. Wer überhaupt keine Lust auf Pasta, Pizza und Co. hat, der kann auch zu Dürüm oder Lammkotelett greifen, denn die italienische Karte wird durch eine kleine türkische ergänzt. Das klingt zwar alles nach dem Prinzip Quantität vor Qualität, ist aber durchaus mit Liebe und Verstand gekocht. Deutlich ausbaufähig ist dagegen das Weinangebot und das Ambiente. Letzteres kann man allenfalls als zweckmäßig bezeichnen. Aber wie wir hören, ist ohnehin ein Umbau geplant. Also spricht nichts dagegen, sich bald wieder unter die Musiker zu mischen.

Mein Fazit: Kontrolliertes Durcheinander – in der Osteria Memo trifft sich die halbe Welt

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