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Wirklich gut verwirklicht

Kostprobe in der Weinbasis Wirklich gut verwirklicht

Eigentlich war das Lokal Weinbasis, wie der Name unschwer verrät, als Weinbar geplant, ergänzt um ein paar Gerichte. Die Gäste scheinen jetzt doch fast alle essen zu wollen.  Kein Wunder, meint Ralf Heußinger.

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Sebastian Wilkens (links) und Dennis Thies haben dem Restaurant in der Lärchenstraße neues Leben eingehaucht. 

Quelle: Schaarschmidt

Oststadt. Die Gründe für Erfolg sind manchmal rätselhaft. Da versteht ein Küchenchef etwas von seinem Handwerk, kocht auf den Punkt, bietet passende Weine und verfügt zudem über stilvolle Räumlichkeiten – und doch herrscht in dem Restaurant Trauerstimmung, weil die Gäste fehlen. So erging es dem Banco an der Oststädter Lärchenstraße, das im vergangenen Jahr schließlich schloss. Anfang Januar hat die Weinbasis dort eröffnet, und obwohl sich das Konzept sich nicht grundlegend vom Vorgänger unterscheidet, brummt der Laden plötzlich. Woran liegt’s?

Eigentlich sollte es in der Weinbasis Wein geben und etwas zu essen dazu. Doch in der Weinbar lohnt sich neben dem guten Wein vor allem das gute Essen, zeigt die HAZ-Kostprobe.

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Mit dem neuen, großformatigen Wandgemälde eines südafrikanischen Stellenbosch-Weinbergs hat es hoffentlich nichts zu tun. Das mit einem 3-D-Effekt versehene Bild muss man nämlich wirklich mögen, oder eine besondere Leidenschaft für die Weine des Landes pflegen, wie dies Gastgeber und Sommelier Sebastian Wilkens tut. Zusammen mit Küchenchef Dennis Thies hat er die Weinbasis eröffnet, und seitdem ist das Lokal regelmäßig ausgebucht. Womöglich ist den beiden Gastronomen ja ihr Ruf vorausgeeilt. Gemeinsam hatten sie zuvor im sternedekorierten Endtenfang in Celle gearbeitet – exklusive französische Küche im gediegenen Ambiente eines Hotelrestaurants. In der Weinbasis geht es etwas ungezwungener und moderner zu – quasi Projekt Selbstverwirklichung.

Das Restaurant

Weinbasis
Lärchenstraße 2,

Telefon: (05 11) 89 71 17 35
www.wein-basis.de
Geöffnet: Montag bis Sonnabend von 17.30 bis 24 Uhr, Küche bis 22 Uhr

Preiskategorie: gehoben

Und damit liegen sie im Trend: Junge Spitzenköche, die ihr eigenes Ding machen, gibt es inzwischen einige in Hannover. Die Weinbasis steht da in einer Reihe mit Boca und Jante. Das Kuriose daran: Die Köche aller drei Restaurants verbindet die Ole-Deele-Connection – in dem Großburgwedeler Sternelokal standen sie alle schon am Herd.

Auch Thies hat dort seine Erfahrungen gesammelt und bringt sie in der Weinbasis mit ein – wenn auch in etwas abgespeckter Form. Seine Gerichte sind unkompliziert, aber raffiniert, sie variieren auf überraschende Weise bekannte Klassiker. Bodenständige Basis, funkelnde Umsetzung. Wer hätte etwa gedacht, dass ein Rindersteak mit Ofenkartoffel und Mais so spannend sein kann? „Born in the USA“ nannte sich das Gericht bei unserem Besuch im Januar, und eigentlich ist das gelogen. Denn amerikanisch ist allenfalls die Kombination der Zutaten.

Für die Ofenkartoffel hat Thies Kartoffelscheiben ganz dünn geschnitten, mit viel Butter aufeinandergeschichtet und im Ofen gegart. Der Mais ist nicht etwa ein oller Kolben, sondern eine Creme, und das Rinderfilet stammt von der Färse – also einem jungen Rind, das noch nicht gekalbt hat – und ist von bester Qualität, aromatisch und zart. Allerdings, und das muss einem schon etwas leidtun, wurde es zu lange gegart und war damit trockener als es hätte sein sollen.
Das Gericht war dennoch der Höhepunkt des Vier-Gänge-Menüs (49 Euro), das mit einem zarten gebeizten Bachsaiblingsfilet begonnen hatte. Drei winzige gebackene Kartoffelkrapfen dazu sind eine witzige Idee, außerdem gibt es noch Rösti und eine Meerrettichcreme. Danach eine ihrer Farbstoffe beraubte, weiße Tomatensuppe – eher sahnig als cremig, mit einer perfekt glasig gebratenen Jakobsmuschel. Das Dessert ist schwarz-weiß und nennt sich „Max vs. Paul“ – Wilkens ehrt damit seine Söhne. Nougatkrapfen stehen sehr süßer, weißer Luftschokolade gegenüber, weißes Schokoladeneis wiederum einem Nougatriegel. Süßer geht‘s kaum.

Beim Brotsalat „Panzanella Bavaria“ (9 Euro) gelingt die individuelle Gestaltung nicht ganz. Angekündigt war nämlich Laugengebäck, zu schmecken war davon aber nichts. Das Cordon bleu mit aromatischem Taleggio und Parmaschinken gefüllt (24 Euro) ist dagegen unbedingt zu empfehlen.

Mein Fazit

Der Wein ist gut, in der Weinbar lohnt aber vor allem das gute Essen.

Eigentlich war das Lokal als Weinbar geplant, ergänzt um ein paar Gerichte. Die Gäste scheinen jetzt doch fast alle essen zu wollen. Wer nur auf ein Gläschen vorbeischauen will, ist bei Sommelier Wilkens jedoch in absolut kompetenten Händen. Zu empfehlen etwa der Primitivo der Masseria Altemura aus Apulien (0,1 Liter/5 Euro) oder der Sauvignon Blanc Tenuta Ca‘Bolani aus dem Friaul (0,1 Liter/6 Euro). Oder einfach Wilkens glauben.

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