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La Flambée

Bistro La Flambée

Das „La Flambée“ ist von der List nach Bothfeld gezogen. Hier besticht das Bistro durch gutes Essen und Trinken mit Unterhaltungswert.

Sutelstr. 70 30659 Hannover 52.408078 9.799629
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Gute Gastgeber: Katharina Rath und Oliver Erdmann im „La Flambée“ in Bothfeld.

Quelle: Rainer Surrey

Bothfeld. Entflammt für den Flammkuchen waren Katharina Rath und Oliver Erdmann schon in ihrem Bistro in Linden. Vor Kurzem aber sind sie mit ihrem „La Flambée“ umgezogen in die Bothfelder Sutelstraße und bieten dort weit mehr als nur die elsässische „tarte flambée“ – die allerdings immer noch mit etlichen Variationen auf der Karte steht.

Wer das „La Flambée“ im Internet sucht, muss ein bisschen aufpassen. Erstens geistert dort (das Netz verliert eben nichts) immer noch das „Flambé“ (später auch „FlambE“ geschrieben) aus der Jakobistraße herum, das es schon seit etlichen Jahren nicht mehr gibt. Und zweitens lässt sich die aktuelle Internetseite ( www.laflambee.de) auch nicht mit allen Browsern leicht öffnen (Mozilla funktioniert sehr gut). Aber dafür ist das Lokal ja zwölf Stunden lang geöffnet: von elf bis elf mit einer Kaffee-und-Kuchen-Pause am Nachmittag.

Wer hier eintritt, begibt sich auf eine Zeitreise: Drinnen sieht es aus wie in einem historischen Museum für Gastronomie. Jugendstil und Gründerzeit feiern hier Urständ’, die Wände sind voll mit alten Bildern und anderen Zeitzeichen. Dunkles Holz dominiert, alles ist ziemlich verwinkelt. Für Gehbehinderte ist dieses Terrain nur bedingt geeignet, zumal die Toiletten im Keller sind.Rechts vom Eingang gibt es gemütliche Sitzecken, deren Tische für Designerteller jedoch schnell zu klein sind.

Aber das Wiener Schnitzel (15,50 Euro) braucht eben seinen Platz. Es wird – hörbar! – erst nach der Bestellung flachgeklopft. Das Fleisch aus der Kalbsrose ist wunderbar zart, die Panade locker, die Kapern und die Sardellenauflage geben kräftige Akzente. Die hausgemachten Pommes frites sind eher kartoffelig als kross, und das Salatbukett fällt an diesem Sonntagmittag eher robust als subtil aus. Aber das geht auch anders. Der Rapunzelsalat mit Entenbrust (7,80 Euro) enthält bei unserem zweiten Besuch weit mehr als nur Feldsalat, die Entenbrust ist perfekt gebraten.

Die Portionen sind durchweg groß, (weshalb die Preise für die Hauptgerichte auch in Ordnung gehen). Schon die Bruschetta (4,50 Euro) mit drei reichlich tomatisierten Weißbrotscheiben ist üppig. Und der flambierte Ziegenkäse (7,80 Euro) ist mehr als nur eine Vorspeise. Hier flambiert Katharina Rath am Tisch gekonnt den Käse mit Calvados, und das ist nicht nur ein Schauspiel, sondern macht Sinn: Es gibt dem cremigen Käse eine aparte Note. Alles ruht auf einem Bett aus gebratenem Chicorée und wird von frischen Feigen und karamelisierten Walnüssen begleitet – diese schöne Kreation ist sehr empfehlenswert. Auch sehr üppig fallen die Seeteufelmedaillons auf Chili-Fenchel-Gemüse aus (24,50 Euro): Der bemerkenswert frische Fisch ist eher pur gegart, dafür hat es das pikant gewürzte Gemüse in sich. Das dazu gereichte Kartoffelgratin sieht zwar nach einem Brandschaden aus, schmeckt aber vorzüglich.

Wem das zu mächtig ist, der findet neben der (zu?) großen Speisenauswahl noch eine „Wellness-Karte“. Die bietet beispielsweise „Lachsspießchen auf Butternudeln (11,50 Euro). Wobei die Butter bei den Nudeln das „Wellness“ eher auf das Wohlfühlen als auf die Gesundheit reduziert. Die Lachswürfel sind in ein hauchdünnes Zucchinikleid gehüllt und dann aufgespießt. Oliver Erdmann fährt da in seiner Küche volles Risiko, aber die gut gebräunten Lachsspieße sind dann doch noch saftig. Die Dinkelvollkornnudeln sind wie alles hausgemacht. Darauf legt man großen Wert, auch wenn im Falle des Weißbrots der Zukauf bei einem Könner ratsam wäre.

Die Tradition kommt hier nicht zu kurz – wie bei der klassischen klaren Rinderkraftbrühe mit feinen und luftigen Pfannkuchenstreifen (3,80 Euro), zu der einem nur das klassische Adjektiv „schmackhaft“ einfällt. Die Neugier weckt indessen das Bananen-Basilikum-Eis (3,80 Euro), das geschmacklich überzeugt. Und liebevoll dekoriert ist es obendrein.

Die Weinauswahl ist bemerkenswert, zumal man hier auf Weingüter trifft, die es nicht überall gibt. Etwa den Winzerhof Thörle, von dem wir einen cremigen Weißburgunder (0,2 Liter für 5,40 Euro) und den aromatischen Rosé (4,90 Euro) probierten. Das Einbecker Pils wird respektvoll gezapft (0,4 Liter für 3,80 Euro). Wer will, kann hier für drei renommierte Bordeaux-Weine auch tiefer in die Tasche greifen. Aber Spaß macht schon der süffige Trollinger mit Lemberger für nur 3,90 Euro. Den trinken wir lieber etwas kühler, aber nicht nur bei dieser Frage erweist sich Katharina Rath als flexible und fröhliche Gastgeberin.

Restaurantratgeber Christian Rach würde dem „Flambée“-Team vielleicht empfehlen, die Karte etwas zu straffen und einen Ruhetag einzuführen. Aber wir sind ja nur Gäste. Und zwar sehr zufriedene.

Das Bistro „La Flambée“ im Branchenführer

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