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Ole Deele

Deutsche Küche Ole Deele

Immer wieder erreichen uns Hinweise, aber noch nie hatten wir so viele wie auf die „Ole Deele“ in Burgwedel. Grund genug, das Restaurant aufzusuchen. Wir stellen fest, dass die „Ole Deele“ eine Entdeckung ist!

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Andreas Tuffentsammer und Restaurantleiterin Susanne Kasimir sind ein starkes Duo

Burgwedel. Was wären wir ohne unsere Leser? Immer wieder erreichen uns Hinweise, aber noch nie hatten wir so viele wie auf die „Ole Deele“ in Burgwedel. Grund genug, selbst bei widrigem Winterwetter den Weg zu wagen.

Die „Ole Deele“ ist ein romantisches Fachwerkhaus fast im Ortskern, wer eintritt, sieht links die dezent moderne Bar, im Gastraum grüßt ein wärmendes Kaminfeuer. Und bald beginnt ein kleines Feuerwerk der Genüsse.

Als Begrüßung kommt erst einmal eine kleine Praline aus Blauschimmelkäse, Quitte und Kürbiskernöl. Das sieht nicht nur originell aus, sondern ergibt eine kleine, feine Geschmacksexplosion. Danach folgt ein weiterer Gruß aus der Küche: ein köstliches Kräuterschaumsüppchen mit Sardellenbrot. Erst danach reicht man sehr gutes Schmalz mit Salz und Brot.

Nach diesem Vorspiel darf man schon sehr erwartungsvoll sein – und wird nicht enttäuscht. Das „Wintergemüsebeet“ (11 Euro) ist eine kleine, feine Dekonstruktion à la Sven Elverfeld, doch Andreas Tuffentsammer, der junge Küchenchef der „Olen Deele“, war noch nie im Wolfsburger „Aqua“. Das lauwarme Arrangement aus Schwarzwurzel, Roter Bete, Petersilienwurzel, Topinambur, Karotte, Pastinake und Chicorée ist ein schmackhaftes Bilderrätsel: Was ist was und warum? Besonders interessant: die „Pilzerde“ aus getrockeneten Pilzen, Nüssen und Pumpernickel – Variation einer Idee, mit der das Kopenhagener Sternelokal „Noma“ zuerst Furore machte.

Ebenso eindrucksvoll ist das Topinamburkräutersüppchen (9,50 Euro). Es wird im Designerteller serviert, auf dessen Tellerrand etwas Topinamburcreme hingewischt ist, auf der ein sensationell zartes Wachtelbrüstchen wartet. Das wurde vakuuminiert gegart, dann paniert und herausgebacken: Das ist Sterneniveau!

Der im Rote-Bete-Sud gegarte Kabeljau (21,50 Euro) verschwindet fast unter all den Zugaben – dazu gibt es auf einem Extrateller Blutwurstravioli auf köstlichem Champagnerkraut. Diese „Beilage“ wäre eigentlich eine Mahlzeit für sich, aber auf dem Lande will man eben satt werden. Die zum allergrößten Teil schön saftige Kalbsleber „Berliner Art“ (23,50 Euro) war modisch auf einem Kreis Petersilienkartoffelpüree geschichtet, aber einen Tick zu lauwarm.

Auch die zweite Kostprobe besteht Tuffentsammer glänzend. Wir erfahren bei der Gelegenheit, dass der Koch, der hier seine erste Chefstelle hat, in einem unserer Lieblingsrestaurants gelernt hat: dem „Villino“ in Lindau.

Wieder gibt es als ersten Gruß die Blauschimmelkäse-Praline, dann folgt eine raffinierte kleine „Torte“ aus Kalbsleber und Pilzen. Diesmal überlassen wir dem Koch die Menüentscheidung und bekommen zunächst Carbonara vom Räucheraal (11,50 Euro), die ebenso pfiffig aussieht, wie sie schmeckt. Die charmant-kompetente Susanne Kasimir empfiehlt uns dazu einen Chablis (0,1 l für 4,50 Euro), der blank getrunken etwas herb wirkt, aber sehr gut zum Räucheraal passt. Die Weinkarte ist kundig zusammengestellt, fair kalkuliert und kennt auch etliche rote „Schatzkammerweine“.

Zum Reh in der Haselnusskruste (26,50 Euro) wird uns ein saftiger Côtes du Rhône empfohlen (0,1 l für 3,50 Euro). Und wieder überrascht die Küche: Was wie ein Rehrücken aussieht, ist in Wirklichkeit ein raffiniert gegartes Stück aus der Keule! Zum Dessert reicht Susanne Kasimir einen deutschen Eiswein, der formidabel mit dem Gleidinger Renette-Apfel harmoniert (10,50 Euro) und wie ein modernes Echo auf den guten, alten Bratapfel wirkte. Dazu gibt es einen weiteren Gruß aus der Vergangenheit, die hier neu erzählt wird: eine Tarte Tatin im Waffeltütchen und etwas Zuckerwatte. Eine selbst gemachte Nussnougatpraline zum Espresso rundet das Menü harmonisch ab.

Was die Internetseite als „regionaltypische, leichte Küche mit einem Hauch Cross-over“ ankündigt, erweist sich als gleichermaßen verspielt wie zielgerichtet: Es macht Spaß und Appetit.

Das Restaurant „Ole Deele“ in Burgwedel im Branchenführer

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