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So gut schmeckt das Essen im Restaurant Rosmarin

Kostprobe in der Oststadt So gut schmeckt das Essen im Restaurant Rosmarin

Das Restaurant Rosmarin im Volgersweg in der Oststadt punktet nicht mit der Inneneinrichtung – aber mit einer Mischung aus griechischen, türkischen und italienischen Gerichten. Eine Restaurantkritik von Ralf Heußinger.

Volgersweg 50, Hannover 52.37912 9.75024
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„Mediterrane Art zu leben“: Mehmet Genç betreibt 
das Restaurant Rosmarin in der Oststadt.

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Es sind nur wenige Hundert Meter bis zum Schmuddel-Raschplatz, und doch ist es eine ganz andere Welt. Wer an einem schönen Frühlingsabend an einem der Tische vor dem Restaurant Rosmarin im Volgersweg sitzt, der erlebt die freundlichen Momente des Lebens. Er kann etwa erleben, wie eine Nachbarin spontan vorbeikommt und die Pflanzen gießt, die der kleinen Terrasse als Eingrenzung dienen. Die Rhododendren sahen auch tatsächlich etwas trocken aus. Zur Belohnung gibt der Chef ein Glas Wein aus. Man hilft sich offenbar gern in dem kleinen Viertel, und man grüßt sich – wenn etwa der Cafébetreiber von der nächsten Ecke auf seinem Heimweg vorbeikommt. Er hat schon Feierabend, was den Chef des Rosmarin zu einem flotten Spruch veranlasst.

Die harmonische und entspannte Stimmung, die hier in diesem ruhigen Abschnitt des Volgerswegs herrscht, überträgt sich auch auf die Gäste. Das Rosmarin glänzt zwar nicht mit ausgefeilter Deko und geschmackssicherer Innenraumgestaltung, und das namengebende Kraut ist zunächst auch nirgends auszumachen, das Lokal ist aber trotzdem ein Wohlfühlort. Das gilt für die Atmosphäre und erst recht fürs Essen. „Hier spüren Sie etwas von der mediterranen Art zu leben“, verspricht das Lokal auf seiner Internetseite. Wie wahr.
Seit gut sechs Jahren präsentieren Muhterem und Mehmet Genç die Küche des östlichen Mittelmeerraums und meinen damit eine Mischung aus griechischen, türkischen und italienischen Gerichten. Beide stammen aus der Türkei, in der Küche bestimmt ein Neapolitaner, den alle nur Ulisse rufen – italienisch für Odysseus. Einen besseren Arbeitsplatz hätte der Küchenchef also gar nicht finden können als ein Lokal, das kulinarisch zwischen Kleinasien und Süditalien pendelt.

Adresse

Rosmarin
Volgersweg 50
Telefon: (05 11) 89 76 76 71

www.rosmarin-hannover.de

Geöffnet: Montag bis Freitag 12 bis 15 und 18 bis 23 Uhr,
 Sonnabend 18 bis 23 Uhr

Mittagsmenü: 
Montag bis Freitag 
12 bis 15 Uhr, 
Preis 6,50 bis 8 Euro
Preiskategorie: moderat     

Zum Start gibt’s erst mal dunkles Brot und türkisches Olivenöl. Dazu in drei kleinen Schälchen Gewürze – Chili, Oregano, Paprika. Das sieht zumindest schön aus, bringt aber geschmacklich keine entscheidenden Fortschritte. Ist auch gar nicht nötig, nicht für das gute Olivenöl, und auch nicht für die anderen Gerichte, die bei unseren beiden Besuchen serviert werden. Beim ersten Mal beschränken wir uns auf einige kalte und warme Vorspeisen. Türkische und griechische Cremes aus Joghurt und Kichererbsen, gefüllte Weinblätter, geraspelte Karotten befinden sich auf dem Vorspeisenteller (9,50 Euro), der auf der Tageskarte angeboten wird. Dazu nehmen wir warme Oktopusstücke (10,50 Euro), herrlich zart, angemacht mit Tomaten, Zwiebeln und Paprika. Unspektakulär, aber nicht schlecht ist der gebackene Schafskäse (7 Euro). Zumindest gewagt scheint die Kombination aus Rucolasalat, warmen Garnelen und Parmesan (9,50 Euro) zu sein, kann man aber trotzdem gut machen. Zu trinken bestellen wir jeweils ein Glas italienischen Rotwein: Der Merlot ist recht schwer, der Montepulciano (beide 4,50 Euro für 0,2 Liter) recht trocken.

Das Restaurant Rosmarin im Volgersweg punktet nicht mit der Inneneinrichtung, dafür aber mit einer Mischung aus griechischen, türkischen und italienischen Gerichten. 

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Eine Pinienkerntarte (5,50 Euro) mit Zitronenfüllung gönnen wir uns noch zum Nachtisch. Nicht schlecht, aber haben wir auch schon mal besser gegessen. Als wir gerade gehen wollen, bringt der Chef noch zwei Flaschen Hochprozentiges – was genau, sagt er nicht. Das sollen wir doch bitte selbst rausfinden. Nun gut, richtig schwer ist es nicht. Einmal Grappa, einmal Sambuca, die gehen aufs Haus und besiegeln einen harmonischen Abend.

Mit Vorspeisen, Kleinigkeiten und Snacks kann man im Rosmarin einen ganzen Abend bestreiten, aber auch für den großen Hunger bietet das Lokal genügend Lösungen. Verschiedene Kalb- und Lammgerichte sowie Pasta stehen auf der Standardkarte, ergänzt wird das um die Tagesgerichte, die auf einer Tafel angepriesen werden. Zum Beispiel der Fisch: Bei unserem zweiten Besuch ist Wolfsbarsch (19 Euro) im Angebot, im ganzen Stück gegrillt, gefüllt und aromatisiert mit Knoblauch und – da ist er endlich – Rosmarin.

Die Beilage besteht aus eine wirklich guten Gemüsemischung: Leicht angebratene Kartoffeln, Paprika, bissfeste Möhren, Zucchini. Richtig saftig und zart war das Rinderfilet (23,50 Euro), das mit dünnen Stücken von grünem Spargel serviert wird. Die Tagliolini mit Trüffel (14,50 Euro) fallen dahinter zurück, die Nudeln waren einfach zu weich gekocht. Zu empfehlen ist der Rosé (0,7 Liter für 21 Euro) aus der italienischen Basilikata vom Weingut Re Manfredi, kräftig aber erfrischend.

Während wir noch mit den Hauptgerichten zu tun haben, entbrennt am Nachbartisch eine Diskussion über das Dessert. Der Chef muss klarstellen, dass es heute Mangosorbet mit Kokoseis (4,50 Euro) gibt. Wir spitzen das schon die Ohren und greifen später ebenfalls zu. Gute Entscheidung.     

Mein Fazit

Eine Odyssee des
 guten Geschmacks.     

Von Ralf Heußinger

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