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In der Taverne der Träume

Kostprobe im „Il Mio Sogno“. In der Taverne der Träume

Das „Il Mio Sogno“ am Fiedeler Platz in Hannover-Döhren bietet italienische Hausmannskost in familiärer Atmosphäre. Eine Restaurantkritik von Nina May.

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Hannover - Kostprobe 09.12.: may über Il mio sogno, Fiedelerstraße 35, 30519 Hannover --- Nutzung nur bei Namensnennung & Honorar (Foto Tim Schaarschmidt)

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Il mio sogno heißt auf Deutsch mein Traum. Wer bei diesem Namen eine Oase der Stille und Einkehr erwartet, liegt jedoch falsch. Bei dem Italiener am Fiedelerplatz in Döhren geht es geschäftig zu wie auf einem Marktplatz in der Toskana. Der Inhaber Astrit Rehse plaudert gerne mit seinen Gästen, und wer im hinteren der zwei kleinen Räume sitzt, dem ruft mitunter Koch und Mitbetreiber Giovanni Scala durch das Fenster zur Küche zu, welche Beilagen zum Steak serviert werden: Gemüse und Salat.

Scala, der in Deutschland aufgewachsen ist und schon seit 25 Jahren als Gastronom in Hannover und Hildesheim arbeitet, hat den Eröffnungstag seines Traums sofort parat: Es war der 23. Juli 2012. Für die Döhrener ist die traumhafte Taverne seitdem zum Italiener um die Ecke geworden: kein Chichi, sondern gute Hausmannskost zu überschaubaren Preisen. Wer hier abends einkehren möchte, sollte unbedingt reservieren. Am Wochenende ist es fast unmöglich, auf gut Glück einen Platz zu bekommen. Kein Wunder: Bei der Internetbewertungsplattform Tripadvisor steht Il Mio Sogno unter den Top-20 von mehr als 900 Restaurants in Hannover - schließlich erhält nicht nur Sterne-Küche Bestnoten, sondern auch rustikale Kost, wenn der Wirt dafür sorgt, dass die Gäste sich wohl fühlen.

Service

Il Mio Sogno
Fiedelerstraße 35, 30519 Hannover
Telefon: 0511 60024989
Öffnungszeiten: 11.30-15 Uhr, 18-23 Uhr
Preisklasse: moderat     

Die Einrichtung ist rustikal und bedient gängige Italien-Klischees: rotweiß-karierte Wachsdecken auf den Tischen, altmodische Küchenutensilien aus Holz an der angeklebten Mauertapete. Auf einem Spiegel steht in goldenen Buchstaben: „Tu deinem Körper etwas Gutes, damit die Seele gerne darin wohnt.“ Etwas Kitsch darf schon sein, wenn es schmeckt. Und das tut es. Besonders zu empfehlen ist der Tintenfischsalat mit Fenchel und Zitronendressing (8,70 Euro) als Vorspeise, ebenso wie das Vitello tonnato (8,70 Euro). Da möchte man noch einmal Brot nachbestellen, um auch den letzten Rest der sämigen Thunfischsoße aufzuwischen. Für ein italienisches Restaurant wird auffällig wenig Öl verwendet.

Die Tische im vorderen Raum sind so eng nebeneinander platziert, dass man mitunter das Gespräch des Nachbarn belauschen kann. Das dreht sich meistens um das leckere Essen. Die Pizzen ­ (8 bis 12 Euro) sind genau richtig, der Teig nicht zu dick und nicht zu kross. Hinsichtlich der Menge des Belags scheiden sich die Geister: Wer es gerne üppig mag, sollte für je 80 Cent Extras bestellen, denn von Haus aus ist die Sogno-Pizza eher etwas für Minimalisten. Pizza Tonno ist halt Teig mit Thunfisch, unauffällig gewürzt, kein Schnickschnack.

Das „Il Mio Sogno“ am Fiedeler Platz bietet italienische Hausmannskost in familiärer Atmosphäre

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Auf der Tageskarte gibt es zuweilen auch die derzeit angesagte Pizza Nera. Normalerweise würde man eine schwarze Pizza ja zurück in die Küche gehen lassen, doch in diesem Fall ist die Optik gewünscht - es wird bewusst Kohlepulver untergemischt. Die Pizza Nera steht im Il Mio Sogno dafür, dass der Koch sich auch etwas Besonderes einfallen lässt.

Außerdem werden wechselnde Fleisch- und Fischgerichte angeboten, letztere vor allem freitags. Diese sind beim Italiener traditionell deutlich teurer als Pizza und Pasta. Die gedünstete Dorade mit hervorragendem Knoblauchspinat und Kartoffelpüree (19,90 Euro) hat anders als sonst viele Fischfilets ihr Aroma bewahrt und ist schön saftig.

Das Rindersteak hingegen ist anders als der Preis (21,90 Euro) nur Durchschnitt, die eine oder andere fettig-zähe Stelle hätte man gerne gegen eine Sättigungsbeilage getauscht.

Dann doch lieber Ravioli, die der Koch Scala kreativ mit Kürbis und Ziegenkäse füllt (14,90 Euro), angerichtet wird die Pasta auf Tellern mit Blumendekor. Ein unerwarteter Höhepunkt sind die Taglioni Portofino (9,20 Euro). Benannt nach dem bezaubernden, aber sündhaft teuren Jet-Set-Dorf an der ligurischen Küste besteht die Soße aus knackigen Shrimps, Tomaten, vielen frischen Kräutern, einem Hauch Wein und viel Knoblauch, der den Mund feurig glühen lässt. Auch das Panna Cotta (3,90 Euro) kann sich sehen lassen, insbesondere die begleitende Erdbeersoße. Nach einem Ramazzotti (2,40 Euro) geht man dann satt und zufrieden nach Hause und verfällt alsbald in wohlige Träume.

Mein Fazit: Eine schöne Auszeit in entspannter Atmosphäre – das Restaurant macht seinem Namen alle Ehre.

Von Nina May

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