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So schmeckt das Essen im Marg-i in Lehrte

Kostprobe So schmeckt das Essen im Marg-i in Lehrte

Si? Oder No? Oder vielleicht doch beides? Am Ende war die Sache ganz klar, bei unserem ersten Besuch im Marg-i, das idyllisch im Stadtpark von Lehrte liegt, drohte es allerdings auf ein Unentschieden hinaus-
zulaufen. Eine Restaurantkritik von Ronald Meyer-Arlt.

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Gegen diese leckere 
Verlockung ist 
kein Kraut gewachsen: 
 Marg-i-Inhaberin 
Inge Schild.

Quelle: Eberstein

Hannover. Da erschien uns das Kunstwerk von Carolina Monfort-Montero, das hinter der Bar an der Wand hängt, eher wie ein Symbol unserer eigenen Unschlüssigkeit. Die Künstlerin, von der noch andere Werke im geschmackvoll eingerichteten Restaurant zu finden sind, hat sechs weiße Täfelchen mit dem Wort „Si“ und weitere sechs mit „No“ beschriftet. Wir kamen nicht umhin, das Kunstwerk als Prüfstein für das Restaurant zu nehmen. Die Einrichtung? Si! Die Gesprächsbereitschaft der jungen Servicekraft? No. Die Freundlichkeit der Chefin? Si. Das Geschmackserlebnis bei den hausgemachten Semmelscheiben mit Rucola, Tomate und Mozzarella überbacken (zum Preis von 14,50 Euro)? No! Die geschmorte Lammhüfte mit Linsen, grünen Bohnen und Ofenkartoffeln (22,50 Euro)? Si! Und die Soße dazu? Si! Si! Si!

Das Restaurant Margi-in im Lehrter Parkschlösschen in der HAZ-Kostprobe.

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Die wunderbar zarten Lamm-Medaillons wurden von einer intensiv eingekochten dunklen Soße umschmeichelt, die gut durchgebratenen, vielleicht aber doch eine Spur zu weichen Bratkartoffeln harmonierten schön mit dem Fleisch, die Bohnen hatten sich mit geschmorten Möhren, Schalotten und Tomaten zu einer stimmigen Gemüsebeilage zusammengerauft und alles war von grobem Pfeffer und Petersielienschnipseln betupft. Großes Kino.

Jetzt war auch klar, warum ausgerechnet unser Augenarzt uns das Marg-i in Lehrte empfohlen hat. Die Kompositionen auf den Tellern gefallen nicht nur in geschmacklicher, sondern auch in optischer Hinsicht. Und bei den vielen Kräutern auf den Gerichten muss man schon ganz genau hinsehen. Überhaupt gibt es in dem Restaurant im alten Parkschlösschen eine ganze Menge zu gucken: ein grünes Scheunentor an der Wand, überraschende Skulpturen im Bad, witzige Sprüche („Man nehme ein Glas Wein und schütte es in die Köchin“) neben der Küche. Hier wirkt – unterstützt von Karin Roesch – Inge Schild, die Inhaberin.

Sie hat ein Händchen für Soßen und fürs Timing und sie liebt Kräuter, die sie stets sinnvoll einzusetzen weiß. Sie klebt nicht am Herd, sondern verlässt oft die Küche, kommt an die Tische, redet mit den Gästen. Bereits nach zwei Besuchen kann man sich hier ein bisschen wie ein Familienmitglied fühlen. Das I von Inge taucht im Namen des Restaurants auf, der Rest von Marg-i verweist auf Margrith Possienke, ihre Partnerin, die vorrangig – und mit herzlicher Freundlichkeit – im Service tätig ist. Bei unserem zweiten Besuch haben wir uns für die Anreise mit dem Fahrrad entschieden. Die 15 Kilometer vom Süden Hannovers aus sind gut zu schaffen, man fährt über die Brücke der Hindenburgschleuse und dann vornehmlich an Kleingärten und Feldern vorbei. Autos sind hier meist nicht unterwegs, man kann locker nebeneinander fahren, auf der einen Seite ins Grüne gucken und auf der anderen die Züge auf der Strecke nach Berlin beobachten. Schön.

Marg-i

Am Parkschlösschen, 1
31275 Lehrte

Telefon: (0 51 32) 5 17 12 oder  www.restaurant-
parkschloesschen-lehrte.de


Dienstag bis Sonnabend 
17 bis 23 Uhr


Sonntag 11 bis 22 Uhr 
Restaurant für Feiern buchbar



Preiskategorie: 
moderat bis gehoben

Und im Marg-i ist bei dieser Anreiseform auch eine Flasche Rosé drin: Der Spätburgunder aus dem Jahr 2015 vom Weingut Schild an der Nahe war ein cooler und angenehmer Begleiter für einen Teller Backofengemüse mit Kräuterbaguette und Ziegenkäse (zum Preis von 16,50 Euro). Zum Gemüseallerlei gehörten interessanterweise auch gebackene Gurken. Alles passte wunderbar zusammen, war genau richtig gesalzen und gekonnt (also bloß nicht mit zu viel Rosmarin) gewürzt. Einziger Nachteil: Vom wunderbar cremigen Ziegenkäse gab es nur zwei winzige Portiönchen auf dem gerösteten Brot.

Andererseits eröffnete das noch die Möglichkeit für einen Dessertabschluss: ein Schokoladenparfait mit Erdbeeren auf einer geheimnisvollen hellgrünen Soße, die Ananas- und Waldmeisteraroma wunderzart miteinander kombinierte. Auf der sehr entspannten Rückfahrt mit dem Fahrrad dachten wir voller Dankbarkeit an Inge Schild und auch an den Augenarzt.
Si. Ganz klar: Si.

Mein Fazit: Kräuterküche auf hohem Niveau. Starke Soßen.

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