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So schmeckt es im Piazza 111

HAZ-Kostprobe So schmeckt es im Piazza 111

Italienisches Flair ins Gewerbegebiet nach Hainholz direkt an die Schulenburger Landstraße zu verlegen, ist nicht ganz einfach. Mario Pacella und sein Team haben es dennoch versucht und sorgen im Piazza 111 in Hainholz für sehr italienische Momente. Eine Restaurantkritik von Susanna Bauch.

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So kommt die Sonne in Hannovers Norden: Marcel Pacella bedient im Piazza 111 an der Schulenburger Landstraße.

Quelle: Surrey

Hannover. Die Piazza ist das Herzstück jedes italienischen Ortes. Dieser Mittelpunkt ist Anlaufstelle des sozialen Lebens. In Italien ist es dort laut, vergnügt, und gefühlt scheint über den Olivenbäumen stets die Sonne. Dieses unverwechselbare Flair ins Gewerbegebiet nach Hainholz direkt an die Schulenburger Landstraße zu verlegen, ist nicht ganz einfach. Mario Pacella und sein Team haben es dennoch versucht, Liebe zum Detail und viele Mühen nicht gescheut. Das gläserne Panorama der Hausnummer 111 – sie verhalf dem Lokal den Namen – gibt zwar den Blick nur auf Tankstelle, Schnellrestaurant, Reifendienst und Verkehrsmittel frei, dafür wird es drinnen im Restaurant und vor allem in der Küche zauberhaft italienisch.

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Familie Pacella legt Wert auf wertige Details. Die Einrichtung ist schlicht und edel, das gut dosierte Licht verleiht dem Glaskasten Charme. Die Gäste können direkt in die offene Küche schauen, in der die Profis zaubern, Wand- und Innendekoration sind so zurückhaltend, wie der Kellner, der immer passend zur Stelle, aber nicht aufdringlich aber auch nicht besonders emphatisch ist. Da die Hausnummer 111 nicht gerade mitten im Hainhölzer Wohngebiet liegt, ist es an unserem ersten Abend unter der Woche nicht sehr voll. Die Karte ist überschaubar, der Gast muss nicht zwischen dutzenden von Pizza- oder Pastagerichten wählen. Wir entscheiden uns für den Antipastiteller (7,90 Euro) und Carpaccio (9,90 Euro). Das eingelegte Gemüse auf dem Vorspeisenteller ist frisch und bissfest, Schinken und Salami überzeugen durch Aroma und Würze. Das hauchzarte Rindfleisch hat ordentlich viel Parmesan und dafür angenehm wenig Olivenöl abbekommen. Das frische Weißbrot kommt mit den Vorspeisen – zum Glück, sonst hätte man sich an der leckeren Backware schon vorher satt gegessen. Die Tortiglioni Rustika sind mit 10,90 Euro das teuerste Nudelgericht auf der Karte – die Portion mit Rindfleischstreifen und Gorgonzolasoße ist fein abgeschmeckt und nicht zu mächtig. Die Taglioni Pini (8,90) sind ebenfalls frisch und hausgemacht, allerdings hätte hier ein wenig mehr von den angekündigten Zutaten wie Rucola und Kirschtomaten nicht geschadet.

SERVICE

Adresse:
Piazza 111
Schulenburger Landstraße 111
30165 Hannover

E-Mail: info@piazza111.de

Geöffnet: montags bis
sonnabends 11 bis 23 Uhr;
sonntags Ruhetag.

Preiskategorie: moderat

Eigentlich sollten es als Hauptgang noch die Riesengarnelen (17,90 Euro) sein, doch leider mussten wir erfahren, dass diese vorbestellt sind. Für wen, sollte sich an diesem Abend allerdings nicht mehr erschließen – nach uns kam kein Gast mehr. Als Alternative kam Saltimbocca (17,90 Euro) auf den Tisch – perfekt auf den Punkt gebraten und anstandslos mit Salat anstelle von Gemüse als frischer Beilage. Im Piazza 111 gibt man sich große Mühe, die Portionen auch optisch ansprechend anzurichten – auf asymmetrischen Tellern, stets mit ein wenig Balsamico verziert.

Der Nachtisch schließlich überzeugt komplett: Feste Panacotta mit frischem Beerenmousse in gut verdaulicher Portion (4 Euro), üppiges Tiramisu, das trotzdem ganz leicht und locker schmeckt (4,50 Euro) sowie ein köstliches Tartufo Negro (4,50 Euro) mit herber Schokonote. Zum Abendessen haben wir uns für offene Weine entschieden: Pinot Grigio, Chardonnay und Merlot (je 5,50 Euro für 0,2 Liter), die allesamt von der Färbung so aussehen, wie sie schmecken sollen und es auch tun – intensiv, aromatisch und nicht zu schwer.

Beim zweiten Besuch am Mittag merkt man, dass die Mitarbeiter des angrenzenden Gewerbes durchaus Hunger haben – das Lokal ist immerhin halb gefüllt. Auf der Tageskarte gibt es drei Speisen zur Auswahl, mit einer Vorspeise (Suppe, Bruschetta oder Antipasti) kosten die Gerichte zwischen 7,90 und 9,90 Euro). Meine Spaghetti aglio e olio schmecken zwar wie versprochen nach Knoblauch, allerdings gibt es so wenig Soße für reichlich Nudeln, dass das Ergebnis ziemlich trocken ausfällt. Die Pizza Verdura ist lecker belegt, die Ränder allerdings sind für unseren Geschmack zu dick geraten – in puncto (dieser) Pizza ist das Piazza allenfalls Durchschnitt. Dafür gibt es noch einmal eine Portion traumhaftes Tiramisu – so üppig, dass man die Pizza getrost hätte weglassen können. Tagsüber hat der Glaskasten übrigens auch Vorteile – wenn die Sonne scheint, ist es auch im Gewerbegebiet Hainholz so wunderbar hell, dass es hier doch ein kleines bisschen nach Italien aussieht.

Mein Fazit:  Diese Köche wissen, was sie tun. Eine kulinarische Bereicherung – nicht nur für Hainholz.

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