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Schmecken Burger auch ohne Fleisch?

Restaurantkritik "Kostprobe" Schmecken Burger auch ohne Fleisch?

Seit einem Vierteljahr gibt es in Hannover ein Restaurant, das sich auf Hamburger spezialisiert hat, die ohne Fleisch und Tierprodukte auf den Tisch kommen. Die vegane Variante schmeckt anders, aber nicht schlechter als herkömmliche Burger, meint unser Restauranttester Ronald Meyer-Arlt.

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Burgernah: Markus Stein serviert „Chili und die Zauberbohnen“.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Es gibt da diesen Vorwurf: Veganer seien im Grunde fleischfixiert. Schließlich würden sie mit ihren Gerichten oft Fleisch imitieren. Ihre Bratlinge würden wie Buletten wirken, weil Veganer eigentlich, im Grunde ihres Herzens, Buletten essen wollen würden.

Im Restaurant "Burgernah" gibt es vegane Burger. Es ist das erste Restaurant Hannovers dieser Art. 

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Das ist natürlich Unsinn. Denn einerseits sieht ein Bratklops eben wie ein Bratklops aus, ganz egal, ob sich Tierisches in ihm befindet oder nicht, und andererseits stellt sich die Frage, wie vegane Gerichte denn aussehen sollen, um gleich als vegan erkannt zu werden: Wie Brei? Wie Geschrotetes? Wie Wiese?

Fleischesser haben vielleicht nicht die optimalen, aber doch oft ganz zweckmäßige Erscheinungsformen von Nahrung entwickelt. Der Hamburger gehört sicher dazu. Er ist eine gute Erfindung. Sein Erfolg hat nicht nur mit seiner Handlichkeit (falls er nicht zu groß und zu soßig ist) und seinen thermischen Eigenschaften (innen heiß, außen berührbar) zu tun, sondern auch mit dem alten Spiel von Verbergen und Preisgeben. Zwischen den Brötchenhälften gibt es einiges zu entdecken – wobei die geschmacklichen und olfaktorischen Reize hier wichtiger sein dürften als die optischen.

Preiskategorien

Preiskategorien: 
günstig (Hauptgerichte bis 10 Euro)


moderat (bis 15 Euro)

gehoben (um 20 Euro)

Seit einem Vierteljahr gibt es jetzt in Hannover ein Restaurant, das sich auf Hamburger spezialisiert hat, die ohne Fleisch und Tierprodukte, also vegan, auf den Tisch kommen. Sie sehen wie Hamburger aus, schmecken aber etwas anders. Nicht schlechter als Hamburger tierischen Ursprungs, aber anders. „Chili und die Zauberbohnen“ heißt kokett der Burger mit dem BohnenBratling in der Mitte. Der Patty (die Seele des Burgers) ist außen knusprig und innen weich und von angenehmer Schärfe. Natürlich hat der Bratling nicht den intensiven Geschmack von gewolftem Rindfleisch. Wie auch? Aber er schmeckt auch nicht die Bohne nach Bohne. Und auch nicht fad. Ein bisschen rauchig wirkt er, ein bisschen zwieblig, und er harmoniert schön mit der kräftigen, mayonnaiseartigen Soße, die natürlich auch ohne tierische Bestandteile hergestellt wird (das Ei, das bei Mayonnaise als Emulgator dient, wird hier durch Sojamilch ersetzt).

In Linden hat das erste vegane Burger-Restaurant in Hannover eröffnet. Und so sieht es aus:

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Großartig sind die Bins, die Brötchenhälften, in denen der Patty, der Salat, die Tomatenscheibe und die Soßen eingeklemmt sind: ein Vollkornbrötchen, knusprig, eher schwer als fluffig, aber nicht ohne Reiz. Das gibt dem Burger Gehalt und Tiefe.

Mit geringen Zusatzkosten (4 Euro)kann man jeden Burger zum Menü aufbrezeln. Dann gibt es dazu die „edle Knolle mit Dip“, so nennt man hier die frittierten Kartoffelspalten. Unser Dip war ein Napf mit roter Soße, die wie Ketchup aussieht, aber viel intensiver, viel fruchtiger schmeckt. Die freundliche Bedienung klärte uns auf: Waldbeerensoße, selbst eingekocht. Sehr schön. Und schmackhaft. Damit nascht man am Ende mehr Kartoffelstücke, als man eigentlich will. Eine Limo gibt’s beim Menu obendrein.

Bier wird hier in der Flasche serviert und meist (wir sind in Linden) auch aus der Flasche getrunken. Wer ein Glas zum Bier bestellt, bekommt auch eins: ein Limonaden-Glas. Naja. Einige leere Bierflaschen schweben gelb leuchtend über der Theke – selbst gemachte Lampen aus Herrenhausen.

Das Restaurant

Burgernah
Offensteinstraße 14,
30451 Hannover
(Linden-Nord)
Telefon: (05 11) 47 07 14 87

burgernah.de

kontakt@burgernah.de
Geöffnet: dienstags bis donnerstags und sonntags
 13 bis 21 Uhr,
 freitags und sonnabends
 13 bis 23 Uhr.
Preiskategorie: günstig     

Karin Olah und Markus Stein, die beiden Inhaber (er ist vorwiegend in der Küche tätig, sie im Service), haben ein Faible für Wortspiele. Das zeigt sich nicht nur an dem originellen Namen des Restaurants, sondern auch an den Gerichten. Die Hamburger heißen „Alles Keese!“ (mit einem Spinat-Hafer-Bratling, 4,40 Euro), „Burgermeister“ (mit SeitanBratling, 5,40 Euro) oder „Die Kleine Nixe“ (mit einem Tofu-Spirulina-Bratling, 4,80 Euro). Dass die beiden die panierten Sojanuggets „Goldstücke“ nennen, ist ja noch in Ordnung; der Zusatz „eine Investition in die Zukunft deines Hüftgoldes“ kann allerdings auch abschreckend wirken.

Auffällig war, dass wir bei beiden abendlichen Besuchen längere Wartezeiten in Kauf nehmen mussten. Aber ein wirkliches Problem war es nicht. Und es spricht für eine sorgfältig agierende Küche. Alle Gerichte sind sehr sättigend und wirklich preiswert. Und man geht (wenn man nicht gerade in Hüftgold investiert hat) immer mit einem guten Gefühl nach Hause.     

Mein Fazit

Gutes Essen, guter Preis,
gutes Gewissen.     

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