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So schmecken koreanische Klassiker im Chois

Kost-Probe So schmecken koreanische Klassiker im Chois

Koreanische Restaurants wie das Chois sind in Deutschland eher selten. Dabei gibt es auf der Speisekarte des Lokals einiges zu entdecken – nicht nur den Klassiker Kimchi. Eine Kostprobe von HAZ-Restaurantkritiker Ralf Heußinger.

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Im Chois an der Lister Meile gibt es koreanische Spezialitäten zu entdecken.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. Zugegeben: Wirklich einladend sieht die Fassade nicht aus. Zwischen Drogeriemarkt und Elektrogeschäft zwängen sich drei schmale Fenster – beklebt mit überdimensionalen Speisekarten. Daneben eine geschlossene Tür, die zum Restaurant Chois führen soll. Ist das Lokal überhaupt bereit, Gäste zu empfangen? Egal, wir finden es heraus.

Im Chois in der Schubertstraße gibt es typische Speisen aus Korea.

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Die Neugier siegt – immerhin fällt uns schon seit Monaten diese Reklametafel auf: Bibimbap steht darauf, und weil wir nicht aus Korea kommen, sondern ursprünglich aus Franken, wo weiche und harte Konsonanten gerne verwechselt werden, fühlen wir uns herausgefordert – phonetisch zumindest. Kulinarisch trauen wir uns mehr zu, also treten wir beherzt durch die Tür, und gehen über eine ganze Reihe Stufen bis in den ersten Stock.

Das Restaurant

Schubertstraße 1, 
Ecke Lister Meile

Telefon: (05  11) 31 31 32
www.restaurant-chois.de

Geöffnet: Montag bis
Sonnabend 18 bis 21.30 Uhr,
Mittagstisch: 12 bis 14.30 Uhr

Barrierefreiheit: Das Restaurant im ersten Stock ist über eine Treppe zu erreichen.  

Die Familie Choi betreibt ihr Lokal seit dem Jahr 2008 und hatte unter anderem mit Büfettangeboten Erfolg. Doch die Zeit der Selbstbedienung an Warmhalteplatten ist vorbei, die Theke abgeräumt, sodass der Raum großzügig wirkt. Die meisten Tische stehen an der Fensterfront zur Lister Meile, das Ambiente ist einfach und unspektakulär, die Begrüßung dagegen ausgesprochen freundlich. Überhaupt kompensiert der Service die fehlende Atmosphäre in dem Restaurant.

Preiskategorien

günstig (Hauptgerichte bis 10 Euro), 
moderat (bis 15 Euro), gehoben (um 20 Euro)

Zurück zu unserem Konsonantenproblem: Inzwischen wissen wir, dass Bibimbap ein Klassiker der koreanischen Küche ist. Übersetzt bedeutet der Name etwa „gemischter Reis“. Das Mischen bleibt allerdings dem Gast überlassen. Im Chois kommt das Bibimbap (vegetarisch 12,50 Euro) in einem sehr heißen Topf auf den Tisch – unten Reis, der das bei vielen Gerichten vorhandene Aroma von geröstetem Sesam trägt, darauf Sprossen, Zwiebeln, Möhren, Pilze, Spinat. Oben thront ein Spiegelei. Einfach und schmackhaft. Der Clou: Im heißen Topf brät der Reis langsam an und bildet mit der Zeit eine feine Kruste.

Bekannt ist die koreanische Küche aber nicht wegen Bibimbap. Weltweit Furore macht vielmehr Kimchi. Das unter anderem mit Chili, Knoblauch sowie Ingwer eingelegte und vergorene Gemüse gilt als Superfood, als Nährstoff- und Vitamin-Gigant, der die Menschen gesund durch den Winter bringt. Besonders verbreitet ist die Variante aus Chinakohl. So wird Kimchi auch im Chois serviert. Als kleine Vorspeisenportion etwa (4 Euro). Optisch erinnert das Gemüse an kleine Lasagnestücke – geschichtete Weißkohlscheiben in roter Marinade. Letztere stellt sich als ausgesprochen scharf heraus. Der Kohl ist weich, leicht sauer aber nicht muffig. Ein Appetit anregender Starter. In Korea wird Kimchi angeblich sogar zum Frühstück aufgetragen. Im Chois ist es Bestandteil diverser Gerichte – etwa Kimchi Dschon (kleine Portion 4,50 Euro), einem Art Kartoffelpuffer. Der Teig ist gut angeröstet, das Kimchi trägt zur pikanten Note bei.

Auch als Beilage zu den Hauptgerichten wird zuweilen Kimchi serviert. Eine ganze Reihe an kleinen Schalen trägt der Kellner auf, darin unter anderem Sojabohnenpaste, dünn geschnittener Rettich, gekochte und marinierte Kartoffelstäbchen. Zum Bulgogi, einem weiteren koreanischen Traditionsteller, wird zudem süß-saurer Salat präsentiert. Es handelt sich bei Bulgogi um ein beliebtes Grillgericht. Dünn geschnittenes Rind oder Schwein wird auf dem Holzkohlegrill zubereitet und mit Reis gegessen. Bei den Koreanern ist auch die Do-it-yourself-Variante beliebt.

An den Nachbartischen werden heiße Grillplatten, die wir in der Art vom Raclette kennen, aufgetragen und von den Gästen eigenhändig mit Fleisch bestückt. Ein geselliges Erlebnis, bei dem man aber, darauf weist uns der Kellner hin, auf das rauchige Aroma des Holzkohlegrills verzichten muss. Wir glauben ihm, lassen die Experten braten und stellen fest: Raucharoma ist nicht ganz von der Hand zu weisen.     

Mein Fazit: Koreanisch ist das
 neue Chinesisch.     

Ralf Heußinger

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