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So schmeckt moderne Hausmannskost im 11A

HAZ-Kostprobe So schmeckt moderne Hausmannskost im 11A

Arrogant? Hektisch? Beim 11A scheiden sich die Geister, vor allem bei den Kommentatoren im Internet. Doch gute Küche zu moderaten Preisen gibt es im Restaurant am Küchengarten noch immer – das geht aber nur mit Tempo. Eine Restaurantkritik von Ronald Meyer-Arlt.

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Das 11A bietet hervorragende Küche zu moderaten Preisen.

Hannover. Restaurantbewertungen im Netz sind die Pest. Sie können dem Ruf eines Hauses schaden und sie lassen sich kaum korrigieren. Und nicht immer sind die Verfasser von Schmähkritiken normale Gäste. Manche kritische Anmerkung könnte auch von der Konkurrenz veranlasst sein. Kommentare im Internet sollten also mit Vorsicht gelesen werden.

Das 11A am Küchengartenplatz in Linden kombiniert moderne Hausmannskost und Feinschmeckerküche. 

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Ein Vorwurf, der bei Bewertungen des 11A am Lindener Küchengarten immer wieder auftaucht, ist der von der unfreundlichen Bedienung. In auffällig vielen Berichten wird die „arrogante Ausstrahlung“ des Servicepersonals bemängelt. Die Bedienung sei „extrem unfreundlich“, ja sogar „inkompetent und frech“ ist zu lesen. Stimmt das?

Preiskategorien: 
günstig (Hauptgerichte bis 10 Euro), 
moderat (bis 15 Euro), gehoben (um 20 Euro)

Dass man bei der telefonischen Tischreservierung locker geduzt wird, kann man auch als Kompliment nehmen. Beunruhigend allerdings wirkt die Ansage, dass zwar noch ein Tisch frei sei, dass wir uns aber bitteschön an die Bar begeben möchten, sobald das Essen beendet sei. Oha. Gastlichkeit sollte eigentlich anders klingen.

Gehobene Küche zu tiefergelegten Preisen 

Diese Aufforderung an die Gäste, nach dem Mahl zeitig den Tisch zu verlassen, wird in den Bewertungsportalen oft kritisiert. Allerdings gehört das zum Konzept des Hauses. Gehobene Küche zu tiefergelegten Preisen ist nämlich nicht einfach so zu haben. Irgendwo muss gespart werden, wenn man mit hervorragenden Zutaten kocht und den Preis niedrig halten will. Hier spart man eben an der Zeit, die der Gast am Tisch verbringt. Sooo schlimm ist das eigentlich nicht. Zumal, wenn’s einem schon vorher am Telefon gesagt wird. Man weiß, woran man ist. Kein Grund zur Beschwerde also.

Am Küchengarten 11a

30449 Hannover 
Telefon: (05 11) 5 90 11 11

www.11a-restaurant.de
Geöffnet Montag bis Freitag von 11.30 bis 0.30 Uhr, 
sonnabends, sonntags 
und an Feiertagen 
von 10 bis 0.30 Uhr
Reservierung ab 4 Personen

Preiskategorie: moderat    

Und die Eile hat auch ihr Gutes: Nachdem wir uns an den Tisch gesetzt hatten, ging’s ratzfatz: Kaum hatten wir die Mäntel abgelegt, kamen auch schon die Karten auf den Tisch, kaum hatten wir die Bestellung abgeben, stand auch schon der Brotkorb vor uns. Wie schön.

Rüde serviert

Geschwindigkeit in der Gastronomie ist angenehm, solange sie nicht das Gefühl von Hektik aufkommen lässt. Das kam dann aber doch auf. Denn irgendwann knallte uns die Servicekraft wortlos die Flasche mit dem Olivenöl auf den Tisch. Hatten wir sie mit irgendetwas verärgert? Hm ... Vielleicht muss das so sein. Stammgäste verbuchen das wohl unter eigenwillig.

Je nun, wir lassen uns den Aperitif - ein Cocktail namens Portonic mit weißem Portwein, Tonic und viel Eis aufgemotzt mit einer Gurkenscheiben zum fairen Preis von 5,90 Euro - dadurch jedenfalls nicht vermiesen. Das so rüde kredenzte Olivenöl ist prächtig-kräftig, das Brot ist eine Eigenanfertigung des Hauses - schön kräftig, aber nicht aufdringlich.

Und - zack! - sind auch schon die Hauptgerichte da. Das Kalbsschnitzel (einer der Klassiker des 11A, Preis: 13,90 Euro) ist gut gelungen, zwei große, krosse Stücke liegen auf dem Teller, die Bratkartoffeln dazu sind von hervorragender Qualität und schön mit Lauch verfeinert. Die Entenbrust (16,50 Euro) hätte vielleicht eine Nuance zarter sein können, war aber durchaus in Ordnung. Das Preis-Leistungsverhältnis jedenfalls ist hervorragend.

Einen Qualitätseinbruch konnten wir beim 11A jedenfalls nicht feststellen. So etwas hatten manche Gäste befürchtet, nachdem Christoph Elbert, der Chef des 11A nach dem Boca in der Kriegerstraße (übrigens auch sehr empfehlenswert) Anfang des Jahres auch noch die Traditionsgaststätte Plümecke in der List übernommen hatte. Nein, hier hat nichts nachgelassen, das 11A bietet immer noch hervorragende Küche zu moderaten Preisen.

Zwei besonders angenehme Überraschungen gab es beim nächsten Besuch. Zum einen der coole Rotkohl-Salat mit Ziegenkäse (8 Euro), der gekonnt von Orange- und Korianderaromen umspielt wird, zum anderen die Crème brûlée (für sensationelle 5,50 Euro); die Schicht aus karamellisiertem Zucker war so stark, dass wir spekulierten, ob sie sich wohl zum Schlittschuhlaufen eigne, die Creme selbst war von ganz besonders sanfter Konsistenz. Abgerundet wurde das durch ein köstliches Sauerkirsch-Parfait. Herrlich.

Nach dem letzten Löffel beeilten wir und mit dem Bezahlen, denn es ist klar, dass das Prinzip der hervorragenden Küche zum kleinen Preis nur funktionieren kann, wenn alle mitziehen. Also: schnell den Platz geräumt, damit die nächsten Gäste gleich in den Genuss der guten Küche kommen können. Nebenan in der Weinbar Ihmerauschen ist es ja auch ganz gemütlich.

Mein Fazit: Gehobene Küche zu 
tiefergelegten Preisen. 
Das 11A ist immer noch Eins A.     

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