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So schmeckt die Brotzeit im Panea in der Oststadt

Kost-Probe So schmeckt die Brotzeit im Panea in der Oststadt

Café, Bäckerei, Shop – das Panea an der Lister Meile lässt sich durch sein vielseitiges Angebot nur schwer einordnen. Vor allem das Lifestyle-Konzept geht auf und mit guten Zutaten hebt es sich von Discountbackcafés ab.

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Alles andere als brotlos: Jens Linnemann (li.) und Torben Meyer-Arndt servieren Stullen im Panea.

Quelle: Alexander Körner

Oststadt. Man muss nicht erst die Bibel bemühen, um festzuhalten, dass Brot das Grundnahrungsmittel Nummer 1 ist. Da können Skeptiker noch so viel argwöhnen über Kohlenhydrate und böses Weizenmehl. Ein Frühstück ohne Brot ist hierzulande kein Frühstück - egal ob Toast, Roggenstulle, Knäcke, Baguette. Und beim Abendbrot sagt der Name ja schon alles. In Bayern hält man übrigens auch Bier für ein Grundnahrungsmittel - nicht umsonst spricht man dann auch vom flüssigen Brot.

Eine Kostprobe im Panea in der List.

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Ein solches ist im Panea in Hannover selbstverständlich auch zu bekommen. Doch der Fokus liegt ganz klar auf Brot im wörtlichen Sinne. Und genauso selbstverständlich ist es vermutlich, dass weder das Bier einfach von der erstbesten Brauerei kommt (sondern von Pinkus in Münster), noch das Brot von der erstbesten Bäckerei. Die Betreiber des Panea heften sich an die Brust, ihr individuelles Ding zu machen. Alles handgemacht - so kann man es zusammenfassen und auf der Internetseite nachlesen. Das gilt nicht nur für das Brot - die Marmeladen handgerührt, die Schokolade handgeschöpft, der Kaffee bei nur 220 Grad geröstet - wie Inhaber Torben Meyer-Arndt sagt. Damit hebt sich das Panea schon vom Anspruch her wohltuend ab von den Discountbackcafés auf der anderen Straßenseite, die sich nicht einmal die Mühe machen, in ihren Namen zu verschleiern, dass sie Fabriken sind.

Panea Lister Meile 56, Telefon: (0511) 38886060
www.panea.de
Geöffnet: Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr,
Sonnabend und Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Barrierefreiheit: eine Stufe ins Lokal, weitere zur Toilette
Preiskategorien: günstig 

„Brot- & Kaffeegenuss“ - so lautet der Untertitel des Panea. Die beiden Dinge sind also die wesentlichen Elemente des Ladens, der auf den flüchtigen Blick wie eine Mischung aus Bäckerei und Café wirkt. Bei genauerer Begutachtung ist festzustellen, dass man dort auch für zu Hause einkaufen kann, nicht nur Brot, Kaffee und Marmelade, sondern auch ausgewählte CDs und Bücher - eine kuriose Mischung aus Götz Alsmann, Annie Leibovitz und dem Band „Die Kräuter-Liesel“ liegt auf einem Tisch. Das Panea verfolgt ein Lifestyle-Konzept, das einem das Gute und Wahre verspricht, und da die Atmosphäre dort so angenehm ist, lässt man sich das gerne gefallen.

Tagsüber bieten die Betreiber recht klassisches Frühstück (zwischen 3,50 Euro und 10,90 Euro) und setzen im Wesentlichen aber auf belegte Brote. Es gibt sie kalt und warm, vegetarisch und mit Fleisch, klassisch und experimentell, indisch, bayrisch, italienisch. Und sie haben damit offenbar den Geschmack der Lister getroffen. Denn seit der Eröffnung im vergangenen November hat sich das Panea etabliert. An schönen Tagen sind die reduziert wirkenden hellen Holzbänke in der Fußgängerzone oft voll besetzt. Man sitzt, man quatscht, man isst - und lässt das Leben sonst an einem vorüberziehen.

Preiskategorien

günstig (Hauptgerichte bis 10 Euro),
moderat (bis 15 Euro), 
gehoben (um 20 Euro

Das Brot bezieht das Panea von einem Bäcker in der Wedemark. Man kann es zum Beispiel schlicht mit Butter und Schnittlauch (1,90 Euro) essen. Die Scheibe dürfte einen guten Zentimeter dick sein, der Sauerteiglaib mit 70 Prozent Weizen- und 30 Prozent Roggenanteil ist luftig, der Rand könnte indes knuspriger sein. Das schafft die andere, etwas kräftigere Sorte: Die trägt am bissigen Rand zusätzlich Sesam und besteht teilweise aus Vollkornmehl.

Als Aufstriche (geliefert von einem Feinkosthändler) steht quasi die ganze Welt zur Auswahl: Chtipiti mit Schafskäse und Paprika (pikant, 5 Euro), Basilikumcreme (fruchtig 4,50 Euro), Honig-Senf-Frischkäse (wenig Senf, mehr Honig, 5 Euro), Jalapenofrischkäse (scharf, 4,50 Euro), mit Spiegeleiern (mächtig, je nach Variante zwischen 4,50 und 5,90 Euro). Schön knusprig sind die getoasteten Brote, die Variante mit Obatzter (5 Euro) hat uns dann aber nicht überzeugt, weil die Käsecreme etwas zu viel Wärme bekommen hatte. Leider war zudem der eigentlich dazugehörende Krautsalat aus, dafür bekamen wir etwas nichtssagende und zu kühle Antipastigemüse.

Der Kaffee kommt von einer Rösterei in Braunschweig. Der Espresso (1,90 Euro) ist doch recht stark und bitter, hervorragend schmeckte mir aber der in einer kleinen Presskanne servierte Filterkaffee. Ein kleiner Wecker dazu gibt das Signal zum Runterdrücken.
Wer sich auf Brot nicht verlassen will, der kann auch zum Wurstsalat (5 Euro) greifen. Der ist reduziert auf das Wesentliche, mit etwas Zwiebeln, leicht sauer, nicht schlecht. Vielleicht ja eine Gelegenheit zum Abendbrot.

Mein Fazit: Brotzeit mit Qualität und Vielfalt.

Alle HAZ-Kostproben unter haz.li/kostprobe

Ralf Heußinger

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