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Ristorante Lentini

Italienische Küche Ristorante Lentini

Mit Charme und Phantasie ist das Ristorante „Lentini“ in Laatzen deutlich mehr als nur ein Italiener.

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Spannende Tagesempfehlungen: Caglar Alan bittet im Ristorante „Lentini“ in Laatzen zu Tisch.

Quelle: Martin Steiner

Wir leben in einer Zeit der Globalisierung. Aber das ist nichts Neues. Nehmen wir als Beispiel mal Sizilien. Dort wohnten einst erst die Sikaner, dann kamen die Sikuler (unter Kennern auch Sikeler genannt). Ihnen folgten Griechen, Karthager und Römer - und später, wer immer sich auf Kreuzfahrt im Mittelmeer verirrte. Kein Wunder, dass die Stadt Lentini auch Leontini genannt wurde. Irgendwie klingt sie auch wie das italienische Wort für Linsen, das allerdings Lenticchie lautet.
In Laatzen steht „Lentini“ für ein Ristorante, das mehr sein will als nur noch ein weiterer Italiener.

Das sieht man nicht auf den ersten Blick. Wer da ahnt, das könnte innenarchitektonisch mal ein Chinese gewesen sein, liegt nicht falsch. Was wohl Feng-Shui-Experten zum spitzwinkligen Eingang gesagt haben? Das Ambiente ist fast neutral gestylt, italienische Folklore findet man eher auf der Speisekarte, die alle gängigen Standards aufzählt: von Antipasti über Pasta und Pizza (Pizzabäcker Paulo behauptet, ihm sei kein Belag fremd) bis zu Carne und Pesce.
Doch wirklich spannend wird es, wenn man den Tagesempfehlungen vertraut. Es gibt auch ein dreigängiges Mittagsmenü (bei unserem Besuch für 13,50 Euro), abends ein kleines und ein größeres Menü. Aber wir ließen uns bei unserer ersten Stippvisite (kurz vor Mittagsschluss) von Tagestipps verlocken: Carpaccio von Roter Bete mit Jakobsmuscheln etwa (für 18,50 Euro) oder Kalbsleber mit schwarzen Trüffeln (22,50 Euro). Die Preise sind stolz, aber es wird einiges dafür geboten - und dass immer noch ein Grappa aufs Haus inbegriffen ist, der seinerseits mit 4,50 Euro auf der Karte steht, sei nicht vergessen.

Vorab gibt es Brot, das so aromatisch schmeckt, als sei es im Pizzaofen kurz aufgebacken worden. Dazu würzige Oliven und eine aioliartige Creme, die eher nach Remoulade als nach Mayonnaise schmeckt (beim zweiten Besuch war sie überzeugender). Vielleicht hätten die Jakobsmuscheln etwas präziser (aber kurz) angebraten werden können, aber die Komposition war gelungen. Die Kalbsleber war staunenswert dünn und doch zart, die Trüffelbeigabe fiel lobenswert großzügig aus. Auch die Gemüsebeilage war gut geraten. Beim zweiten Besuch allerdings bestätigte sich mal wieder das (Vor-)Urteil, dass italienische Köche ein merkwürdiges Verhältnis zum Gemüse habe: Man mag es nicht missen, missachtet es aber eher.

Diesmal gehört es zur Perlhuhnbrust mit Steinpilzen (21,50 Euro): zwei satte Stücke, eines gut, das andere perfekt gebraten. Diesmal stand Chef Caglar Alan selbst am Herd, weil sein Küchenchef Giuseppe Drosi, der uns beim ersten Besuch bekocht hatte, einen freien Tag hatte. Der Chef schlug sich mehr als wacker! Die Seezunge mit gedünsteten Äpfeln und Calvadossoße (19,50 Euro) war saftig und schmackhaft. Der gemischte Salat dazu war allerdings eher ein Vitaminalibi: sehr ordentlich, aber eigentlich überflüssig. Vorweg hatten wir ein hauchdünnes Lachscarpaccio mit rotem Pfeffer (9,50 Euro) ebenso genossen wie schmale Bandnudeln mit frischem Trüffel (12,90 Euro). Und als wir uns eigentlich einig waren, dass wir jetzt doch lieber kein Dessert mehr wollten, kam als Gruß aus der Küche eine schön dekorierte Probierportion Panna Cotta mit zwei Löffeln ...

Man weiß schon im Ristorante „Lentini“, wie man auch Neukunden geschickt einbindet. Signor Alan und sein Sohn besorgen den Service mit jener speziellen Mischung aus familiärer Fürsorge und Professionalität, wie sie sein soll. Selbst der Kellner, der im Internet als „Doktore“ vorgestellt wird, legt seine leicht blasierte Attitüde bald ab.

Die Weinkarte ist überschaubar, aber man hat Alternativen in Reserve. Es gibt neben Gängigem auch Prestigechampagner und Renommier-Rote aus der Toskana - Messegäste trinken offenbar schon mal einen Ornellaia für 400 Euro. Die offenen Weißen (4 Euro für 0,2l) sind genießbar, der Chardonnay mehr als der eher belanglose Pinot Grigio. Und als der von uns gewählte Flaschenwein vergriffen ist, lässt man uns zwei verschiedene kosten, ehe wir uns für den angenehmen Süditaliener (für 21,50 Euro) entscheiden.

  • Hinweis für Raucher: Abgetrennter Raucherraum
  • Preiskategorie: gehoben

Das Ristorante „Lentini“ in Laatzen im Branchenführer

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