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Roma

Italienische Küche Roma

Zwischen Import-Export-Läden und Dönerbuden auf der Goethestraße befindet sich das gehobene Restaurant „Roma“. Das Restaurant besticht mit geradliniger Küche zu selbstbewussten Preise – der Stammgast goutiert’s.

Goethestraße 24 30169 Hannover 52.37415 9.72738
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Starkes Doppel: Cesarina Raschiatore und ihr Bruder Lino Venturini sind Herz und Seele des „Roma“.

Quelle: Rainer Surrey

Calenberger Neustadt. Wie machen sie das nur? Wie kann ein Restaurant gehobener Klasse existieren zwischen Import-Export-Läden und Dönerbuden? Das „Roma“ jedenfalls kann, und das schon seit 30 Jahren. Auf der Suche nach dem Geheimnis dieses hartnäckigen Erfolges stößt man schnell auf Lino Venturini und Cesaria Raschiatore. Sie in der Küche, ihr Bruder an den Tischen – mehr braucht es offenbar nicht, um selbst prominentestes Publikum in diese Gegend mit äußerst zweifelhaftem Charme zu locken. Sollte das Essen da etwa Nebensache sein?

An einem düsteren Mittwochabend betreten wir das „Roma“, das recht gut besetzt ist. Wir haben reserviert und werden freundlich an unseren Tisch geleitet. Die Einrichtung des nicht allzu großen Raumes ist italienisch schlicht, dunkles Holz zu vanillefarbenen Wänden und zyklamfarbenen Ledersitzpolstern als einzigem Farbtupfer. Vor Kurzem ist renoviert worden, und die neue Schlichtheit bekommt dem Gesamteindruck ausgezeichnet. Nach einem Blick in die Karte fragt mein Begleiter, ob es darüber hinaus Empfehlungen gibt. Es folgt eine kurze Beratung mit dem Patrone, dann steht die Speisenfolge fest. Vorab bekommen wir Bruschetta, die vor allem wegen der wunderbar aromatischen Tomaten ein Lichtblick ist. Dann teilen wir uns eine Vorspeisenplatte mit Vitello tonnato, Caprese und Carpaccio – keine Unmengen, aber alles von ausgezeichneter Qualität und daher mit 19,50 Euro angemessen kalkuliert.

Als Zwischengang kommt für jeden eine kleine Portion Tagliatelle all’amatriciana, hausgemachte Pasta mit einer fruchtig-pikanten Tomatensoße (8 Euro). Die Menge ist gerade richtig, um genug Appetit für die Hauptgerichte zu lassen. Und den brauchen wir, denn der Lammrücken (22,50 Euro), den mein Begleiter bekommt, ist ebenso wie mein Kalbskotelette (21,50 Euro) von opulentem Maß. Beide Fleischsorten sind perfekt rosa gebraten, dazu bekommen wir eine Platte mit Kartoffeln und knackigem, leicht angebratenen Mischgemüse. Noch besser passt aber das saftig-knusprige Weißbrot dazu, mit dem ich die Salbeibutter von meinem Teller tupfe. Zu alldem macht sich der vom Chef empfohlene Poggio Varano vom Weingut Cornaccia sehr gut, ein rassiger Rotwein aus Montepulciano- und Sangiovesetrauben (28 Euro), der im Lauf des Abends immer besser wird.

Etwas enttäuschend gerät dann das Dessert. Da wir beide im Grunde pappsatt sind, steht uns der Sinn weder nach Panna cotta noch nach Tiramisu. Unseren Wunsch nach etwas Leichtem, Frischen erfüllt man bereitwillig mit einer Kugel Vanilleeis und Erdbeeren, die erstaunlicherweise wirklich nach Erdbeeren und nicht, wie im Januar zu erwarten, nach wässrigen Radieschen schmecken. Für diese schlichte Kreation in recht übersichtlicher Menge 10 Euro zu berechnen finden wir dann aber doch ausgesprochen mutig. Wie überhaupt das Bezahlen im „Roma“ ein Abenteuer ist: Die Art, wie der Hausherr auf einem pflastergroßen Zettelchen Zahlen notiert, addiert und schließlich eine Endsumme nennt, ist ebenso legendär wie undurchsichtig. Bezahlt wird dann bitte schön in bar, Kartenzahlung ist nicht möglich. Dafür bietet Venturini aber ungefragt eine „richtige“ Rechnung an, falls jemand mit der kultigen Zettelminiatur Probleme hat.

Aber eigentlich sind die meisten Kunden sowieso Stammgäste, wie wir bei einem Mittagsbesuch feststellen. Von einer Ausnahme abgesehen bin ich die einzige Frau im Raum, außer uns sind fast durchweg Herren mittleren oder fortgeschrittenen Alters anwesend, denen man ihren Erfolg durchaus ansieht. Und natürlich kennt man sich, was dazu führt, dass der Chef gemütlich bei Stammgästen am Tisch sitzt und recht lässig mit seinen Pflichten gegenüber anderen Besuchern umgeht.

Wir stellen alsbald fest, dass es keine ausgewiesenen Mittagsgerichte gibt, also wählen wir aus der normalen Karte. Mein Begleiter entscheidet sich für einen Rucolasalat mit Parmesan (7,50 Euro) und danach eine Pizza Cappriciosa (9,50 Euro). Für mich soll es eine kleine Portion Caprese sein (9,50 Euro) und danach Tagliatelle mit Lachs (11,50 Euro). Nach der erneut sehr guten Bruschetta kommen ein üppiger Salat und einwandfreie Tomaten mit Mozzarella. Auch die angenehm mittelgroße Pizza meines Mittesters ist rundum gelungen, mit zugleich knusprigem und saftigem Teig und äußerst appetitlich mit Schinken, Artischocken und Muscheln belegt.

Meine Pasta jedoch entpuppt sich als Reinfall. Zwar sind die grünen Bandnudeln sehr gut, aber sie schwimmen in einer extrem flüssigen Sahnesauce, bei der weder Aroma noch Konsistenz von Sorgfalt bei der Zubereitung zeugen. Die feinen Lachsstreifen sind frisch und schmackhaft, retten die Sache aber auch nicht mehr. Angesichts des nur halbleeren Tellers rät der Gastgeber, beim nächsten Mal lieber Pasta ohne Sahnesauce zu nehmen. Gute Idee, denn die gehört wahrlich nicht zu den Highlights der ansonsten schlicht guten „Roma“-Kochkunst.

Das Restaurant „Roma” in der Calenberger Neustadt im Branchenführer

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