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Deutsche Küche

Saisonal regional - das „Hennies“ in Altwarmbüchen


Solide und gelungene Küche - diese Beschreibung trifft auf die deutschen und regionalen Speisen im Hotel-Restaurant „Hennies“ vollends zu.
Guten Appetit: Jacqueline Schuhen serviert im Altwarmbüchener „Hennies“ allerlei Leckereien.

Guten Appetit: Jacqueline Schuhen serviert im Altwarmbüchener „Hennies“ allerlei Leckereien.

© Surrey

Altwarmbüchen. Es ist noch gar nicht so lange her, da war Altwarmbüchen eine gastronomische Wüste. Wer auswärts essen gehen wollte, war auf eine einzige Oase angewiesen: auf das Hotel „Hennies“ mit seinem Restaurant. Im Familienbesitz befindlich, hielt es dort seit 200 Jahren die Stellung. Gastronomisch hat sich in Altwarmbüchen mittlerweile einiges getan – und „Hennies“ ist natürlich immer noch dabei. Aber auch hier ist inzwischen alles größer und schöner geworden, und ein Fachwerkhaus auf der anderen Seite der Hannoverschen Straße für größere Gesellschaften ist noch dazugekommen. Der Gastraum des Haupthauses mit großer Theke ist mit Holz ausgestattet, man sitzt hier recht gemütlich.

Die Küche ist bei „Hennies“ vornehmlich deutsch ausgerichtet und weist auch regionale Bezüge auf. Bei unserem ersten Besuch teilen wir uns zu dritt ein Rindercarpaccio (8 Euro) und ein Lachscarpaccio – das wiederum ist natürlich nicht so recht deutsch. Das Fleisch zergeht fast auf der Zunge. Gut, dass mit dem darübergehobelten Käse sparsam umgegangen wird, auf den Balsamico dazu könnte ich allerdings verzichten. Das Forellenfilet in Bärlauchbutter (13,50 Euro) ist gut, wegen dieser Kräuterbutter aber etwas fettig. Die Brust von der Barbarie-Ente (14,50 Euro) ist ebenso zart wie das Rindercarpaccio, die Soße jedoch einen Tick zu salzig geraten. Der Rotkohl dazu ist, wie leider oft üblich, zu weich. Über die Taubenbrüstchen (15 Euro) freuen wir uns besonders, die bekommt man nicht alle Tage. Auch hier ist das Fleisch auf den Punkt gebraten, doch mit Sauerkraut würde ich Taube nicht unbedingt kombinieren – die Geschmäcker passen nicht so recht zueinander.

Bei unserem zweiten Besuch probiere ich eine klare Ochsenschwanzsuppe mit Einlage (3 Euro), die ausgezeichnet abgeschmeckt ist. Meine Mitesserin entscheidet sich für Grünkohl mit Kasseler und Bregenwurst (10 Euro) – es ist ja gerade die Jahreszeit dafür. Abgesehen davon, dass der Kohl etwas sorglos gezupft ist, sodass sich noch harte Stängel darin befinden, ist sie mit ihrer Wahl zufrieden: Der Grünkohl schmeckt ausgezeichnet, das Kasseler ist noch schmackhaft saftig geblieben. Zufrieden bin ich auch mit meinem Niedersachsenteller (11 Euro): Darauf ist ein leichtes Wildhacksteak mit Kartoffelkroketten, Champignons und dieses Mal nicht zu weichem Rotkohl zu finden. Eine gelungene, geerdete Mischung.

Auch mit den Nachspeisen machen wir bei „Hennies“ gute Erfahrungen: Spekulatius-Mousse (3 Euro) und Zimteisstern (3 Euro) finden den Weg zu unserem Tisch, eine schön winterliche Nascherei. Und wer danach noch einen Absacker haben möchte, dem sei der Haustrunk Marillenbrand (2,50 Euro) empfohlen – zum Abschluss eines auf die Region ausgerichteten kulinarischen Abends.

Das Hotel-Restaurant „Hennies“ im HAZ-Branchenführer.

Ekkehard Böhm

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