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Shafira

Tunesische Küche Shafira

Das „Sempre Caryba“ in Hannover-Mitte heißt nun „Shafira“ und bietet statt italienischer tunesische Küche. Das Restaurant ist ein sanfter Botschafter seines Landes und eine Bereicherung.

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Shafira Machergui serviert tunesische Spezialitäten.

Quelle: Michael Thomas

Hannover-Mitte. Ihr Beschluss stand Monate vorher fest. Und natürlich konnte auch Shafira Machergui nicht ahnen, dass die Menschen in ihrem Heimatland ausgerechnet jetzt aufbegehren würden. Aber es ist schon ein hübscher Zufall, dass die Eröffnung ihres tunesischen Restaurants nun genau in die Zeit der Veränderungen in Tunesien fällt. Schließlich handeln beide Geschichten auch vom Aufbruch.

Shafira Machergui war gerade mal 23 Jahre alt, als sie 2003 gegenüber der Markthalle ihr erstes Restaurant eröffnete. Dass sie sich damals noch für die italienische Küche entschied, war auch eine Frage fehlenden Mutes: Pizza und Pasta schienen ihr die sicherere Wahl. Inzwischen jedoch ist sie 30, und ihr gastronomisches Selbstbewusstsein ist gewachsen: „Jetzt schaffe ich auch tunesisch“, beschloss sie im Sommer.

So steht seit Beginn des Jahres auf dem Schild in der Karmarschstraße statt „Sempre Caryba“ nun „Shafira“, und auch im Inneren hat Frau Machergui gründlich umgestaltet. Einen Großteil der Einrichtung hat sie in Tunesien ausgesucht oder eigens anfertigen und nach Hannover bringen lassen. Wasserpfeifen auf den Tischen, mächtige Vasen im Raum und sonnabends sogar Bauchtanz: Der Besucher sitzt in einem Stück Tunesien, während er durch die Fenster auf die Markthalle schaut – eine Kombination zweier Welten.

So viel Wert das „Shafira“ bei der Einrichtung auf Originalität legt – beim Essen zeigt sich Walid, der Koch, als Diplomat. Wer hier nicht ausdrücklich um Schärfe bittet (eine Möglichkeit, von der uns die Chefin erst nach unserem zweiten Besuch berichtete), erhält eine sanfte Einführung in die nordafrikanische Küche, Chili oder Kumin steuern hier nur gelegentliche Akzente bei – die man aber auch überhaupt nicht vermisst, so lange die Qualität und Balance der Zutaten stimmt.

Eine wirkliche Attraktion sind zum Beispiel die verschiedenen Arten von Teigtaschen: Bei den Gemüsetaschen (4,90 Euro) umhüllt ein knuspriger dünner Brikteig eine zarte Füllung aus Gemüse, Ei, Kartoffeln, Mozzarella und Petersilie. Bei den drei „Halbmonden“ (7,90 Euro), unserer zweiten Vorspeise, ist die Variante mit Steinbeißer und Garnelen noch vor der Lamm-Pinienkern- und der Gemüse-Ziegenkäse-Füllung unser Favorit.

Die wunderbar zarte Milchlammkeule (15,90 Euro) hat in der Thymiansauce einen Begleiter, der passend ergänzt statt zu dominieren. Beim Meeresfrüchtecouscous (15,90 Euro) geizt der Koch nicht mit frischen Muscheln und Calamares, das Couscous selbst durchzieht ein sanfter Gemüsegeschmack. Die Dattel-Vanilleeiscreme (5,90 Euro) ist dann ein dezent orientalischer Abschluss: von kandierten Mandeln umhüllt, mit Honigmelonenlikör abgeschmeckt und dennoch eher von einer angenehmen, leichten Süße.

Gelegentlich merkt man dem „Shafira“ noch an, dass es aus Richtung Norden auf Tunesien zusteuert: Die gebratene Beilage aus vor allem Kartoffeln, Paprika und Zucchini würde auch einem italienischen Restaurant zur Ehre gereichen. Andererseits haben sich die mediterranen Küchen ja eben auch häufig beeinflusst – zu merken zum Beispiel an den Thunfischtäschchen mit Mozzarella und Ei in einer sehr gelungenen kraftvollen Zitronen-Buttersauce (8,90 Euro), unserem Hauptgericht beim Zweitbesuch, die wie ein robusterer Verwandter der Ravioli wirken.

Auch der Wein, zum Beispiel der harmonische Merlot (0,2 Liter 4,20 Euro), stammt derzeit noch aus Italien. Shafira Machergui ist aber nach eigenen Worten schon auf der Suche nach tunesischen Lieferanten – ein gutes Vorhaben. Wenn man dem schon jetzt sehr guten „Shafira“ etwas wünschen kann, dann den Mut, dass es sich noch konsequenter auf seine tunesischen Wurzeln besinnt.

  • Preiskategorie: moderat

Das tunesische Restaurant „Shafira“ in Hannover-Mitte im Branchenführer

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