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So lecker sind die Tapas im El Torero

Kostprobe So lecker sind die Tapas im El Torero

Im El Torero zeigt ein Grieche, dass er das Einmaleins der spanischen Küche (fast) fehlerfrei beherrscht. Ein Besuch.

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¡Hola, Harenberg! Bei Chef Antonios Markakis und im Serviceteam des El Torero wird bevorzugt Spanisch gesprochen. Das verstärkt das Urlaubsgefühl knapp außerhalb der Stadtgrenze in Hannovers Westen.

Quelle: Eberstein

Hannover . Ein Restaurant in einem 1800-Einwohner-Ort, bei dem eine Tischreservierung notwendig ist? Es soll ein Geheimtipp sein, sagt ein Bekannter aus Garbsen. Das will ich mit meinem Begleiter ausprobieren, zumal wir nach den kulinarischen Genüssen diverser Mallorca-Aufenthalte Fans der spanischen Küche geworden sind. Also auf ins El Torero nach Harenberg.

El Torero

Harenberger Meile 51
30926 Seelze
Telefon: (0 51 37) 9 81 86 70
www.eltorero-hannover.de
Geöffnet: Mo. bis Sa.
17 bis 23 Uhr
So. und Feiertag 11 bis 15
und 17 bis 23 Uhr
Preiskategorie: moderat

Das mit der Reservierung probieren wir an einem Sonnabend um halb sechs ganz spontan. Ja, für 18 Uhr wäre noch ein Tisch für zwei frei, wir müssten aber bis halb acht fertig sein, heißt es am anderen Ende. Kein Problem, wenn die Küche das schafft. Wir haben Hunger und können schnell essen. Nach kurzer Anfahrt und problemloser Parkplatzsuche (das kann zu anderen Uhrzeiten auch mal schwierig werden) erwartet uns ein von außen nüchtern wirkendes Eckhaus an der Hauptstraße. Zwei kleine Außenterrassen lassen hoffen – allein, das Wetter ist diesmal noch zu kalt dafür. 

Wir werden von einer jungen Frau freundlich empfangen und zu einem kleinen Tisch gebracht – viele Gäste sind noch nicht da. Die Inneneinrichtung vermittelt rustikale Wohlfühlatmosphäre, hier steht ein kleiner Stier, da hängt Deko an der Wand. Es wirkt freundlich und heimelig. Ob das typisch spanisch ist, wage ich nicht zu beurteilen. Die Musik ist es nicht.

Die Kellnerin erleichtert uns die Auswahl, indem sie den Gruß aus der Küche mit Aioli (viel Knoblauch), leckeren Oliven und Weißbrot samt den bestellten alkoholfreien Getränken bringt. Danach bestellen wir gemischte warme Tapas (8,90 Euro), bitten aber darum, die Platte für Vegetarier anzupassen. Zudem gönnen wir uns Artischocken (3,50 Euro) und Champignons in Knoblauchsoße (4,60 Euro). Keine zehn Minuten später stehen drei große Teller auf dem Tisch. Alle Gerichte sind ansprechend angerichtet und dekoriert. Der Tapasteller kommt mit reichlich Patatas fritas (leider etwas zu weich), Gambas, frittierten Sardellen und Tintenfischringen, gegrilltem Oktopus und einigem mehr.

Preiskategorien

günstig (Hauptgerichte bis 10 Euro),
moderat (bis 15 Euro), gehoben (um 20 Euro)
Alle Kostproben auf
haz.li/kostprobe

Die Artischocken sind zwar sehr kalt und mit wirklich vielen Zwiebeln angerichtet, schmecken dennoch gut. Die Champignons sind reichlich und schwimmen in leckerer Knoblauchsoße – aufsaugen mit Weißbrot lohnt sich. Der erste Gang hat uns überzeugt, deswegen gehen wir zum Nachschlag über und bestellen frittierte Calamaris (super viel, knusprig in nicht zu viel Panade gebraten, für 4,90 Euro) und Ziegenkäse mit Knoblauch (6,30 Euro). Die zwei Stück, mit Knoblauchbrot und einem üppigen Salat serviert, sind der Höhepunkt des Abends. Zum Dahinschmelzen.

Mit der Rechnung kommt ein kleiner Absacker kostenlos aufs Haus. Chef Antonios Markakis erkundigt sich schließlich, ob es geschmeckt hat, und verabschiedet uns. Allein diese persönliche Geste des gebürtigen Griechen, der das Restaurant seit drei Jahren betreibt – übrigens bis 2001 von seinen Eltern als griechisches Lokal geführt –, veranlasst uns wiederzukommen.

Bei sommerlichem Wetter einige Zeit später ist es so weit. Mit zwei Freunden nehmen wir auf der Terrasse Platz. Sieben Tische, die eine Stunde später alle belegt sind, verstecken sich unter zwei große Sonnenschirmen, Bastmatten halten neugierige Blicke von der Seitenstraße fern. Es kommt sofort Urlaubsfeeling auf.

Das El Torero in Harenberg bietet leckere Tapas und Hauptgerichte mit spanischem Lebensgefühl gratis dazu an.

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Das verschönern wir uns mit Sangria (die nicht auf der Karte steht). Sie wird selbst gemacht mit Äpfeln, Orangen und Zitronen – dauert deshalb etwas, was uns aber freundlich erklärt wird – und schmeckt vorzüglich. Störend im Ein-Liter-Krug (15 Euro) sind lediglich die beiden meterlangen Dekostrohhalme, die stark an Ballermann-Gepflogenheiten erinnern und abgeschafft gehören.

Nach dem Gruß aus der Küche entscheide ich mich diesmal für das einzige vegetarische Hauptgericht. Die Gemüsepfanne mit Tomatensoße und Käse überbacken (9,90 Euro) wird im Tongefäß serviert, ist reichlich und gut gewürzt. Zuvor gibt es einen Salatteller, der offensichtlich obligatorisch für alle Hauptgerichte ist. Mein Bekannter bekommt ein großes Rumpsteak in Pfeffersoße (17,80 Euro) serviert, isst genüsslich und sagt erst einmal kein Wort. Auch die Patatas fritas sind diesmal knusprig. Schließlich bricht er das Schweigen des Genießers und kommentiert knapp: „Auf den Punkt, sehr lecker.“

Die anderen beiden Mittester bestellen Tapas, was den Tisch an die Belastungsgrenze bringt. Der Ziegenkäse mit Knoblauch erweist sich einmal mehr als Highlight, der Ziegenkäse in Bacon gerollt (5,30 Euro) und die Datteln im Speckmantel (4,90 Euro) haben erfreuliche Vorspeisengröße und überzeugen ebenfalls. Frittierte Sardellen und Calamari (je 4,90 Euro) kommen wieder mit Salatbeilage daher und sind dünn paniert.

Die Köche beherrschen die spanische Küche – da sind wir uns einig. Die Servicekräfte – allesamt jung, freundlich, gesprächig – haben fast alle Wurzeln in einem spanischsprachigen Land. Das macht das El Torero authentisch. Und dann ist da ja auch noch Chef Markakis, der zwar Grieche ist, aber in Madrid gelebt und gearbeitet hat. Er ist nicht nur an seinen Gästen interessiert, sondern plaudert auch aus, dass erst kürzlich Bachelor Paul Jahnke bei ihm gegessen hat. So viel zum Geheimtipp.

Mein Fazit

Leckere Tapas und Hauptgerichte mit spanischem Lebensgefühl gratis.

Von Grit Hempelt

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