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So schmeckt der Gaumenschmaus im Radieschen

Kostprobe So schmeckt der Gaumenschmaus im Radieschen

Nicht nur knackiges Gemüse, sondern vor allem deftige Hausmannskost kocht der Chef im Radieschen. Neben gutem Essen in idyllischem Ambiente erwarten die Gäste leider auch teils lange Wartezeiten.

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Koch Michael Schulze präsentiert ein Pfifferlingomelett mit Tomaten und Frühlingszwiebeln. 

Quelle: Von Ditfurth

Hannover. Fangen wir mal von hinten an. Als gegen 22 Uhr die ersten Böller krachen, der Himmel vor uns sich bunt färbt und Goldregen niedergeht, da sind wir doch ganz froh, nicht schon auf dem Heimweg zu sein. Die Aussicht vom Biergarten des Restaurants Radieschen auf das Feuerwerk in Herrenhausen ist nämlich exzellent und beschließt einen Abend im Grünen, der beschaulich, aber auch ärgerlich war. Beschaulich, weil es sich beim Radieschen um das Vereinslokal der Kleingartenkolonie Dornröschen handelt, es idyllisch inmitten der Gärten zwischen Leine und Wilhelm-Busch-Museum liegt und die Pächter die rustikale Atmosphäre einer Vereinsgaststätte erhalten haben – auch wenn sich längst auch außerhalb der Kolonie rumgesprochen hat, dass man dort vernünftig essen kann.

Das Restaurant Radieschen bietet in seinem Biergarten den perfekten Blick auf das Feuerwerk in den Herrenhäuser Gärten und überzeugt auch im Geschmack - nur der Service lässt zu wünschen übrig.

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Ärgerlich war der Abend jedoch, weil wir mehrmals vorübergehend glauben mussten, gar nichts zu essen zu bekommen. Einmal irritierte der Service mit der Aussage, die Küche sei bereits geschlossen – just als wir bestellen wollten. Das stellte sich glücklicherweise als Falschinformation heraus. Wir wurden also unsere Wünsche los, mussten dann allerdings etwa eineinhalb Stunden warten, bis Schnitzel und Co. tatsächlich an unserem Tisch landeten. Eine lange Zeit, die wir nicht nur mit Plaudern verbrachten, sondern auch mit Fußballspielen auf einer nahe gelegenen Wiese und einem Spaziergang an den Gärten vorbei.

Preiskategorien

günstig (Hauptgerichte bis 10 Euro), 
moderat (bis 15 Euro), gehoben (um 20 Euro)

Gutes Essen braucht seine Zeit – soviel Zeit sollte es dann aber doch nicht sein. „Hier kocht der Chef“ steht an der Fassade geschrieben. Kann es sein, dass der Chef in der Küche auf sich allein gestellt ist? Eine Erklärung für die Geduldsprobe bekamen wir nicht. Womöglich hatte es auch damit zu tun, dass der Biergarten richtig voll war und im hinteren Bereich eine Gruppe junger Männer es stimmungsmäßig richtig krachen ließ.

Das Restaurant

Radieschen
In der Steintormasch 47, 
30167 Hannover
Telefon: (05 11) 2 15 52 61,
 restaurant-radieschen.de.
Geöffnet: montags und 
dienstags geschlossen,
 sonst 12 bis 21 Uhr.

Barrierefreiheit: 
ebener Zugang
Preiskategorie: moderat     

Das Essen machte durchweg einen frisch zubereiteten Eindruck. Der Salat war knackig, das Schnitzel Wiener Art (10,50 Euro) von der reichhaltigen Schnitzel-Karte war gut paniert, nicht zu dick und nicht zu dünn und wurde von knusprigen Pommes begleitet. Als Beleg für die Frische mag auch gelten, dass die Bachforelle aus dem Harz, die noch auf der Wandtafel angepriesen wurde, bereits aus war. Dann eben doch den „Gaumenschmaus des Hauses“ (16,90 Euro): Drei Schweinefiletmedaillons, Semmelknödel, Pfifferlinge in Rahmsoße und Salat. Ein handfestes, bodenständiges Gericht mit vielen Pilzen und ganz offensichtlich selbst gemachten Knödeln, denen allerdings noch etwas Milch oder Ei oder beides gut getan hätte. Auch das durchaus wohlschmeckend Fleisch hätte gleichwohl etwas saftiger sein können. Ebenfalls hausgemacht ist das sehr gute Himbeereis (4,90 Euro), das mit Vanillesoße und Sahne serviert wird – auch wenn es sich genau genommen eher um Parfait handelte.

An einem Sonntagabend wollen wir wissen, ob die Wartezeiten im Radieschen üblich sind oder doch alles nur ein blöder Zufall war. Und tatsächlich – dieses Mal läuft alles wie am Schnürchen. Wir sind pünktlich zum „Tatort“ wieder zu Hause, haben vorher eine ziemlich schnell servierte und recht solide Kartoffelsuppe mit Pfifferlingen (3,90 Euro), einen guten Lammbraten mit zwei Kartoffelklößen und frischen Speckbohnen (12,50 Euro) sowie ein wahrlich beeindruckendes Pfifferlingsomelett mit Tomaten und Frühlingszwiebeln sowie Gurkensalat (10,90 Euro) und wirklich gutem, scharf-sauer eingelegtem Gemüse gegessen. Da gab es nun wirklich nichts zu mäkeln – auch ganz ohne Feuerwerk.

Mein Fazit: Beim Service bleibt das Feuerwerk aus, das Essen dagegen funkelt. 

Von Ralf Heußinger

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