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So schmeckt es in der Lieblingsbar

HAZ-Kostprobe So schmeckt es in der Lieblingsbar

Die Lieblingsbar in Herrenhausen ist für Überraschungen gut - bei den Drinks für viele positive. Beim Essen fällt die Bilanz dagegen etwas magerer aus, meint HAZ-Feinschmecker Hannes Finkbeiner.

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Chef Mauritz setzt auf selbst kreierte Drinks und empfiehlt krosses Landbrot mit Erbsen-Minz-Pesto, Käse von Schaf und Ziege, Pinienkernen und Olivenöl.

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Die kürzlich eröffnete Lieblingsbar am Herrenhäuser Markt bietet nicht nur eigens kreierte Drinks, sondern auch Snacks und Speisen. Wir haben dort gegessen. Und getrunken.

In der Lieblingsbar in Herrenhausen setzt Chef Mauritz auf selbst kreierte Drinks. 

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Wird in einer Bar nicht nur das übliche Sortiment an Drinks offeriert, sondern werden auch Eigenkreationen angeboten, dann ist eine Bar ein so spannender Spot wie ein neues Restaurant. Einen guten Drink zu entwickeln ist schließlich mindestens so komplex wie ein neues Gericht zu kreieren - zumindest hinsichtlich des kreativen Anspruchs. Mit Spannung blättern wir deswegen durch die Karte der Lieblingsbar und lesen ausgefallene Namen wie Fideles Mädchen, Krasse Kresse oder Specktakel.

Gaumenrauferei

Wir probieren zunächst einen Nordweg (12,20 Euro) mit Aquavit als Basis. Die Anis-Kümmel-Note der Spirituose wurde wirklich großartig eingebunden, in ein Spiel von säuerlichem Zitronensaft, bitterem Angostura sowie süßlicher Feigenmarmelade und süßlichem Wermut. Der Drink ist so rund und wohlschmeckend, dass wir fast schon bekümmert sind, als das leere Glas vor uns steht. Ausgewogen präsentiert sich auch der Blood and Sand (11,10 Euro), in dem schottischer Whisky von Orangensaft, Kirschlikör und süßem Wermut umschmeichelt wird. Danach werden wir mutig und bestellen einen Beer and a Smoke ...

"Tradition trifft Moderne" - das ist das Motto der neu eröffneten "Lieblingsbar" am Herrenhäuser Markt.

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Frage: Was passiert, wenn ein paar kulinarische Raufbolde in einem Glas verrührt werden, darunter Mezcal, Bier, Chili, Pfeffer, Sellerie, Limette und Salz? Antwort: Es gibt Stress am Gaumen. Da raufen sich plötzlich die Aromen und Geschmäcker um die Vorherrschaft, rauchige Noten, scharfe, saure, herbe, salzige und ätherische Nuancen. Bis zum Schluss wissen wir nicht, ob wir diesen Drink für 13,30 Euro lieben oder hassen sollen. Aber das ist auch eigentlich nicht so wichtig. Wir bekamen schließlich, was wir bestellten. Und solche mutigen Kreationen braucht eine selbstbewusste Barkarte - das gehört einfach dazu, das bringt Spannung und Pep in die ganze Sache.

Einen weiteren Pfeiler der Lieblingsbar - die sich mit ihren Öffnungszeiten von vormittags/mittags bis spät in die Nacht als ganztägige Anlaufstelle versteht - bildet das Essen. Es stechen zuallererst die „belegten“ Brote (5,50 bis 7,70 Euro) hervor: Wir probieren ein Landbrot mit Tomaten, Basilikum, Schalotten, Knoblauch und Olivenöl sowie mit Erbsen-Minz-Pesto, Pinienkernen und Schafskäse. Das Gebäck ist von hoher Güte, die Lebensmittel sind frisch und im richtigen Verhältnis zusammengestellt, obwohl wir uns noch ein wenig mehr Feinschliff in der Würzung (Salz, Pfeffer, Zucker) gewünscht hätten.

Das beste Rindfleisch?

Nicht ganz einig sind wir dann allerdings mit Teilen der warmen Gerichte, ganz vorneweg mit dem B&B Burger (11,10 Euro), und das liegt nicht an der Qualität des Gerichts - so absurd des klingt. Das Brötchen liegt schön in der Hand, ist schmackhaft und elastisch, also zerbröckelt nicht zwischen den Fingern, was hin und wieder vorkommt. Die Barbecuesoße ist klasse, auch wenn sie zu üppig aufgetragen wurde und links und rechts heraustropft. Fleisch, rote Paprika und rote Zwiebeln sind in Ordnung - was ist also das Problem? Es ist die Außenkommunikation. Mal wieder.

Info

Lieblingsbar, Herrenhäuser Markt 5, 30419 Hannover

Telefon: (0511) 76 80 91 26

lieblingsbar.de/

Geöffnet: montags bis donnerstags 12 bis 24 Uhr, freitags 12 bis sonnabends 3 Uhr, sonnabends 10 bis sonntags 3 Uhr, sonntags 10 bis 23 Uhr

Auf dem Internetauftritt der Bar ist zu lesen: „Das Fleisch für unseren LieblingsBurger ist das beste, das wir in unserer Stadt finden konnten - unglaublich saftig ...“ und so weiter und so fort. Die Erwartungshaltung schießt bei so einem Statement natürlich in die Höhe, das Ergebnis ist dann entsprechend ernüchternd: Der Geschmack des Fleischs ist gewöhnlich, die Frikadelle ist durchgebraten und dürfte etwas saftiger sein, es wirkt fast, als ob recht mageres Fleisch verwendet wurde. Wenn dem so ist, fehlt natürlich Fettanteil, aber das beste Rindfleisch von Hannover? Hoffentlich nicht.

Die mit Sonnenblumenkernen gespickte Panade des „Schnitzels in Knusperkernmantel“ ist leider nicht knusprig, eher weich (der Ei-anteil scheint zu hoch) und mit Kräutern etwas überwürzt. Das Kalbfleisch ist aber unverschämt zart und saftig. Die Kartoffel sind gut gegart, aber wurden zu stark gepfeffert. Wir verkosten außerdem Rostbratwürstchen, die von ordentlicher Qualität sind, allerdings zu lange gebraten oder längere Zeit warm gehalten wurden, da die Pelle stellenweise sehr trocken ist. Hervorragend sind die dazu bestellten Süßkartoffel-Pommes, der dazu gereichte Ketchup schmeckt wie selbst gemacht.

Schickes Ambiente

Wie bringen wir also diese vielen Eindrücke zum Schluss übereinander? Folgendermaßen: Wir kommen auch ein drittes Mal in die Lieblingsbar - gern sogar! Allerdings eher wegen des legeren, schicken Ambientes, der leckeren, spannenden Drinks und des netten, engagierten Services. Und wenn wir nach dem zweiten Cocktail hungrig werden, dann haben wir überhaupt kein Problem, noch eine Kleinigkeit zu essen. Und vielleicht, vielleicht trauen wir uns dann auch noch einmal an einen Beer and a Smoke ... oder eine andere Gaumenrauferei, die die Lieblingsbar dann für uns bereit hält.

 

Fazit von Hannes Finkbeiner

Fazit: Ganz ordentliche Snacks und handwerklich makellos zubereitete Drinks, deren etwas höherer Preis absolut gerechtfertigt ist.

Ambiente: 7

Service: 8

Drinks: 8

Essen: 6

Gesamt: 7/10 

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