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So schmeckts im Block House

Kostprobe So schmeckts im Block House

Systemgastronomie mit individueller Note. Das Block House am Thielenplatz beweist, dass Restaurants beides haben können, System und Herz.

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Steak mit viel Herz: Geschäftsführerin Sabine Engelke im Block House.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. Individualgastronomie verfügt oft über sehr viel Herz, leider mangelt es an System. Und bei mancher Systemgastronomie ist oft vor lauter System kein Herz zu spüren. Der Besuch im Block House am Thielenplatz zeigt, dass es auch anders geht. Wir werden von zwei Servicemitarbeiterinnen herzlich begrüßt, vor allem unsere dreijährige (an diesem Tag recht eigensinnige) Begleitung: Ist der junge Herr froh, hier zu sein? Nein! Oh, möchte er trotzdem einen Kinderstuhl? Unter keinen Umständen! Lieber eine Sitzerhöhung? Bloß nicht! Können Malsachen das Gemüt besänftigen? Nicht im Traum! Obwohl, Moment, Malsachen? Gut, über dieses Detail lässt sich unter Umständen diskutieren. Und vielleicht doch ein Kinderstuhl dazu? Och, warum eigentlich nicht?

Als die Servicekraft dann noch Nudeln mit Tomatensoße (4,50 Euro) in Aussicht stellt, sind die Wogen endgültig geglättet und wir merken, als wir endlich zur Ruhe kommen und uns dem Menü zuwenden, dass unser Test schon längst begonnen hat: toller Auftakt, toller Service, den wir in einer Restaurantkette so nicht erwartet hätten. Gut, zugegeben, Block House ist eine doch recht übersichtliche Restaurantkette, zu der europaweit nur knapp 50 Steakhäuser mit zentralisiertem Management und Fleischerei zählen. Wir sind trotzdem positiv überrascht und durchstöbern gut gelaunt die Speisekarte. Unsere Wahl fällt beim Hauptgericht auf das Rib-Eye Mastercut (29 Euro), das angeblich den „Stolz unserer Fleischer“ repräsentiert.

Systemgastronomie mit individueller Note. Das Block House am Thielenplatz beweist, dass Restaurants beides haben können, System und Herz.

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Zwischen blutig und blau

Und wirklich: Das große Stück Fleisch (350 Gramm) sieht auf dem Teller einfach herrlich aus. Saftig und glänzend, mit dunklem, knusprigem Grillmuster überzogen und viel grobem Pfeffer gewürzt. Der Eigengeschmack ist auch gut, uns stört nur ein wenig das Mundgefühl des Fleischs, das am Gaumen leicht faserig-körnig wird. Zudem ist das Steak nicht wie gewünscht rosa-blutig (medium rare) gebraten, sondern irgendwo zwischen blutig (rare) und blau (raw). Die Beschaffenheit des dicken Rib-Eye, das aus der Hochrippe geschnitten wird und mehr von Fett und Sehnen durchwachsen ist, macht es zwar anspruchsvoller, das Fleischteil auf den Punkt zu garen, aber ein Steakhaus sollte über die entsprechende Technik und Fertigkeit verfügen.

Besser fällt das Rumpsteak (19,40 Euro) aus. Nicht nur Fleischqualität, auch die Zubereitung überzeugt uns: zart, saftig und einwandfrei gebraten. Erwähnenswert sind in diesem Atemzug auch die Beilagen. Kartoffelgratin, Ofenkartoffeln und Knoblauchbrot schmecken sehr gut. Der Blattsalat ist leider stellenweise etwas sandig und wurde offensichtlich nicht ordentlich gewaschen. Bei den Steaksoßen greifen wir mit Genuss zur Sour Creme, der intensive Barbecue-Dip übertüncht nach unserer Meinung zu sehr den guten Fleischgeschmack. Ganz ordentlich sind auch die Salatdressings (American und French), die wie die Steaksoßen nicht nur von der Firmenzentrale im Geschmack designt, sondern auch extern produziert wurden.

Aber noch ein paar Worte zu den Vorspeisen. Nicht zufrieden waren wir nämlich mit dem gratinierten Portobello-Pilz mit Bruschetta (6,30 Euro). Das hat Gründe. Als Portobello wird in der Gastronomie ein handflächengroßer Zuchtchampignon bezeichnet, der durch seinen längeren Wuchs und die geöffneten Lamellen an der Unterseite weitaus kräftiger schmecken soll. In unserem Fall handelt es sich allerdings um drei gewöhnliche Champignonköpfe, die mit dramatisch geschmacklosen Tomatenwürfeln (die übrigens auch die Bruschetta maßgeblich trüben) gefüllt wurden. Dann lieber gute Dosenware. Gewürzt wurden die Zutaten kaum, auch der geschmolzene Käse kann hier wenig ausgleichen.

Wesentlich besser fällt die Zwiebelsuppe (5,50 Euro) aus. Die Brühe ist würzig und rund, die Zwiebeln haben feinen Biss, nur die Käsehaube ist völlig überdimensioniert – wir schaffen gut die Hälfte und trotzdem bleibt am Ende ein golfballgroßes Käseknäuel in der Suppentasse zurück. Vorzüglich schmeckt das Tatar vom Weiderind (7,70 Euro). Hier fällt ebenfalls der gute Fleischgeschmack auf, dann tritt eine überraschend süß-säuerliche Note in den Vordergrund, wahrscheinlich auf Basis von Essig und Invertzucker (eine Mischung aus Trauben- und Fruchtzucker), auf welche die pikanten Elemente (Kapern, Gewürzgurke, rohe Zwiebeln oder Meerrettich) ganz hervorragend aufsetzen.

Löffelgefecht um Schokosoufflé

Zum Abschluss bestellen wir noch ein warmes Schokoladen­soufflé (4,30 Euro) für die Tischmitte, das zwar aufgrund seiner kompakten Konsistenz besser Schokoladentörtchen hieße und auch nicht sonderlich appetitlich (mit Blaubeersoßenklecks und Sahnerosette) angerichtet ist, aber dafür unverschämt schokoladenintensiv ausfällt. So schokoladenintensiv, dass wir das Löffelgefecht mit einem Dreijährigen schnell aufgeben und uns lieber schon einmal mit Feuchttüchern bewaffnen. Als mit der Rechnung dann auch noch Seifenblasen an den Tisch kommen, steht der Rest des Abends endgültig unter einem guten Stern. Nicht nur das Kind hat sich hier wohlgefühlt: die Eltern auch.

Fazit

Ordentliche Steaks, eine schöne Kinderkarte und 
charmanter Service: Uns hat es im Block House trotz kleinerer Makel gefallen.
 Gesamtnote 6 von 10 (Essen 6, Service 8, Ambiente 5)

Block House

Thielenplatz 3, 
30159 Hannover
, Telefon: (05 11) 21 33 56 01, 
Fax: (05 11) 21 33 56 02 
 www.block-house.de
 Öffnungszeiten: 
tägl. 11.30 bis 24 Uhr, Sonntags bis 23 Uhr.

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