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Twie Haus

Deutsche Küche Twie Haus

Mal feinsinnig, mal rustikal: Aus dem Alten Krug in Engelbostel wurde das Restaurant Twiehaus und hat nach seiner Neueröffnung einen gelungenen Neustart hingelegt.

Reesser Straße 1 30855 Langenhagen-Engelbostel 52.447767 9.654128
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An neuer Stätte: Karsten Twiehaus kocht jetzt in Engelbostel.

Quelle: Martin Steiner

Langenhagen-Engelbostel. Da ist er ja wieder. Nun also Engelbostel. Die vergangenen zwei Jahre waren für Karsten Twiehaus recht unruhige Zeiten. Erst die Insolvenz mit seinem „Vitax“ in Sehnde, im Herbst dann, nach nur einem Jahr, der frühe Abschied aus Kirchrode. Bliebe ihm aus hannoverscher Sicht nur zu wünschen, dass er hier, westlich von Langenhagen, nun die Freuden der Sesshaftigkeit entdeckt. Twiehaus’ schöne neue Heimat ist ein 400 Jahre altes Hofensemble: viel Fachwerk, buckliges altes Kopfsteinpflaster zwischen den Gebäuden und mittendrin der „Alte Krug“, ein Gasthaus, in dem Twiehaus nun sein nach ihm benanntes Restaurant betreibt.

Im Inneren ist der „Alte Krug“ eine Dorfwirtschaft der klassischen Art: die Dielen schon etwas abgeschabt, Holzmöbel, Kachelofen, dazu etwas moderne Kunst an den Wänden – ein dezenter Schuss Modernität. Ein uriger, umgänglicher Ort, geeignet für Stammtischrunden wie für Freunde des ausgedehnteren Mahls. Ein Glücksfall. Und dann ist da ja auch noch die von der Abendsonne beschienene Terrasse ... Sushi wäre auf einem alten niedersächsischen Hof allerdings ein kräftiger Kontrast – und so hat Twiehaus seine asiatischen Ambitionen erst mal hintangestellt.

„Regional & Rustikal“ heißt die Abteilung, die die Karte prägt. Dahinter verbirgt sich dann zum Beispiel die tadellose Heidschnuckensülze mit hausgemachter Remoulade und exzellenten Bratkartoffeln (9,50 Euro), die wir bei unserem Erstbesuch wählen.

Allerdings ist er auf dem Lande nun auch nicht zum einfallslosen Nachkocher mutiert, sondern setzt im Bekannten und Bewährten gezielt eigene Akzente. Die üppig bemessene „Terrine vom Obatzten“ (8,50 Euro), unsere Vorspeise, ist eine schaumige Variante des bayerischen Biergarten-Klassikers, die der Chef sehr passend um eine süßlich-pikante Tomatenmarmelade ergänzt. Eine interessante Eigenkreation ist auch der „Strudel von der Leberwurst“ (11,50 Euro): Würzige grobe Wurst in knusprigem Blätterteig mit muskatigem, festen Kartoffel-Selleriepüree, einer intensiv-aromatischen Sauce aus grobem Senf und einem Rote-Bete-Carpaccio am Rand. Das alles ist schnörkellos und erdverbunden, aber dennoch nicht langweilig – ganz wie es sein soll. Als Begleiter passt hier, besser noch als jeder Wein von der ambitionierten kleinen Karte, das milde dunkle Rupp-Bräu (0,3 Liter 2,40 Euro) aus Lauenau.

Es ist aber auch nicht so, dass sich Twiehaus nun gänzlich auf das Rustikale und Regionale beschränken würde. Sein Blick reichte schon immer weit über alle Grenzen – und dass dies immer noch so ist, davon haben wir uns bei unserem Zweitbesuch überzeugt. Einen ersten Beleg liefert da schon der Gruß aus der Küche: ein süßlich-scharfer Mango-Chili-Quark zu einer schön lockeren Ciabatta. Eine schöne Kombination aus mediterraner Küche mit heimischer Beigabe ist der Tomaten-Brot-Salat mit Schafskäse (8 Euro), der seinen Reiz vor allem dem Zusammenspiel des kräftig gerösteten Brotes mit den Fruchtnoten der Tomaten und dem frisch-scharfen hausgemachten Bärlauchpesto verdankt: Hier kommt das doch recht penetrante Kraut einmal zu verdienten Ehren.

Das daumendicke, zarte Rinderrückensteak in einer sanften Schalotten-Rotweinsauce mit Kartoffelgratin und Salat (17,50 Euro) zeugt einmal mehr von Twiehaus’ handwerklichem Können. Von der Tageskarte, auf der er die etwas ambitionierteren Gerichte anbietet, stammt das Zanderfilet mit Antipasti-Gemüse und Letscho-Graupen-Risotto (14,50 Euro). Der Fisch ist außen leicht knusprig und innen saftig-fest. Allerdings erliegt Twiehaus ein wenig der Versuchung, das Gericht zu überladen: Die milde Safran-Sauce und eine Balsamico-Reduktion sind angemessen zurückhaltende Begleiter; das scharf-dominante Bärlauch-Pesto stört hier jedoch die Harmonie.

Das dichte, schön schnapsige Schoko-Grappa-Parfait mit einer luftigen, schwarz-weißen Mousse au Chocolat (6 Euro), wiederum von der Tageskarte, ist ein üppiger, runder Abschluss. Zum Stammrepertoire gehören Desserts nicht – was bedauerlich ist, aber auch konsequent. Die Portionen sind so üppig bemessen, dass man es wohl selten bis zum Nachtisch schaffen dürfte. So gehört sich das auf dem Land – und insofern ist Twiehaus schon ganz Teil seiner neuen Heimat.

Das Restaurant „Twie Haus“ in Langenhagen-Engelbostel im Branchenführer der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

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