Auch wenn alle nur von der Krise reden, fühlen wir uns noch lange nicht wie an Bord der „Titanic“. Mag ja sein, dass mancher das Weltuntergangsgefühl prickelnd findet, wir ziehen Glasperlenspiele vor und stoßen an den Feiertagen mit Schaumwein an. Auch wenn wir deutschen Winzersekt und die eine oder andere Variante aus Spanien oder Italien schätzen, darf es aus gegebenem Anlass schon etwas Besonderes sein: Champagner.
Treue Leser diese Kolumne wissen, dass ich ein kleines Faible für das noch junge, aber doch schon angesehene Champagner-Haus Jacob Robert habe, das diverse Auszeichnungen verbuchen konnte. Und weil man nie weiß, was kommt (was leider der „Titanic“-Kapitän nicht bedachte), greifen wir diesmal zum Spitzenprodukt des Hauses: zur Collection Privée, die auch rein äußerlich einiges von sich her macht. Dahinter steckt ein Jahrgangschampagner (2004), auch wenn das nicht ausdrücklich hervorgehoben wird. Aus zwei Drittel Chardonnay und einem Drittel (weiß gepresstem) Pinot Noir entstand ein ausgesprochen „weiniger“ Schaumwein mit typischen Tönen von Brioche oder Trockenobst. Dem eleganten Perlenspiel im Glas entspricht ein Aromentanz auf der Zunge, er ist „brut“, aber nicht knochentrocken. Das ist ein Champagner, der sich mit viel teureren Konkurrenzprodukten messen kann.
Wer es dennoch unkomplizierter und frischer mag, sollte aus dem gleichen Haus den Brut Prestige (100 Prozent Chardonnay) ins Auge fassen. Oder den Brut Rosé, der seit Jahren in meinem Weinkeller seinen Platz hat.
Rainer Wagner
Jacob Robert Collection privée
Preis: 29,95 €
www.champagner-wein.eu.
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