Wenn Weinfreunde und Winzer den neuen Jahrgang gar nicht abwarten können, hat das oft gute Gründe: Der aktuelle Jahrgang war so geraten, dass man auf Besseres hofft. Der Wein ist bereits ausverkauft – oder die Neugier ist groß (was zu Verrenkungen wie den Primeurs und Novellos führen kann).
Das Weinjahr 2010 hat bei den Weißen manche Probleme bereitet, aber wer sie in den Griff bekam, konnte sich freuen. Prompt war Karl Heinz Johners Klassiker, die Cuvée aus Weißem Burgunder und Chardonnay, extrem schnell ausverkauft. Deshalb haben Vater und Sohn Johner sich entschlossen, vom aktuellen Jahrgang 2011 eine erste Tranche abzufüllen, eine zweite Teilabfüllung wird es im Februar zur Fachmesse ProWein geben, doch die Hauptfüllung soll im Juni erfolgen, wenn dann die längere Lagerung auf der Hefe für cremigeren Schmelz sorgt.
Dann ist der badische Tropfen auch noch länger lagerfähig, aber das sollte bei diesem süffigen Wein das geringste Problem sein. Schon die erste Probe gefällt. Ein knappes Drittel des Weins war kurz im Barrique, aber dieser Ton ist ganz dezent. Auch die 14 Prozent Alkohol glaubt man kaum. Dieser spontan (also ohne Reinzuchthefen) vergorene Wein ist feinwürzig, frisch, knochentrocken, aber ausgewogen: jugendlich, nicht halbstark.
Wer es jetzt schon gereifter haben will, kann zu den 2011er-Weinen greifen, die Johner in seinem neuseeländischen Weingut Johner Estates ausreifen ließ: einen sortentypischen Sauvignon Blanc etwa (15 Euro) oder den runden Chardonnay (13 Euro). Für die Neue wie die Alte Welt gilt: Der neue Jahrgang fängt ja gut an!
Rainer Wagner
2011 Weißer Burgunder & Chardonnay
Preis: 16 €
www.johner.de
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