Minimalistischer geht es kaum: Auf dem Etikett steht ganz unten der Name des Winzers (Rainer Wess) und der Rebsorte (Grüner Veltliner). Darüber drei kleine güldene Dreiecke, von denen einer handschriftlich definiert wird: Loibenberg 2010. Die Dreiecke stehen für Berggipfel, von denen der Loibenberg für Rainer Wess eine Hauptrolle spielt. Dort wachsen in einer der wärmsten Lagen der Region die Trauben, aus denen Wess seine Spitzenweine macht, die prompt auch Spitzennoten bekommen.
Für Punktefreaks: Sein Riesling von den Urgesteinsterrassen des Loibenbergs hat von Robert Parkers „Wine Advocate“ 91 Punkte und vom österreichischen „Gault Millau“ 19 von 20 Punkten bekommen. Und der Grüne Veltliner hat es bei Parker (der allerdings in Europa nicht selbst verkostet, sondern seinen Mitarbeiter David Schildknecht vorschickt) gar auf 92 Punkte gebracht. Die deutlich preisgünstigeren Einstiegsweine von Wess wurden vom „Wine Spectator“ ebenfalls hoch benotet.
Dabei ist Wess als Winzer noch eine Nachwuchskraft. Erst 2003 gründete er seine Kellerei. Allerdings hatte er zuvor als Geschäftsführer der Freien Weingärtner Wachau genau gelernt, wo die besten Lagen sind. Der Jahrgang 2010 ist der erste, den Wess in seinem neuen Weinkeller (einem liebevoll renovierten historischen Keller in der Kremser Sandgrube) vinifiziert hat. Der Grüne Veltliner vom Loibenberg ist ein großes Gewächs: die typische pfeffrige Note ist ebenso vorhanden wie ein sanfter Rauchton, der Wein ist mineralisch, komplex und raffiniert. Man sollte ihn nicht zu kalt und am besten aus einem größeren Glas trinken – mit Respekt und voller Lob.
Rainer Wagner
Rainer Wess: Loibenberg Grüner Veltliner 2010
Preis: 20 €
www.weingut-wess.at
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