Während in Hannover die Freunde (oder zumindest die Vereinsverwalter und Museumsgrößen) daran zweifeln, wie populär Wilhelm Busch ist, zeigt ihnen ein portugiesischer Winzer, dass Wilhelm Busch nach wie vor sehr gut ankommt. Für Dirk van der Niepoorts „Fabelhaft“ ist schon seit Jahren Wilhelm Buschs Rabe Hans Huckebein vom Likör (der sein Malheur ist) auf Rotwein umgestiegen. Und für seinen Portwein nutzt Niepoort gleich zwei Wilhelm-Busch-Helden als Werbeträger: Max und Moritz.
Max ist ein Ruby, ein vergleichsweise jugendlicher Port, der gut drei Jahre in großen Holzfässern lagerte. Moritz ist ein Tawny, also ein Verschnitt verschiedener Jahrgänge, der sieben Jahre lang in kleinen alten Eichenfässern reifte. Max ist der fruchtig-frischere, Moritz der komplexere, samtigere und saftigere. Der Ruby Max passt zwar auch zu (Weich-)Käse, kommt aber als Solist besonders gut zur Geltung.
Der kompaktere Tawny Moritz besteht auch neben Eisdessert, Kuchen und Gebäck – und besonders gut neben dunkler Schokolade. Beide sind verträglicher als ihre Namensgeber – zumindest wenn man im Sinn behält, dass 20 Prozent Alkohol (und rund 100 Gramm Restzucker) doch kleinere Portionen angeraten sein lassen. Damit es nicht mit Wilhelm Busch heißt: „Aber wehe, wehe, wehe! Wenn ich auf das Ende sehe!!“
Es gibt Max und Moritz auch einzeln, aber was Busch verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen. „Halbe“ Flaschen passen allerdings zu Lausbuben. Und zu Menschen, die erst einmal ausprobieren wollen, auf was sie sich einlassen. Bei Kindern wäre das nicht so einfach.
Rainer Wagner
Niepoort: Max & Moritz, Je.
Preis: 18 €
www.the-vineyard.de
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