Wo der Kakadu zu Hause ist, nennt man ihn Cockatoo. Von den anderen Papageienarten unterscheidet er sich durch die ausgeprägte Federhaube, die sich bei Erregung weit sträubt. Der Kakadu ist gesellig, aber monogam, er braucht in Gefangenschaft dringend die Aufmerksamkeit der Menschen –, und er kann sehr alt werden. Letzteres ist bei den Weinen von Cockatoo Ridge weder zu erwarten noch anzuraten. Sie sind nämlich gut zu trinken. Und sie müssen nicht noch Jahre lang reifen, ehe sie genießbar sind.
Begonnen hat man bei Cockatoo Ridge vor gut 20 Jahren mit Schaumwein: einem weichen, fast cremigen und süffigen Sekt. Mittlerweile gibt es auch Weiß- und Rotweine. Die aktuelle 2009er Cuvee aus Cabernet Sauvignon (81 Prozent) und Merlot ist bestens geeignet, gängige Vorurteile über muskelprotzende Australier zu widerlegen. Zwar verspricht das Etikett noch einen Alkoholgehalt von 13,5 Prozent (womit dieser Wein noch immer nicht zu den Schwergewichten von Down Under zählen würde), doch der Wert liegt fast einen Prozentpunkt niedriger. Und was wichtiger als Zahlenwerk ist: Man merkt das auch auf der Zunge (und bei der dezenteren Wirkung).
Da drängt sich kein Holzton vorlaut nach vorn, nur ganz dezent melden sich Mokka- und Vanilletöne. Die Schwarzbeerenaromen des Cabernet Sauvignon ergänzen sich sehr schön mit dem Pflaumenton des Merlot. Der puffert mit seiner Weichheit auch die Gerbsäure des Sauvignons effektvoll ab. So ist dieser Rote nicht nur ein solider Partner zu rotem Fleisch, sondern auch ein milder, angenehmer Wein, von dem man (vor allem bei dem Preis) auch ein Glas mehr trinken möchte: Auf Du und Du mit dem Kakadu.
Rainer Wagner
Cockatoo Ridge 2009
Preis: 7,95 €
www.apell.de
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