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Auch im Spätsommer braucht der Rasen intensive Pflege

Garten im Wandel der Jahreszeiten Auch im Spätsommer braucht der Rasen intensive Pflege

Wie Hobbygärtner ihrer geliebten Grünfläche eine Schönheitskur verpassen - das erfahren Sie im Experten-Interview.

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Alles schön grün: Der Rasen braucht Pflege – auch im Spätsommer.

Quelle: pixabay

Hannover. Die warme Jahreszeit geht zur Neige, der Herbst kündigt sich langsam bereits an – für Rasenbesitzer ist der Spätsommer eine arbeitsreiche Zeit. Müssen sie doch dafür Sorge tragen, dass ihr wohltuendes Wiesenstück gestärkt und optimal vorbereitet durch die auslaufende Gartensaison kommt. Das weiß auch Michael Henze, Umweltreferent beim Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in Bad Honnef. Im Interview erklärt der Experte, wie die Rasenpflege im Spätsommer gut gelingt und auf welche „Stolperfallen“ zu achten ist.

Herr Henze, Sie sind Fachmann für korrekte Rasenpflege zu jeder Jahreszeit. Wie beurteilen Sie den diesjährigen Sommer aus Sicht des Rasens?

Eine echte Sommerwetterlage gab es bislang noch nicht. Und betrachtet man die aktuellen Vorhersagen, so liegt die Wahrscheinlichkeit für eine stabiles Sommerhoch im restlichen Verlauf des Monats August nicht gerade gut. Rasen ist der am stärksten belastete, pflegebedürftigste Bereich im Garten. Durch den Regen der vergangenen Wochen kam es vereinzelt sogar zu Ausspülungen. Wenn Rasenflächen längere Zeit unter Wasser stehen, hilft das Belüften der Grasnarbe, um Staunässe zu vermeiden.

Zu einer ordentlichen Pflege gehört auch das Rasenmähen. Wie oft sollte das zurzeit erledigt werden?

Pauschal lässt sich das mit der sogenannten Ein-Wochen-Regelung beantworten. Die ist vor allem für Mai und Juni sehr sinnvoll, weil das Gras dann besonders schnell wächst. Aber auch im August ist ein wiederkehrender Schnitt im Wochenrhythmus ratsam.

Ist dabei eine bestimmte Schnitthöhe einzuhalten?

In der Tat – besonders wenn die Wochenlösung schwer einzuhalten ist. Hat ein Grashalm eine Länge von sechs bis acht Zentimetern erreicht, ist ebenfalls Zeit zu mähen. Es gilt der Grundsatz, um maximal ein Drittel zu kürzen, also auf eine Länge von maximal vier bis fünf Zentimetern. Bei radikalem Rückschnitt wird der Rasen empfindlich und begünstigt das Auftreten von Unkräutern und Krankheiten. Die Klingen des Rasenmähers müssen scharf sein, da sonst die Gräser ausfransen.

Was ist im Spätsommer die größte Herausforderung für Rasenbesitzer?

Wir befinden uns am Ende der Urlaubszeit. Den Rasen gesund zu halten, obwohl man nicht zu Hause ist, ist sicherlich eine Herausforderung. Aber es gibt Hilfsmittel. Mit einer automatischen Bewässerungsanlage und einem Mähroboter lässt sich die Abwesenheit gut managen. Ein Pflegeauftrag an einen ortsansässigen Landschaftsgärtner ist ebenfalls eine Option.

Lohnt Vertikutieren vor dem Herbst?

Wer seinem Rasen etwas Gutes tun möchte, kann selbstverständlich auch im August die Grasnarbe anritzen. Unter Umständen kann das Grün so noch einmal richtig aufatmen. Sinnvoller ist die Behandlung allerdings im Frühjahr und Herbst. Zum Einsatz kommen sollte der Vertikutierer in jedem Fall nur nach dem Mähen und auf trockenen Flächen. Auch sollte der sogenannte Rasenfilz entfernt werden und nicht liegen bleiben.

Von Matthias Klöppel

Bis wann sollte gedüngt werden?

Im Jahresverlauf bieten sich April, Juni und August an. Die drei Monate liegen in der Hauptwachstumsperiode. Eine vierte, kaliumhaltige Düngung im Oktober kann ebenso erwogen werden. Verwendet werden sollte Langzeitdünger. Der gibt seine Nährstoffe kontinuierlich ab. Als Faustregel gilt: Zehn Gramm Stickstoff pro Quadratmeter und Jahr sind ausreichend. Um einheitlich und gleichmäßig zu düngen, kann bei größeren Arealen der Einsatz eines Düngerwagens helfen.

Was sollten Gartenfreunde tun, wenn Teile ihres Rasens durch große Hitze verbrannt sind?

Schnell eingreifen – andernfalls machen sich Unkräuter breit. Als Gegenmaßnahmen haben sich Wässern, Düngen und Mähen bewährt. Wird das zehn Tage lang regelmäßig gemacht, kann es sein, dass sich der Rasen vollständig regeneriert und von Verbrennungen nichts mehr zu sehen ist. Bei kahlen Stellen mit einem Durchmesser ab zehn Zentimetern lohnt sich zudem eine Nachsaat. Dafür empfehlen wir den Gebrauch einer „Regel-Saatgut-Mischung“. Die kostet zwar mehr als andere, garantiert aber eine gute Qualität der Nachsaat.

Was muss beim Bewässern beachtet werden?

Es sollte am besten in den frühen Morgenstunden erfolgen, keineswegs in der Mittagssonne. Der Brennglaseffekt könnte sonst zu Verbrennungen führen. Automatische Gartenberegnungsanlagen sind gut geeignet, die richtige Beregnungszeit und Wassermenge einzustellen. Die Devise lautet: lieber weniger häufig und dafür intensiv wässern. Zehn Liter pro Quadratmeter sind notwendig, damit auch die Wurzeln etwas abbekommen.

Welches Unkraut sollten Rasenbesitzer entfernen, welches kann ruhig wachsen?
Das hängt von den eigenen Vorlieben ab. Manch einer stört sich zum Beispiel nicht an Gänseblümchen oder Löwenzahn. Beseitigt werden sollten hingegen vor allem Hahnenfuß, Melden und Moose. Wenn man seinen Rasen richtig pflegt, ist dies die beste Art der Bekämpfung von Unkräutern, Krankheiten und Rasenschädlingen.

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