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Ein Feuerwerk am Ende des Gartenjahres

Bunt und üppig Ein Feuerwerk am Ende des Gartenjahres

Langsam wird der Garten kahler. Aber eine Blume sticht hervor – im besten Fall eines milden Winters noch bis Weihnachten: Die teilweise riesigen, kräftig gefärbten Blüten der Dahlie erleben nun ihren Höhepunkt.

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Mit Dahlien in unterschiedlichen Farben können ganze Beete im Garten bepflanzt werden.

Quelle: pixabay/Alexas_Fotos

Oma hat Dahlien im Garten. Mama auch. Und wenn sich die Familie zum Kaffeetrinken trifft, steht im Herbst eine Vase mit den hübschen Pompons auf dem Tisch. Kurzum: Dahlien sind für viele Hobbygärtner nicht nur ein Klassiker im Beet, sondern eine Tradition. Für Gabriele Kleuvers, Leiterin des Britzer Gartens in Berlin und Verantwortliche der Dahlienschau, ist die Dahlienblüte ein besonderer Höhepunkt im Gartenjahr: „Im Frühling sprießt und grünt alles, im Sommer lässt das Wachstum schon eher nach.“ Aber fast im Übergang zum Herbst, wenn die Natur sich endgültig auf dem Rückzug befindet, kommen die Dahlien hervor, und das mit besonders farbenfrohen Blüten – „Dahlienfeuer“ nennt das Kleuvers.

Vielfältige Blütenformen

Die ersten Dahlien auf europäischem Boden erblühten um 1790. In ihrer Heimat Mexiko wurden sie schon vor der Ankunft der Europäer als Zierpflanzen genutzt, erklärt der Naturschutzbund Deutschland. Geschätzt gibt es weltweit 20.000 bis 30.000 Dahliensorten – aber viele waren und sind nur eine Zeitlang in Züchtung und verschwinden dann wieder für neue. „Es gibt viele Strohfeuer“, sagt Wolfgang Ritschel, Leitender Mitarbeiter im Dahlien-Zentrum Bad Köstritz. „Gerade im 19. Jahrhundert wurde die Zahl hier stark reduziert.“ Dahlien haben vielfältige Blütenformen, manche zeigen pomponartige Blütenbälle, andere gerollte Blütenblätter.

Florale Sonnenanbeter

Allen Dahlien gemein ist ihr hoher Bedarf an Licht und Wärme – das ist nötig, um in kurzer Zeit viel Blattmasse und viele Blüten zu bilden, erklärt Kleuvers. Sie rät, dass der Standort im überwiegenden Teil der Tageszeit in der Sonne liegen sollte. Vor allem muss der Hobbygärtner bei der Standortwahl darauf achten, dass die Pflanzen nicht Staunässe ausgesetzt sind, das würde zu Deformationen der Knollengebilde führen, was wiederum Wachstum und Blühfreude beeinflussen kann.

Staunässe vertragen viele Pflanzen nicht. Bei Dahlien ist dies aber auch evolutionär bedingt: Sie wachsen in ihrer natürlichen Umgebung in Mexiko in trockener, hügeliger Landschaft mit lockeren Böden, etwa an Vulkanhängen. Wasser fließt dort gut ab. Diese Umgebung machte die Pflanzen robust: Sie brauchen kaum Pflege. Allerdings benötigen größere Dahliensorten stabile Bambusstäbe als Stütze. Kleuvers rät, die Pflanzen mehrmals in der Woche zu kontrollieren und gegebenenfalls die Stäbe nachzujustieren.

Dahlien – auch bei Tieren beliebt

„Wer wenig Zeit hat und nicht mehrfach pro Woche in den Garten kann, sollte eher die kleineren Sorten mit 30 bis 40 Zentimeter Höhe wählen.“ Dahlien sind auch bei Tieren beliebt: „Der größte Feind der Dahlien sind Schnecken“, sagt Kleuvers. „Gerade die jüngeren Pflanzen werden ratzeputz aufgefressen.“ Der beste Tipp der beiden Experten: die Schnecken mit der Hand aufsammeln. Ansonsten leiden die Zierpflanzen nur unter einem weiteren Problem: „Sie sind nicht ganz winterhart“, sagt Ritschel.

Blütenpracht im Herbst

Nicht ganz heißt: Es kann sein, dass einzelne vergessene Knollen im Gartenboden nach einem besonders milden Winter noch austreiben. Der Experte rät aber dringend dazu, alle Knollen im Herbst auszugraben und im Haus überwintern zu lassen. Ritschel selbst macht dies mit seinen Kostbarkeiten vorsorglich spätestens Ende Oktober, um keine Schäden zu riskieren. Der Hobbygärtner kann sich aber Zeit lassen. Denn wenn es bis dahin keine Boden- und tiefen Nachtfröste gibt, kann die Blüte sogar bis Weihnachten dauern. „Bis Mitte Oktober stehen sie sicher in voller Blüte“, sagt Ritschel.

Kraft aus der Knolle

Nach der Welke sollte man erst nur die Blüten abschneiden, so dass das Kraut stehen bleibt. Dieses tankt noch einmal Kraft und lagert diese in der Knolle ein – „das Pfand für das nächste Frühjahr“, so Ritschel. Wenn der erste Frost einsetzt oder gar die Wiese weiß vom Reif ist, wird das Kraut auf einen Schlag welk und braun sein. Das ist das Signal an den Gärtner: Spätestens jetzt sind die Knollen schnell auszugraben, die lockere Erde abzuschütteln und sie trocken einzulagern. Wichtig ist: Tiefe Nachtfröste und gar Bodenfröste dürfen die Knollen nicht erleben. In die Erde zurück kommen die Knollen erst im Frühjahr, wenn die letzten Fröste wieder weg sind. Das ist in Deutschland in der Regel spätestens Mitte Mai nach den Eisheiligen der Fall. Ritschel rät, bei langfristigen guten Prognosen die Dahlien optimalerweise schon ab Mitte April einzugraben. „Mitte Mai sollten dann kräftige Jungpflanzen stehen.“

Im Grunde können Dahlienknollen im Kreislauf von Ein- und Ausgraben ewig bestehen – aber das schafft nur wirklich gute Ware, die intensiv umsorgt wird. Ritschel empfiehlt Hobbygärtnern, die ihre Pflanzen ein paar Jahre lang genießen wollen, auf Massenware zu Cent-Preisen pro Stück zu verzichten. Gute Qualität erkennt man auch am Preis: „Ab drei Euro beginnt die Preisspanne für solche Dahlien.“

Von Simone Andrea Mayer

Dahlien für die Vase schneiden

Foto: Ein schöner Schmuck für die Vase, der auch der Pflanze guttut.

Ein schöner Schmuck für die Vase, der auch der Pflanze guttut.

Quelle: istock

Dahlien abzuschneiden ist wie eine Frischzellenkur für die ganze Pflanze: „Je üppiger man das macht, umso mehr erblühen sie“, erklärt Gabriele Kleuvers vom Britzer Garten in Berlin. Denn mit den Blüten nimmt man der Pflanze auch ihre Samen weg – und das heißt für die Dahlie: neue Blüten bilden, um neue Samen zu bilden und sich fortpflanzen zu können. Wer Dahlien für die Blumenvase abschneidet, sollte Triebe mit Knospen nehmen. Für diese gibt es kaum etwas zu beachten. Kleuvers rät, die Stielenden schräg anzuschneiden und einfach in frisches Wasser mit Blumenfrisch zu geben.

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