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Scherben gegen nasse Füße

Garten Scherben gegen nasse Füße

Zu viel Regen lässt die Blätter faulen, vor allem Topfpflanzen leiden jetzt – da hilft nur eine gute Ablaufmöglichkeit fürs Wasser - wenn man weiß, wie eine Drainage funktioniert.

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Schon vor dem Pflanzen das richtige Gefäß wählen – ein Balkonkasten mit Zwischenboden kann Staunässe verhindern. 

Quelle: Fotolia

Wenn Thymian, Geranien und Co. trotz genügend Wasser braun werden, dann war es wahrscheinlich zu viel des Guten. Im aktuellen Sommer passiert das häufiger als gedacht – vor allem, weil es immer wieder stark regnet. Doch auch bei starker Sonneneinstrahlung können die oberen Schichten im Topf trocken sein, während das Wurzelwerk eigentlich noch mehr als genug Feuchtigkeit um sich hat.

Beim Gießen gilt deshalb: ruhig vorher einen Finger tief in die Erde stecken. Feuchte Erde müssen Sie wirklich niemals gießen. Auch ein ungewöhnlich schwerer Topf ist vermutlich einfach noch mit Wasser voll. Viele Pflanzen dürfen auch mal die Blätter hängen lassen, ohne dass die Trockenheit ihnen schadet. Ein bisschen zu wenig Wasser ist auf jeden Fall besser als viel zu viel davon. Kann das Wasser nicht ablaufen, verfaulen die Wurzeln. Die Pflanze verhungert.

Die High-Tech-Variante

Eine Drainage im Blumenkübel kann diesen Effekt verhindern. Die einfachste Variante gibt es im Baumarkt zu kaufen. Vor allem bei Balkonkästen lohnt sich die Investition in den Staunässe-Schutz. In der Regel besteht er aus einer Zwischenetage aus Plastik und wird in den Kasten eingesetzt. Manche haben noch einen Messstab für den Wasserstand dabei. Nach etwa zwei Wochen ragen die Wurzeln der Topfpflanzen nach unten ins Wasser. Dann müssen die Pflanzen nicht einmal mehr direkt über die Erde gegossen werden – die Schale gut zu füllen, reicht vollkommen.

Bei allen anderen Varianten sollte über der Drainage-Schicht noch ein durchlässiges Vlies liegen. Ansonsten sammeln sich schnell Erde und Sand am Boden des Topfes und die Entwässerungswirkung ist dahin. Trotz Vlies kann das nach drei, vier Jahren schon mal passieren. Beim Umtopfen säubere ich die Drainage deshalb, meistens spendiere ich der neuen Pflanze auch ein neues Vlies.

Foto: Manche Gärtner vermengen Erde mit Ton. Kleine Tontöpfe können kopfüber als Drainage in Kübel gestellt werden.

Manche Gärtner vermengen Erde mit Ton. Kleine Tontöpfe können kopfüber als Drainage in Kübel gestellt werden.  

Quelle: Fotolia

Tonscherben

Ein Teller mit Sprung, ein aus dem Wohnstil gefallener Blumentopf, eine Tasse ohne Henkel: Wir haben auf den zweiten Blick viel mehr altes Geschirr, als wir eigentlich denken. Nur sofort wegwerfen sollten wir es nicht. Eine Schicht Tonscherben – darüber das bekannte Vlies – funktioniert als Drainage schon mal sehr gut. Etwa drei Zentimeter reichen bei normalen Töpfen. Die Höhe der Schicht richtet sich nach dem Verhältnis von Topföffnung zu Bodenfläche. Ist der Boden deutlich kleiner als die Erdfläche oben, nimmt der Topf sehr viel Wasser auf, das sich dann unten hoch stauen kann. In diesem Fall sollte die Drainage etwas höher ausfallen.

Blähton

Ein nützliches Hilfsmittel ist Ton. Als Blähton werden Tonkügelchen oder Tonstückchen bezeichnet, die beim Brennen kleine Lufteinschlüsse behalten haben. Unter dem Vlies bildet der Ton eine Schicht, in der sich Wasser lagern kann. Vorsichtig: Wer den Topf am Ende des Jahres einfach ausschüttet, der hat den Ton im Komposthaufen. Das Granulat kostet im Baumarkt etwa 50 Cent pro Liter.

Steinchen

Kiesel und kleine Steine sind dagegen für Kübel und Kästen auf dem Balkon kaum geeignet. Denn Steine sind einfach zu schwer. Und außerdem passt weniger Wasser in das Gefäß, wenn der Ablaufbereich schon voll mit Steinen ist – die saugen sich aber nicht mit Wasser voll.

Drainage-Beutel

„Easy Drain” oder das „Flowerpad” sind kleine Kissen, die unter die Pflanze gelegt werden. Sie saugen das Wasser auf. Das macht weniger Arbeit als Tonscherben, Blähton und Vlies. Für Pflanzen im Haus oder auf einem überdachten Balkon sind die Flowerpads durchaus nützlich. Fällt viel Regen auf den Kübel, hätte ich dennoch meine Zweifel. Gibt es im Internet, manchmal auch in größeren Baumärkten.

Die Bastel-Variante

Wenn es schon fertigen Wasserschutz im Baumarkt gibt, warum nicht einen selbst bauen? Winzige Blumentöpfchen aus Ton auf dem Boden größerer Pflanzkübel geben auch eine gute Drainage ab, da passt dann auch richtig viel Wasser rein. In Internetforen wird auch Styropor diskutiert, außerdem Weinkorken. Geeignet ist eigentlich alles, was nicht selbst fault.

Was, wenn’s passiert ist?

Drei Tage starker Regen können eine Drainage schon mal zum Überlaufen bringen. Manchmal ist sie auch verstopft oder mit kleinen Partikeln vollgelaufen, und mancher Topf auf dem Balkon hat auch einfach keine. Auf jeden Fall muss die Pflanze in so einem Fall erst einmal raus aus ihrem Gefäß. Ich stelle den Ballen zum Beispiel dann auf einen größeren Ton-Untersetzer, damit er in Ruhe trocknen kann. Die meisten Pflanzen erholen sich dann in nur wenigen Tagen wieder.

Von Isabell Prophet

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