Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Zeit für Rosen ohne Dornen

Duftende Blütenpracht Zeit für Rosen ohne Dornen

In manchen Gärten sieht es derzeit fast aus wie im Märchen von Dornröschen: Pfingstrosen wachsen um die Wette. Wie fluffige Bäusche Zuckerwatte wirken ihre Blüten. Und genau dafür lieben Gärtner die Gehölze: prächtige Gewächse mit zartem Duft. 

Voriger Artikel
Aus dem Giftschrank in den Garten
Nächster Artikel
Brombeersüßer Sommer

Gemächliches Wachstum: Erst zwei bis drei Jahre nach der Pflanzung bilden Pfingstrosen die ersten Blüten.

Quelle: iStock, Fotolia, pixabay

In China und Japan stehen sie für Reichtum, die christliche Tradition verbindet mit ihnen zudem Heil und Heilung: Pfingstrosen besaßen jahrhundertelang eine hohe Symbolkraft. Heute schätzt man sie vor allem aus optischen Gründen – nämlich für ihre tollen, großen Blüten. Und: „Pfingstrosen sind sehr robust und trotz ihrer kurzen Blütezeit eine unglaubliche Pracht“, sagt Mona Rieger, Leiterin der Fachgruppe Päonien in der Gesellschaft der Staudenfreunde im baden-württembergischen Ettenheim.

Dunkelroter Klassiker ohne Dornen

Doch es gibt unglaublich viele Sorten der Pfingstrose. Was soll man da für den Garten wählen? Die bekannteste Art, die Gemeine Pfingstrose (Paeonia officinalis), gehört zu den Staudenpäonien. Besonders die Züchtung „Rubra plena“ mit gefüllten, tief dunkelroten Blüten gilt als Klassiker. Sie trägt nicht von ungefähr den Beinamen „Rose ohne Dornen“.

Luftiger Boden und halbschattiger Standort

Bei der Auswahl des Standortes von Pfingstrosen könne man sich gut an der dornigen Namensvetterin orientieren, der Rose, sagt Mechtild Ahlers, Fachberaterin der Niedersächsischen Gartenakademie. Beide mögen es sonnig bis maximal halbschattig. Und sie bevorzugen einen eher durchlässigen, humosen Boden, den ihre tiefreichenden Wurzeln gut durchstoßen können. „Staunässe mag eine Pfingstrose gar nicht“, erklärt Ahlers. „Ihre tief in den Boden strebenden Wurzeln ersticken sonst und faulen. Darum ist die Durchlässigkeit des Bodens wichtig.“

Foto: Ideale Wachstumsbedingungen findet die Pfingstrose im Halbschatten.

Ideale Wachstumsbedingungen findet die Pfingstrose im Halbschatten.

Quelle:

Düngen vor und nach der Blütezeit

Bei der Düngung kann man sich auch an den Rosen orientieren. „Rosen werden eher kalibetont gedüngt, das passt auch für die Pfingstrosen gut“, sagt die Fachberaterin. Eine Düngergabe kurz vor und nach der Blüte sei völlig ausreichend. Zu viel davon kann schädlich sein: „Eine hohe Stickstoffgabe in Verbindung mit Feuchtigkeit kann die Pfingstrosen-Botrytis fördern, eine Krankheit, die Blüten und Stängel befallen kann.“

Standorttreue Pflanze

Die Staudenpäonie braucht mindestens einen Quadratmeter zur Entfaltung. Die Pflanze gilt als standorttreu, sie laugt ihren Boden aber auch aus. Das bedeutet für Gärtner: „Pfingstrosen sollten nicht mehr umgesetzt und nicht an einer Stelle gepflanzt werden, an der zuvor schon eine Pfingstrose gestanden hat“, rät Alexandra Berchtenbreiter, Floristin und Trägerin des Titels „Deutsche Blumenfee“ des Zentralverbandes Gartenbau.

Bodendecker als Nachbarn

Auf Wurzeldruck reagieren Pfingstrosen empfindlich. Sie sollten daher in Abstand zu Bäumen oder Sträuchern wachsen. Als Nachbarn im Staudenbeet empfiehlt Berchtenbreiter Lavendel, Rosen und grüne Bodendecker. Das Laub der beliebten Art Paeonia officinalis stirbt übrigens schon vor Ablauf des Sommers ab. Das hinterlässt ein Loch im grünen Beet. Rieger rät daher zur Hybride „Red Charm“. „Sie ist wüchsiger und robuster und behält das Laub länger.“

Geduld wird belohnt

Die richtige Pflege danken Päonien mit ihrer Langlebigkeit. Einige Exemplare sollen an die 300 Jahre alt geworden sein. Aber wer Pfingstrosen im Garten anpflanzt, braucht Geduld. Denn nicht immer belohnt die Pflanze die Anschaffung schon im ersten Jahr. „Eine Blüte zu bilden, kostet die Pfingstrose unheimlich viel Kraft“, sagt Ahlers. „Das kann zwei bis drei Jahre dauern nach der Pflanzung.“ Auch wenn Päonien das ganze Jahr hindurch gepflanzt werden können, empfiehlt sie bei durch Teilung vermehrten Stauden, diese erst im Herbst zu setzen. Der Wurzelstock mit den kleinen Wachstumsknoten sollte generell nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche liegen. „Ansonsten wird die Pfingstrose nicht blühen.“

Duftender Strauß fürs Heim

Pfingstrosen machen sich auch gut als Schnittblumen in der Vase. Die Blüten halten lange, wenn der Stiel lang bleibt und schräg angeschnitten wird. Das Wasser wird besser täglich gewechselt. Über Nacht müssen die Sträuße aber nicht kühl gestellt werden. „So können sich die Blüten voll entfalten“, sagt die Floristin Alexandra Berchtenbreiter. Sie kombiniert die pomponartigen Blüten der Staudenpäonie am liebsten mit Bartnelken und Schleierkraut. Verspielter wirken sie mit einem Heidelbeerzweig und Galaxblättern in einem mit Spitzenband verzierten Marmeladenglas.

Die Alternativen zur Stauden-Pfingstrose

Die 32 Arten der Gattung Paeonia lassen sich in drei Gruppen unterteilen: Neben den beliebten Stauden-Pfingstrosen gibt es noch die Strauch- und Intersektionellen Pfingstrosen. Welche Vorteile haben die beiden Alternativen?

Intersektionelle Pfingstrosen sind moderne Züchtungen, die durch Kreuzung der beiden anderen hervorgegangen sind. Sie vereinen das Beste von ihnen. „Intersektionelle Pfingstrosen sind sehr wüchsig und robust“, sagt Mona Rieger, Leiterin der Fachgruppe Päonien in der Gesellschaft der Staudenfreunde. „Sie sind standfester als Stauden, verholzen aber nicht so sehr wie die Strauchpäonien.“ Die Expertin sagt: „Wer ungewöhnliche Pflanzen und ausgefallene Blüten mag, wird hier auf jeden Fall fündig.“

Strauch-Pfingstrosen: Zunehmend bieten die Gärtnereien auch Stauden dieser Gruppe an. Diese Päonien geben sich auch mit kargeren Böden zufrieden und können Trockenheit ertragen. Obwohl sie die Sonne lieben, sollten sie besser an Standorten ohne Morgensonne gepflanzt werden. Und sie sind nicht unempfindlich: „Da sie zu Jahresbeginn früh austreiben, leidet der Neutrieb, wenn es noch einmal Frost gibt“, erklärt Rieger. Die Gehölze können mehrere Meter hoch werden. Vier Quadratmeter Platz sollten Gärtner ihnen durchaus einräumen. Ein Rückschnitt für kompakteren Wuchs ist aber durchaus möglich.

Von Melanie Öhlenbach

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Garten & Balkon

Was sollten Sie jetzt im Garten tun? Was macht in diesem Monat besonders Spaß? Und was sollten Sie jetzt nicht vergessen? Tipps für Garten und Balkon jeden Monat neu.

Wie kann ich meinen Garten winterfest machen? Und was muss man beim Rosenschnitt beachten? Zum Thema Grün gibt es unzählige Fragen. Ab sofort können Sie uns Ihre Fragen rund um das Thema Garten und Balkon schicken. Die HAZ-Redaktion wird sie ausgewählten Experten stellen. Eine Auswahl der Antworten veröffentlichen wir regelmäßig auf Ihrer Ratgeberseite „Im Grünen“. Natürlich ist dieser Service für Sie kostenlos.

Das lässt sich jetzt ziehen

Radieschen, Zucchini und Salat – das lässt sich jetzt schon für den Garten ziehen.

Informieren Sie sich über neue medizinische Studien und lesen Tipps, wie Sie mit wenig Aufwand gesund leben.