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Nichts wie raus auf den Balkon!

Start für Balkonien Nichts wie raus auf den Balkon!

Nun ist die Zeit, um Kästen und Kübel auf Balkon und Fensterbank zu bepflanzen. Gartenautorin Mascha Schacht erklärt, warum auch Pflanzen einen Sonnenbrand bekommen und welche natürlichen Mittel gegen Schädlinge helfen.

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Studentenblumen (Tagetes) gelten als pflegeleicht und besonders als Balkonpflanzen geeignet. Es gibt sie in Gelb- und Orangetönen.

Quelle: Fotolia

Zur Person

Mascha Schacht ist Diplom-Ingenieurin für Gartenbau und schreibt seit 2007 für verschiedene Gartenzeitschriften. Schacht hat an der Burda-Journalistenschule volontiert mit „Mein schöner Garten“ als Stammredaktion. Sie hat mehrere Ratgeber zum Thema Garten veröffentlicht.

Endlich wird es wärmer. Aber kann ich  denn schon jetzt meinen Balkon bepflanzen?

Mit Frühblühern kann man bereits starten. Wer bei empfindlicheren Pflanzen sichergehen will, dass kein unerwarteter Kälteeinbruch mehr kommt, wartet bis nach den Eisheiligen. Die liegen temperaturtechnisch gesehen später als die kalendarischen, nämlich vom 23. bis 27. Mai – das geht auf die gregorianische Kalenderreform zurück. Auf einem geschützten Balkon in einer wärmeren Großstadt darf man aber ruhig mal mutig sein.

Und wenn plötzlich doch noch Frost kommt?

Dann sollten die Pflanzen reingebracht oder mit einem leichten Vlies zugedeckt werden. Aber keine Panik, nahe der Hauswand überstehen die meisten Pflanzen auch mal leichten Frost.

Kann ich die Erde vom vergangenen Jahr verwenden?

Das ist kein Problem, solange die Vorjahrespflanzen keine Krankheiten hatten. Da die alte Erde ausgelaugt ist, sollte zusätzlich Langzeitdünger oder Kompost eingearbeitet werden. Bei neuer Erde ist das nicht nötig.

Foto: Frühjahrs-Check für den Balkon: Vor dem Bepflanzen sollte man eine Inspektion des Balkons machen, denn der Winter kann Schäden hinterlassen haben.

Frühjahrs-Check für den Balkon: Vor dem Bepflanzen sollte man eine Inspektion des Balkons machen, denn der Winter kann Schäden hinterlassen haben.

Quelle: dpa

Wie oft brauchen die Pflanzen Wasser und Dünger?

Auf dem Balkon muss häufiger als im Garten gegossen werden, denn die Erde trocknet im Topf schneller aus. Im Sommer ist oft tägliches Wässern angesagt, wenn es sehr heiß ist, sogar mehrmals täglich. Je größer der Topf, desto seltener muss ich gießen. Auch Wasserspeicher-Granulat, das man in die Erde einarbeitet, und Pflanzgefäße mit integriertem Wasserspeicher erleichtern die Arbeit. Zum Düngen würde ich entweder Langzeitdünger verwenden, zum Beispiel in Form von Stäbchen, oder einmal pro Woche Flüssigdünger ins Gießwasser geben.

Kann ich auch meine Zimmerpflanzen rausstellen?

Ja, aber sie dürfen auf keinen Fall gleich in die pralle Sonne, sonst können sie einen Sonnenbrand bekommen. Das erkennt man an braunen, vergilbten Flecken auf den Blättern. Wie die menschliche Haut muss sich die Pflanze erst an die Sonne gewöhnen. Also erst einmal in den Halbschatten stellen oder zumindest über die Mittagsstunden abdecken.

Was kann ich gegen Blattläuse tun?

Gegen viele Schädlinge kann man gezielt Nützlinge einsetzen, die man im Fachhandel oder über das Internet bekommt. Das ist unkompliziert, umweltfreundlich und funktioniert im Zimmer, im Gewächshaus und meist auch auf dem Balkon sehr gut. Als mildes Pflanzenschutzmittel gegen Blattläuse helfen Produkte mit Rapsöl oder Kali-Seife.

Welche Pflanzen eignen sich auch für Anfänger?

Für die Sonne Arten mit dickfleischigen Blättern, sie speichern Wasser und halten auch im Sommer gut durch. Daher sind Geranien so beliebt. Aber auch Kübelpflanzen wie der Oleander oder Kräuter wie Thymian oder Lavendel sind pflegeleicht.

Ich habe einen Nordbalkon. Spielt es eigentlich eine Rolle, in welche Himmelsrichtung mein Balkon ausgerichtet ist?

Wenn man die Pflanzen passend zum Standort aussucht, gedeihen sie am besten. Daher schon vor dem Kauf erkundigen, ob eine Pflanze Sonne mag. Auf dem sonnigen Südbalkon kann man aus dem Vollen schöpfen, muss dann aber auch häufiger gießen. Als Sommerblumen empfehle ich Zauberglöckchen, von denen gibt es eine riesige Auswahl, oder Kapkörbchen. Der Schattenbalkon in Richtung Norden ist leichter zu pflegen. Dort findet man zwar nicht so viele bunte Blüten, dafür aber Gewächse mit schönen Blattstrukturen wie Farne oder Funkien.

Welche neuen Trends gibt es in diesem Jahr für Hobbygärtner, die ihren Balkon bepflanzen?

Obst und Gemüse wird nach wie vor sehr gerne angebaut – der Apfelbaum wächst im Topf, Salat im Balkonkasten und Erdbeeren in der Hängeampel. Im Trend ist alles für das „vertikale Gärtnern“, zum Beispiel Pflanztaschen oder ganze Pflanzsysteme für die Hauswand. Viele basteln sich auch Regale aus Europaletten oder einen Fenstergarten aus Wasserflaschen.

Interview: Alessandra Roeder

Neuheiten mit lustigen Namen: Die Balkonpflanzen 2016

Regionale Gärtnereiverbände haben ihre Lieblingspflanzen gekürt. Die Neuheiten haben besondere Eigenschaften und kommen Ende April in den Handel.

TomTato bringt an den Trieben Cherry-Tomaten (Foto links) und in der Erde Kartoffeln hervor. Da die Gemüse zur gleichen Familie der Nachtschattengewächse gehören, können sie zusammengesetzt werden. Das hat die Brandenburger und Berliner Gärtner überzeugt.

Vroni Marathoni ist eine neue Geranie (Foto Mitte), die extrem robust ist. Sie wurde in Baden-Württemberg und Hessen favorisiert. Ihrem Laub kann weder Hitze noch Regen etwas anhaben.

BeeDance Painted Red hat goldgelbe Blütenblätter mit roten Spitzen, die je nach Witterung ihre Farbe ändern. Sie ist eine Sorte der Goldmarie, die bayrische Gärtner gewählt haben.

Bluetiful ist eine Sorte der Blauen Koboldblume (Bild rechts) und der diesjährige Liebling bei den sächsischen Gärtnern. Die Pflanze braucht wenig Pflege. Verblühtes fällt aus oder überwächst sich.

Sternschnuppe heißen zwei Petunien, die es in Rheinland-Pfalz an die Spitze geschafft haben. Das Duo besteht aus den Pflanzen Pink Star und der Violet Star.

Käpt’n Brise kommt auch mit nordisch-rauem Klima und viel Wind zurecht. Der blaue Ziersalbei überzeugte daher Gärtner in Bremen und Niedersachsen.

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