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Asiatische Momente im Gemüsebeet

Garten Asiatische Momente im Gemüsebeet

Für alle Liebhaber der asiatischen Küche: Wasabi, Austernblatt und Ingwer lassen sich auch in unseren Breiten aussäen, pflanzen und ernten. Manche Sorte, wie der Chinakohl, sogar bis in den Winter hinein.

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Japanische Petersilie ist eher violett und hat so gar keine Ähnlichkeit mit dem in Deutschland bekannten Kraut.

Quelle: Klein, Fotolia

Hannover. Ich esse sehr gern asiatisch –  am besten mit viel frischem Gemüse, hübsch angerichtet. Dazu eignen sich zum Beispiel frischer knackiger Pak Choi, würzige Asiasalate und gesalzene Edamame. Auch die feine Schärfe der japanischen Meerrettich-Variante, dem grasgrünen Wasabi, hat es mir angetan.

Deshalb habe ich vor einiger Zeit die Gelegenheit ergriffen und ein ganz neues Beet angelegt: ein asiatisches Gemüsebeet. Dort pflanze ich alle asiatischen Gemüsesorten, die ich gern esse und die in unseren Breitengraden problemlos wachsen. Das sind gar nicht mal so wenige. Im Grunde kann man alle frischen Zutaten, die man für eine anständige vegetarische Ramensuppe braucht, problemlos im eigenen Garten anbauen.

Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Möhren wachsen schon an anderer Stelle im Garten. Japanisch wird die Suppe durch frischen Pak Choi, japanische Petersilie und Ingwer. Die in vielen Rezepten erwünschten Algen ersetze ich durch würzigen Asiasalat. Den brauche ich außerdem für meine Variante der angesagten Inside-out-Rolls. Unentbehrlich ist für mich der scharfe Wasabi, und dann wäre da noch mein Fischersatz, die bei uns noch bisher wenig bekannte Austernblattpflanze.

Die Kohlart Pak Choi darf in der asiatischen Küche nicht fehlen.

Quelle: Klein/Fotolia

Das wächst auf dem Asiabeet

Mein Beet ist 1,20 Meter breit und zwei Meter lang. Außen rum säe ich eine hübsche Einfassung aus asiatischen Pflücksalaten: Green in Snow, Red Giant und Mizuna. Sie wachsen schnell und können mehrmals und bis in den Winter hinein geerntet werden. In der nächsten Reihe, mit 30 Zentimetern Abstand zum Asiasalat, wächst dann der leckere Pak Choi. Für mich unabdingbar für eine gute Ramensuppe. Auch er lässt sich gut aus Saatgut ziehen. Damit ich nicht so lange auf die erste Ernte warten muss, ziehe ich ihn im Februar in Töpfen im Gewächshaus vor.

Sobald die Pflanzen handhoch sind, dürfen sie nach draußen. Drei Wochen später kann man schon die ersten Blätter ernten. Ich ernte am liebsten kleine Köpfe und setze meine Pflanzen daher etwas enger als auf der Saatgutpackung angegeben.

Schutz vor Schnecken und Tauben

In der nächsten Reihe teilen sich die hübsche rotblättrige japanische Petersilie (Cryptotaenia japonica), auch bekannt unter dem Namen Mitsuba, und zwei Austernblattpflanzen den Platz. Ihre Blätter schmecken tatsächlich nach Austern. Allerdings wissen das auch die Schnecken und die Tauben. Gegen die Schnecken hilft nur Absammeln, und vor den Tauben schützen Hauben aus Hasendraht am besten. Austernblatt und Petersilie brauchen rechts und links 20 Zentimeter Abstand bis zur nächsten Reihe.

Austernblatt schmeckt wirklich nach Auster.

Quelle: Klein/Fotolia

Bleibt noch Platz für eine weitere Reihe. Dort sollen eigentlich Sojabohnen wachsen. Aber die sind nicht ganz unkompliziert im Anbau und bräuchten daher wohl ein eigenes Beet. Den restlichen Platz vergebe ich deshalb an eine andere Pflanze: Die Spargelerbse gilt in Asien als Delikatesse und wird in den dortigen Gemüsegärten gerne angebaut. Ich habe eine rot blühende Sorte auf einer Saatgutbörse ertauscht.

Wasabi gehört dazu  

Der unentbehrliche Wasabi wird auf einer Außenstelle des asiatischen Gemüsebeetes gepflanzt. Er mag es, im Gegensatz zu den anderen Pflanzen, gerne schattig und feucht. Wasabi wächst schon seit einiger Zeit in meinem Garten. Allerdings haben ihm die Mäuse im vergangenen Jahr den Garaus gemacht. Wer hätte gedacht, dass die Wühler die feine Schärfe der grünen Wasabiwurzel mögen. Um ihn in Zukunft wieder selbst zu ernten, muss ich ihn wohl in einen schützenden Drahtkorb oder am besten gleich in einen großen Topf pflanzen.

Dort wächst auch der Ingwer am besten. Er ist nicht frostfest und muss im Haus überwintern. Gezogen habe ich ihn aus einem vergessenen Stück Ingwer aus dem Supermarkt. Es hatte in der Plastiktüte bereits ausgetrieben.

Chinakohl - ein perfektes Wintergemüse

Ebenfalls gut im Beet macht sich der Chinakohl: Er lässt sich noch im Spätsommer setzen und versorgt die Küche bis in den November hinein. Wichtig ist, dass man anfangs im Sommer noch viel gießt, im Herbst kann es weniger werden. Darauf weist Isolde Keil-Vierheilig von der Bayerischen Gartenakademie hin.
Außerdem sollten die Pflanzen etwas höher gesetzt werden als üblicherweise. So stehen die Pflanzen eher im Wind, was davor schützt, dass die Blätter im Herbst in Kontakt mit dem feuchten Boden kommen und schimmeln. Wer im Frühjahr das Beet nicht mit einer Grundversorgung Dünger aufgearbeitet hat, sollte nun noch etwas Kompost ausbringen.
Chinakohl verträgt bis zu minus sieben Grad. Allerdings rät die Gartenexpertin, ein Vlies zum Schutz bei ersten wirklich kalten Herbstnächten bereitzuhalten. Bevor dieses über die Pflanzen kommt, sollte der Boden befeuchtet werden.

Von Anja Klein

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