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Die ersten Blüten-Boten des Frühlings

Garten Die ersten Blüten-Boten des Frühlings

Trist sieht es um diese Jahreszeit in vielen Gärten aus. Doch das muss nicht sein: Lenzrosen sorgen schon im Winter für die ersten bunten Blüten.

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Durch Zufallskreuzungen entstehen mit der Zeit ganz von alleine neue Lenzrosen-Sorten.

Quelle: dpa

Hannover. Wenn sich das graue Winterwetter zum Jahresbeginn bleiern in die Länge zieht, wünschen sich Hobbygärtner schnellstmöglich die Pracht von farbenfrohen Blüten zurück. Wer diese Sehnsucht stillen will, sollte es unbedingt mit Lenzrosen (Helleborus) versuchen: Sie blühen von Januar, Februar bis in den April hinein. Neben den bekannten, weißen Christrosen gibt es unzählige spannende Helleborus-Sorten. Die Farbskala reicht von Weiß oder Rosa über Purpur, Schwarz bis Gelb. Es gibt Lenzrosen mit gefüllten, gesprenkelten, geaderten oder anemonenförmigen Blüten.

Besonders die tiefvioletten, fast schwarzen Sorten und auch die üppig gefüllten Lenzrosen gefallen mir sehr gut. Sie kommen jedes Jahr zuverlässig und mit immer mehr Blüten wieder. Und vermehrungsfreudig sind sie auch: Durch Zufallskreuzungen entstehen mit der Zeit, ganz von alleine, neue Sorten. Wer nicht so lange warten will und die Sortenauswahl lieber selbst in die Hand nimmt, kann jetzt um diese Jahreszeit einen Helleborustag in einer Spezial-Gärtnerei besuchen. Ich habe meine Lenzrosen vor ein paar Jahren bei einem Helleboruszüchter kurz hinter der niederländischen Grenze gekauft. Ja, ich bin in ein anderes Land gefahren, um Lenzrosen anzusehen und zu kaufen. Der Winter dauerte mir einfach zu lange. Da kommen mir Veranstaltungen wie diese gerade recht. Scheinbar geht es vielen Gärtnern so wie mir, denn alleine bin ich dort nie. Wer nicht zum nächsten Züchter fahren will, findet auch im Netz eine große Auswahl an Sorten.

Der richtige Standort

Allerdings brauchen Lenzrosen Zeit, um ihre ganze Schönheit zu entwickeln. Am richtigen Standort werden sie von Jahr zu Jahr schöner. Perfekt ist ein Plätzchen im lichten Schatten, unter Bäumen oder auf der schattigen Nordseite, an dem sie ungestört wachsen können. Die meisten Sorten bevorzugen kalkhaltige, humusreiche und lockere Böden. Stark lehmhaltige Böden können mit Sand und Humus etwas aufgelockert werden. Auf Staunässe reagieren Lenzrosen zwar empfindlich, halten aber im Winter und zur Blütezeit im Frühjahr tapfer Feuchtigkeit aus. Den Wurzelbereich sollten Sie nicht hacken, damit diese nicht verletzt werden und die Pflanze gut gedeiht.

Wenn Sie Ihre Helleborus umpflanzen möchten, tun Sie das am besten in den Wachstumsphasen im Frühjahr oder Herbst. Dann wachsen sie nach der Störung, die das Umsetzen mit sich bringt, am besten weiter. Gönnen Sie den frisch umgepflanzten Lenzrosen eine Mulchschicht aus Laub. Das fördert das Bodenleben und verhindert das Austrocknen. So wird auch der Boden durchlüftet.

Alternativ können Lenzrosen auch im Kübel angepflanzt werden. Wenn Sie sich für ein nicht zu kleines Gefäß und gute Blumenerde entscheiden, können die Pflanzen einige Jahre darin stehen bleiben und zu kräftigen Hosten heranwachsen.

Auch in der Vase hübsch

Lenzrosen halten es nicht nur bei sehr bescheidenen Temperaturen im Freien aus, sie sind auch im warmen Haus sehr ausdauernd. Als Schnittblumen in der Vase bleiben sie zehn bis zwölf Tage frisch. Noch länger können Sie sich an den Blüten erfreuen, wenn sie als Schwimmblüten in eine Schale mit Wasser gelegt werden.

Ein Tipp: Die wachsüberzogenen Blütenschäfte sind stark wasserabweisend. Schneiden Sie die Stiele zur besseren Wasseraufnahme von unten kreuzweise ein oder ritzen sie seitlich mit einer Nadel an.

Doch Vorsicht: Lenzrosen sind in allen Teilen sehr stark giftig. Der Pflanzensaft kann starke Hautreizungen verursachen, beim Schneiden für Blumensträuße daher am besten Handschuhe tragen.

Von unserer Gartenexpertin Anja Klein

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