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Ein Zuhause für Vögel

Garten Ein Zuhause für Vögel

Man möchte meinen, überall, wo es grün ist, findet man auch Tiere – so auch im Garten. Doch so einfach ist das nicht: Vögel brauchen ein vielfältiges Nahrungsangebot, Unterschlüpfe und Nistplätze.

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Grünes für dunkle Ecken

Auch Rotkehlchen sieht man immer seltener in deutschen Gärten – Verstecke und Nahrung fehlen.

Quelle: Pixabay

Hannover. Manchen Menschen fällt es gar nicht auf, wenn Vögel im eigenen Garten fehlen. Dabei kann es etwas herrlich Beruhigendes haben, den Tieren zuzusehen: wie sie kleine Beeren in den Büschen pflücken oder wie sie im Teich plantschen. Und man beobachtet über Wochen das hektische Treiben eines brütenden Paares in der Hecke. Aber dazu muss man Kleiber, Rotkehlchen, Stieglitz, Gimpel und Co. erst mal in den Garten locken. Von alleine fliegen sie unsere monotonen Kulturen kaum mehr an.

Denn ihnen fehlt Vielfalt. Vögel brauchen viele Sträucher, Hecken und Bäume. Und das sind am besten Pflanzen, die hierzulande auch in der Natur vorkommen. „Heimische Pflanzen haben den großen Vorteil, dass deren Früchte häufiger von Vögeln gefressen werden als die der Exoten“, erklärt Julian Heiermann vom Naturschutzbund (Nabu) in Berlin. „Auch sind die Insekten auf heimische Pflanzenarten angewiesen.“ Und Insekten sind schließlich Vogelnahrung.

Heimische Gewächse ziehen Vögel an - etwa der Holunder

Heiermann empfiehlt zum Beispiel für den Garten Liguster, Wildrosen, Weißdorn und Pfaffenhütchen. Auch Schneeball, Vogelbeere, Felsenbirne, Hagebutte, Faulbaum, Europäische Eibe gehören zu den heimischen Gewächsen.

Prof. Peter Berthold rät zum unkomplizierten Schwarzen Holunder. „Seine Blüte ziehen extrem viele Insekten an – also die Vogelnahrung“, erklärt der ehemalige Direktor der Vogelwarte vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell am Bodensee. „Dazu zählen auch holunderspezifische Blattläuse, die keinerlei Probleme bereiten werden.“ Und natürlich sind da die Holunderbeeren, die etliche Vogelarten gerne fressen.

Auch ein dicht gewachsener Efeu an Haus- und Garagenwänden ist ein Vogelmagnet. „Efeu ist ein idealer Schutz und Nistplatz, und er zieht als Herbstblüher sehr viele Insekten an“, erklärt Prof. Berthold. Auch seine Beeren helfen den Vögeln: Sie reifen im Frühling und können von den Tieren während der anstrengenden Phase der Aufzucht ihrer Jungen vertilgt werden.

Auch andere Beerensträucher, Obstpflanzen und in großen Gärten sogar Streuobstwiesen sind ideal. Prof. Berthold rät allerdings, bei größeren Grundstücken neben Laub- und den dazuzählenden Obstbäumen auch Nadelbäume wie Fichten oder Kiefern zu pflanzen. „Als immergrüne Bäume bieten sie im Winter verschiedenen Vogelarten Schutz“, erklärt er. Vögel sind eigentlich einfach zufriedenzustellen: Sie brauchen Nahrung und ein Heim. Das alles muss man nicht auf dem gesamten Grundstück bieten. Es empfiehlt sich, in einer Ecke des Grundstücks Sträucher zusammenzusetzen, die Beeren, Insekten sowie Nistmöglichkeiten bieten. Ornithologe Berthold rät dazu, solche Bereiche sich selbst zu überlassen.

Alte Bäume sind ideale Plätze für Bruthöhlen

Sogar abgestorbenes Holz, zu einem Haufen aufgestapelt, ist in einer solchen Ecke noch wertvoll: Es bietet den Tieren eine Versteckmöglichkeit, etwa der Zaunkönig schätzt das. Für große Gärten bietet sich auch an, abgestorbene Bäume stehen zu lassen. „Zum Beispiel Spechte, Kleiber und unsere Meisenarten profitieren hiervon“, erklärt Markus Erlwein vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern. Spechte schlagen Höhlen hinein, die anderen Vogelarten nutzen sie nach deren Auszug. Der Experte betont daher auch: „Alte Obstbäume sollten bitte nicht gefällt werden.“ Gerade alte Bäume seien ideale Plätze für Bruthöhlen.

Aber ein Zuhause für die Tiere kann auch winzig klein sein: ein Vogelhäuschen etwa. „Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nistkasten angenommen wird, ist sehr hoch“, sagt Erlwein. Der Vogelschützer empfiehlt, die Boxen in eine Höhe von circa 2,50 Metern zu hängen oder stellen. Von Plastikkästen aus dem Handel rät der Experte ab. „In ihnen wird es viel zu heiß, und das Gelege kann eingehen.“ Er plädiert auch für Vogeltränken. Sie sollten das ganze Jahr über zur Verfügung stehen: „Im Winter kann ein Stein in das Wasser gelegt werden, damit es nicht so schnell zufriert.“ Im Sommer muss das Wasser häufig gewechselt werden, um eine Keimbelastung zu verhindern. Für Nistkästen, Vogeltränken sowie Futterstellen ist eines wichtig: Sie müssen katzensicher sein. Dies bedeutet, dass drum herum Freiflächen sein müssen, auf denen sich Katzen nicht so leicht heranpirschen können.

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