Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -4 ° Nebel

Navigation:
Ran an die Erdbeeren!

Garten Ran an die Erdbeeren!

Der Sommer nähert sich seinem Ende, und Hobbygärtner beginnen mit der Vorbereitung für das nächste Gartenjahr. Wer süße, rote Früchte ernten möchte, sollte nun Pflanzen vermehren oder sich für neue entscheiden.

Voriger Artikel
Asiatische Momente im Gemüsebeet
Nächster Artikel
„Ein Garten ist immer ein Lehrer“

Das Beet aufräumen und neu gestalten: Junge Erdbeerpflanzen gehören jetzt in die Erde und sollten anschließend gut gegossen werden.

Quelle: Fotolia

Hannover. Erdbeeren gehören zu den beliebtesten Obstsorten im Garten. Kein Wunder. Sie schmecken einfach lecker, sind unkompliziert im Anbau und sorgen auch noch selbst für ihren Nachwuchs. Was will man mehr? Bis Mitte September ist die richtige Zeit, um Erdbeeren zu pflanzen. Wenn man bereits Erdbeeren im Garten hat, lassen sie sich sehr über Ableger vermehren. Ansonsten gibt es im Gartencenter derzeit jede Menge Jungpflanzen zu kaufen.

Was ist also ist zu tun, wenn das Erbeerbeet für das nächste Jahr aufgeräumt oder neu gestaltet werden soll? Nachdem die Haupternte vorüber ist, beginnen die Erdbeerpflanzen zahlreiche Ableger zu produzieren. Manche Sorten, wie die aromatische Mieze Schindler, sind dabei besonders fleißig. An langen Schnüren wächst ein Kindel nach dem anderen. Für die Vermehrung verwendet man am besten die Pflanzen, die nahe bei der Mutterpflanze stehen. Sie werden gut mit Nährstoffen versorgt und sind gesund und kräftig.

Jedes Jahr Nachwuchs ziehen

Wählen Sie die kräftigsten Mutterpflanzen bereits aus, solange sie noch Früchte tragen. Markieren Sie gesunde Pflanzen, die reichlich große und aromatische Früchte tragen, mit einem Stöckchen. Theoretisch können Erdbeerpflanzen drei Jahre beerntet werden. Aber in der Realität lässt die Erntemenge im zweiten und dritten Jahr deutlich nach. Wenn man also Wert auf eine üppige Ernte legt, sollte man besser jedes Jahr den Nachwuchs für das nächste Jahr ziehen.

Foto: Erdbeeren lassen sich auch als Turm in einem hohen Kübel anpflanzen.

Erdbeeren lassen sich auch als Turm in einem hohen Kübel anpflanzen.

Quelle: Klein

Wer Erdbeeren in größerer Zahl vermehren möchte, sollte mehrere Mutterpflanzen mit kräftigem Wuchs und sattgrünen Blättern auswählen. Pflanzen mit gelben oder vom Rost befallenen Blättern sind nicht für die Vermehrung geeignet.
Dann wird ein kleiner Topf (ø 9 –12 cm) mit guter Pflanzerde gefüllt und dicht neben der Mutterpflanze platziert. Hobbygärtner sollten dann Ableger in den Topf leiten und mit einem u-förmig gebogenen Draht fixieren. Nicht zu tief pflanzen – die Herzblätter müssen über der Erde sein. Die Ableger müssen regelmäßig gegossen werden. Nichts nimmt der Erdbeernachwuchs so übel wie trockene Erde. Sobald sich genügend Wurzeln gebildet haben, kann die Nabelschnur zur Mutterpflanze gekappt werden.

Vollsonnige Standorte wählen

Die Jungpflanze kann jetzt auf ein eigenes Beet umziehen. Beim Umzug ins Beet gut mit organischem Dünger versorgen. Die Pflanze braucht jetzt Kraft für die Ernte im nächsten Jahr.

Am besten gedeihen Erdbeeren an vollsonnigen Standorten. Je mehr Sonne die Pflänzchen kriegen, umso süßer werden die Früchte. Erdbeeren lieben lockeren humosen Boden. Schwere Böden sollte man spatentief auflockern und mit Humus versorgen. Oder man baut die Erdbeeren direkt auf 20 Zentimeter hohen Dämmen an. Als Vorkultur für das Erdbeerbeet sind Erbsen und Bohnen oder eine entsprechende Gründüngung aus Lupinen oder Klee gut geeignet.

Unterschiedliche Sorten kombinieren

Mit der Auswahl von Erdbeersorten kann man ziemlich viel Zeit verbringen, wenn man sich gründlich damit beschäftigt. Geschmack, Erntezeit, Ertrag und Krankheitsresistenz – es gibt so viele Auswahlkriterien. Um möglichst lange von den süßen Früchten zu ernten, empfiehlt es sich, Sorten mit unterschiedlichen Erntezeiten zu kombinieren. Das garantiert auch noch einen höheren Ertrag.

Viele Erdbeersorten tragen deutlich besser, wenn eine andere Sorte in ihrer Nähe steht. Das gilt vor allem für alte Sorten, wie die sehr schmackhafte Mieze Schindler oder die mehr als 70 Jahre alte Königin Luise. Ungewöhnlich, aber einen Versuch wert ist auch die sogenannte Klettererdbeere Hummi. An einen Zaun oder ein Spalier gepflanzt bildet sie bis zu 150 Zentimeter lange Ranken. Wer sich für alte Sorten interessiert, sollte auch auf Bauernmärkten oder bei Hofläden nachfragen.

Welche Sorten gibt es?

Frühe Ernte: Honeoye (reichtragende Sorte), Donna (zuckersüße Früchte), Lambada (sehr süße Früchte), Darselect (südfranzösische, sehr aromatische Sorte)
Mittlere Reifezeit: Senga Sengana (der Klassiker für das Erdbeerbeet), Polka (gedeiht auch in schweren Böden), Elsanta (beliebte Sorte im Gewerbsanbau), Sonata (ertragreiche Sorte mit saftig-süßen Früchten)
Spät reifend: Pandora (säuerliche Früchte), Symphony (leckere, bissfeste Früchte), Vicoda (feste Früchte, gut zum Konservieren geeignet), Nerid (hohe Krankheitsresistenz, saftige Früchte)
Historische Sorten: Mieze Schindler (sehr aromatische kleine Früchte), Königin Luise (früh reifend mit herrlichem Aroma)

Von Anja Klein*

*(Autorin Anja Klein liebt ihren Garten. Was dort passiert, beschreibt sie auf dem Blog der-kleine-horror-garten.de.)

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Garten & Balkon

Was sollten Sie jetzt im Garten tun? Was macht in diesem Monat besonders Spaß? Und was sollten Sie jetzt nicht vergessen? Tipps für Garten und Balkon jeden Monat neu.

Wie kann ich meinen Garten winterfest machen? Und was muss man beim Rosenschnitt beachten? Zum Thema Grün gibt es unzählige Fragen. Ab sofort können Sie uns Ihre Fragen rund um das Thema Garten und Balkon schicken. Die HAZ-Redaktion wird sie ausgewählten Experten stellen. Eine Auswahl der Antworten veröffentlichen wir regelmäßig auf Ihrer Ratgeberseite „Im Grünen“. Natürlich ist dieser Service für Sie kostenlos.

Das lässt sich jetzt ziehen

Radieschen, Zucchini und Salat – das lässt sich jetzt schon für den Garten ziehen.

Informieren Sie sich über neue medizinische Studien und lesen Tipps, wie Sie mit wenig Aufwand gesund leben.