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Saure Beeren, freche Käfer

Expertenrat Saure Beeren, freche Käfer

Warum wächst die Petersilie nicht? Und warum finden sich immer wieder Fraßspuren an den Blättern? Die Gartensaison geht langsam zu Ende, unsere Experten beantworten Ihre Fragen.

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Ein Blick über den Gartenzaun: Hier gibt es auch im Spätherbst noch allerlei zu tun.

Quelle: iStock

Hannover. Was ist das für eine Pflanze in meinem Vorgarten? Sie hat sich im vergangenen Jahr ohne mein Zutun dort angesiedelt. Heidemarie Kaufmann

Es handelt sich wahrscheinlich um die Asiatische Kermesbeere (Bild). Von der Gattung Phytolacca gibt es insgesamt rund 30 Arten. Sie stammen ursprünglich aus Asien (vorwiegend China), Afrika und Nordamerika. Sie hat sich in den letzten Jahren bei uns ausgebreitet, da sie anspruchslos ist und leicht verwildert. Die gesamte Pflanze ist je nach Art mehr oder weniger stark giftig. Bei Erwachsenen und älteren Kindern gilt eine Menge bis zu zehn Beeren als harmlos, für kleinere Kinder kann diese Menge aber schon giftig wirken und zu Erbrechen, Beschwerden im Magen- und Darmbereich, Durchfall und Krämpfen führen.

Meine Brombeeren haben in diesem Jahr unter der Brombeergallmilbe gelitten, einzelne Beeren blieben rot, die schwarzen waren sauer. Die alten Ruten schneide ich im Herbst ab, die Mumien knipse ich weg. Im letzten Frühjahr habe ich zu Beginn der Blüte dreimal im Abstand von 14 Tagen ein ölhaltiges Pflanzenschutzmittel gespritzt, leider ohne Erfolg. Was mache ich falsch? Achim Beermann

Die Behandlung mit einem ölhaltigen Pflanzenschutzmittel sollte schon während des Blattaustriebs erfolgen, beziehungsweise wenn die Jungtriebe eine Länge von etwa 20 Zentimetern erreicht haben. Vielleicht war der Zeitpunkt bei Ihnen zu spät. Ansonsten ist alles richtig.

Unsere rund 45 Jahre alte Eberesche ist offenbar komplett abgestorben. Am Stamm sind vom Fuß an bis fast in die Krone mehrere bis zu 40 Zentimeter lange senkrechte Risse in der Rinde sichtbar. Im vorigen Jahr hat der Baum wie alle Jahre zuvor geblüht und viele Beeren getragen. Was können wir unternehmen? Margit Stünkel

Ebereschen sind eigentlich sehr robust und ein so plötzliches Absterben daher sehr bedenklich. Es deutet auf das derzeit grassierende Eschentriebsterben hin, das durch den Pilz Hymenoscyphus pseudoalbidus verursacht wird. Oft werden die ersten Anzeichen wie einzelne welke Triebe, Blatt- und Rindenflecken gar nicht bemerkt. Tritt die Infektion am Fuß des Stammes auf, kann sehr schnell der gesamte Baum absterben. Ist ein Baum befallen, helfen leider auch keine Pflanzenschutzmittel mehr, betroffene Bäume sollten entfernt und vernichtet werden. Um abzuklären, ob Ihr Baum tatsächlich vom gefährlichen Eschentriebsterben, oder einem anderen holzzersetzenden Baumpilz, betroffen ist, sollten Sie sich mit dem Pflanzenschutzamt oder Forstamt in Ihrer Nähe in Verbindung setzen.

An meiner Lupine sind an den Blättern Fraßspuren (Bild unten), ebenso an der Kletterrose und am Fliederbaum. Ich habe dort einen Rüsselkäfer entdeckt. Sofern er der Verursacher ist, wie kann ich ihn ökologisch bekämpfen? Annette Kramp

Auf dem Foto ist sehr schön der sogenannte Buchtenfraß erkennbar, der typisch für den gefurchten Dickmaulrüssler ist. Noch gefährlicher als die Blattschäden durch die Rüsselkäfer ist der Wurzelfraß der Larven im Boden. Die erwachsenen Käfer sind in der Dämmerung aktiv und können dann mit einem neemölhaltigen Spritzmittel bekämpft werden. Gegen die Larven können parasitierende Nematoden eingesetzt werden. Diese bestellen Sie im Fachhandel. Sie erhalten eine Art Granulat, das Sie in eine Gießkanne mit Wasser geben und so in den Boden einbringen können.

In meinem gut dreißigjährigen Garten sterben seit einiger Zeit Bäume und Sträucher ab. Es begann mit der unter einer Kastanie wachsenden Hainbuchenhecke, deren Äste schwarze, nicht abwischbare Pusteln aufweisen, die auf die Stämme übergreifen und dann den Baum zum Absterben bringen. Im Frühling ist die Trauerbirke in der Nähe der befallenen Kirschlorbeersträucher eingegangen. Wissen Sie Rat? Heidrun Kaluza

Verschiedene Pilze können die Ursache sein. Sie dringen in Rinde und Holz ein, schädigen die Zellen und schwächen dadurch den Baum. Einige Pilzarten sind so aggressiv, dass nach und nach die Leitungsbahnen, also die Lebensadern der Gehölze, veröden und der Baum abstirbt. Leider kann man nicht viel dagegen tun. Bei frühzeitiger Entdeckung kann ein Rückschnitt bis ins gesunde Holz ein weiteres Ausbreiten verhindern. Eine regelmäßige, ausgewogene Düngung hilft ebenfalls, die Abwehrkräfte der Gehölze zu stärken. Eine Behandlung mit einem Fungizid bringt leider auch nur frühzeitig und eingeschränkt Erfolg. In Ihrem Fall würde ich trotzdem dazu raten, um nicht noch mehr Gehölze zu verlieren.

Ich habe im Mai die Pflanzkartoffeln aus dem Supermarkt wie vorgeschrieben in die Erde gesteckt. Ende August habe ich schon circa zwei Kilo geerntet. Allerdings: Die Kartoffeln fallen nach circa 15 Minuten kochen auseinander und ich habe nur noch Brei im Topf. Es sollten festkochende Kartoffeln sein. Was habe ich falsch gemacht? Annerose Anton

Es könnte ein Kalimangel im Beet Ihrer Kartoffeln vorhanden sein. Natürlich ist immer auch die Sortenfrage zu klären, also ob sie eine falsche Sorte bekommen haben. Es wäre ratsam, eine Bodenuntersuchung durchzuführen.

Wir haben seit einigen Jahren eine Pflanze aus dem Süden im Kübel. Wir würden gern wissen, ob sie winterhart ist und wie wir sie pflegen müssen. Martina Schubert

Nach dem Bild zu urteilen handelt es sich um eine Euphorbia. Um es genau zu sagen, müssten Sie die Pflanze leicht anschneiden, und wenn dann weißer Saft austritt, ist meine Vermutung richtig. Euphorbia ist eine Zimmerpflanze, die aufgrund ihrer Heimat Afrika die Sonne und Wärme liebt und bei uns nicht winterhart ist. Die weiße, dicke Flüssigkeit, die auch Milch genannt wird und die auch bei nur einer ganz kleinen Verletzung der Palme austritt, ist sehr giftig. Daher sollte der Hobbygärtner bei allen Arbeiten an der Pflanze mit Handschuhen arbeiten, damit er mit der giftigen Flüssigkeit nicht in Berührung kommt. Diese Pflanze ist sehr anspruchslos und einfach zu pflegen. Ihr Anspruch ist vergleichbar mit der Pflege von Kakteen und anderen Euphorbien.

Wir haben im Garten eine Mischung aus Edelrosen, Strauchrosen, Kletterrosen und Bodendeckern. Die Bodendecker sind im Laufe der Jahre zu Strauchrosen mutiert. Mein Nachbar meinte nun, ich müsste die Rosen bis auf drei Augen zurückschneiden. Die Erfahrung zeigte aber, dass sie das nicht vertragen, dann gehen sie in der Regel ein. Was ist richtig? Renate Schulze

Bei den Bodendecker-Rosen gibt es Sortengruppen mit schwächerem Wuchs, mittelstarkem und starkem Wuchs. Erstere werden am stärksten geschnitten und letztere am schwächsten. Die Wachstumsregeln sagen, dass auf einen starken Schnitt auch eine starke Reaktion folgt. Wichtig sind eigene Erfahrungen mit den eigenen Sorten und dass die Rosen regelmäßig neue Triebe bilden, denn aus deren Seiten- oder Endknospen entwickeln sich die Blütendolden. Manche Bodendeckerrosen müssen gar nicht geschnitten zu werden, andere sogar zweimal pro Jahr, nämlich einmal im Frühjahr und einmal nach der ersten Hauptblüte. Wenn Ihre Rosen eingehen, nachdem Sie sie zu stark zurückgeschnitten haben, dann probieren Sie doch einfach, sie ein paar Jahre ohne Schnitt wachsen und blühen zu lassen. Entwickeln sich mit der Zeit zu viele Triebe oder zu hoch aufschießende Triebe, schneiden Sie diese nach Bedarf am Ursprung weg.

Wir haben sehr gefräßige Rehe als ständige Besucher. Gibt es ein Mittel gegen die Tiere? Rosemarie Victor-Lange

Der Fachhandel bietet Vergrämungsmittel gegen Rehwild an. Man bestreicht die Pflanzen, und die abgesonderten Duftstoffe vermiesen den Rehen für eine Zeit lang die Mahlzeit. An den Straßen sieht man oft CDs in den Büschen hängen, die mit ihrem Blinken das Wild abhalten sollen. Das Wirksamste ist wahrscheinlich ein hoher Wildschutzzaun. Pflanzen, die Rehe nicht fressen, sind mir leider nicht bekannt.

Fast jedes Jahr sehen wir in den Blättern unserer Geranien auf dem Balkon Löcher. Sie stammen von grünen Raupen. Wie kann ich diese biologisch bekämpfen? Rosemarie Wenzel

An Geranien entwickeln sich mehrere Raupenarten. Wenn Sie keine Pflanzenschutzmittel einsetzen möchten, bleibt Ihnen eigentlich nur das Absammeln der Raupen. Das gestaltet sich allerdings manchmal auch schwierig, denn einige der Arten sind nachtaktiv. Wenn es nur wenige Löcher sind, ist nur die Optik leicht beeinträchtigt. Die Pflanzen leiden meist nicht unter dem Fraß, und der Schaden ist meines Erachtens nach tolerierbar. Düngen und gießen Sie regelmäßig, dann wachsen und blühen Ihre Geranien reichlich und täuschen über das Lochmuster ihrer Blätter hinweg.

In manchen Gärten sehe ich kräftige Petersilie wachsen. Wir haben kein Glück. Meinem Nachbarn geht es nicht besser. Die Petersiliensamen gehen auf, wachsen etwas und verdorren. Warum ist das so? Eberhard Ehms

Petersilie wird häufig von Wurzelfäulen befallen, den sogenannten Umfallkrankheiten. Das sind Pilze, die bereits die Sämlinge befallen und diese zum Absterben bringen. Bei älteren Pflanzen vergilben zunächst die äußeren Blätter. Später regenerieren sich die Pflanzen oder bei stärkerem Befall, zum Beispiel bei feuchtem Wetter oder zu starken Wassergaben, sterben sie ab. Die Infektion erfolgt über den Boden. Eine Möglichkeit wäre, Jung- oder Topfpflanzen zu kaufen und sie in Kübeln oder Balkonkästen in gekaufte Blumenerde zu pflanzen. Dort entwickeln sie sich gut, und man hat stets eine frische Ernte auf der Terrasse oder dicht am Haus.

Sie haben auch Fragen an unsere Experten? Bitte schreiben Sie uns per E-Mail an garten@haz.de. Fragen zu Schädlingen und Krankheiten können unsere Experten noch besser beantworten, wenn Sie ein Foto an die Mail anhängen. Weil der Andrang sehr groß ist, können unsere Experten nur ausgewählte Fragen beantworten.

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