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Schneeweiße Blüten auf roten Stielen

Garten Schneeweiße Blüten auf roten Stielen

Der Herbst-Steinbrech gilt als einer der letzten Farbtupfer im Garten. Viele schätzen ihn aber nicht nur für seine späte Blüte.  Die Pflanze mag einen Standort im Garten, der normalerweise als schwierig gilt: die Nordseite eines Hauses.

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Der Herbst-Steinbrech blüht spät und gilt als pflegeleicht – gepflanzt werden sollte er jedoch im Frühjahr.

Quelle: Fotolia, dpa (2)

Wer vom Steinbrech liest, denkt in der Regel an einen Alpengarten, Tröge mit winzigen Pflänzchen und farbenprächtige Blüten im Frühsommer. Doch die Gattung zählt zu den artenreichen in der Pflanzenwelt – und bei mehr als 450 verschiedenen Arten trifft man auch auf die eine oder andere Überraschung. Zu diesen zählt zweifelsohne der Herbst-Steinbrech. Die Botaniker nennen ihn Saxifraga cortusifolia.

Typisches Blätterkleid

„Man kommt nicht auf die Idee, dass diese Pflanzen etwas mit den anderen Steinbrechen zu tun haben“, sagt Anja Maubach, Gartenarchitektin und Staudengärtnerin aus Wuppertal. Der Herbst-Steinbrech zählt zu den letzten kleinen Herbstblühern der Saison. Im Vergleich zu vielen anderen Steinbrech-Arten, die eine kompakte und rundliche Blattrosette bilden, trägt der Herbst-Steinbrech ein typisches Blätterkleid mit rundlichen Formen. Es bedeckt eine schattige Ecke dicht und gleichmäßig – und in einer Mischung aus frischem und olivbraunem Grün. „Die Blätter glänzen gelackt“, sagt Maubach. Ein wenig erinnere die Oberfläche an chinesische Lackmalerei.

Blüte bis Dezember

Zum echten Blickfang wird der Herbst-Steinbrech spät im Jahr, wenn auf kräftigen, zum Teil leicht rot gefärbten Stielen die schneeweißen Blütenschleier erscheinen. Damit erreichen die Stauden aus Japan eine Höhe von 25 Zentimetern. Manche von ihnen blühen sogar bis in den Dezember hinein.

Geschützter Standort

Das A und O für den Erfolg mit dem Herbst-Steinbrech ist ein optimaler Platz. Ein geschützter Standort mit einer halbschattigen bis schattigen Lichtsituation ist ideal für den Herbst-Steinbrech, erklärt Andre Stade, Staudengärtner und Gartenbau-Techniker aus Borken. Die Pflanzen mögen es auch kühl, sagt Maubach. „Das ist beispielsweise auf der Nordseite von einem Haus gegeben.“ Hier trocknet die Erde nur sehr langsam aus – und die Pflanzen mögen einen immer leicht feuchten Boden. Außerdem sollte die Erde nicht zu nährstoffarm sein. „Die Pflanzen sind wirklich hungrig.“ Daher rät Stade auch, den Pflanzen zwischen April und Mai unbedingt einen Langzeitdünger zu geben, damit sie genügend Kraft zum Wachsen haben.

Die Pflanzen brauchen in manchen Lagen einen Winterschutz – und zwar vor der Wintersonne, erklärt Stade. Betroffen sind vor allem Plätze, die im Sommer im Schatten von Laubgehölzen liegen, was ja durch den Blattfall im Herbst wegfällt.

Frostempfindlich

Trotzdem ist es aber grundsätzlich gut, wenn der Herbst-Steinbrech in der Umgebung von Gehölzen wächst: Hier ist die Pflanze eher vor der Kälte geschützt. In der Nähe von Gehölzen ist meist ein ausreichender Schutz gegeben, weil die Bäume verhindern, dass die Temperaturen schon in den ersten Frostnächten auch in Bodennähe stark abfallen. Sonst erfrieren im Herbst die Blüten schnell und die Blätter werden in Mitleidenschaft gezogen. Stade empfiehlt daher auch, den Herbst-Steinbrech möglichst im Frühling zu pflanzen. So hat er erstmal eine ganze Saison Zeit, um den Boden zu durchwurzeln und sich gut zu entwickeln. Jungpflanzen reagieren empfindlicher auf Frost.

Fraßschäden vermeiden

Der Herbst-Steinbrech ist grundsätzlich eine sehr gesunde Staude. Das einzige Problem sind die Larven des Dickmaulrüsslers. Haben sie erstmal die Wurzeln vertilgt, beginnt die Pflanze zu welken – und es gibt keine Rettung mehr für sie. „Gerade in der lockeren Erde in Töpfen muss man aufpassen“, sagt Stade. Man sollte vor dem Einsetzen den Topfballen gut nach den weißen Larven durchsuchen. Ein Hinweis auf eine Gefährdung sind auch Fraßschäden an den Blättern von benachbarten Rhododendren, Kirschlorbeeren oder Forsythien. Eine Hilfe sind biologische Pflanzenschutzmittel.

Bewährte Sorten

„Es gibt immer neue Sorten vom Herbst-Steinbrech im Handel“, sagt Maubach. Allerdings sind die Neuheiten noch sehr jung und nur wenig auf Qualitätsmerkmale wie Wuchs, Frosthärte und grundsätzliche Empfindlichkeit hin geprüft. Daher raten die Experten vor allem zu bewährten Varianten. Das sind etwa die Varietät Saxifraga cortusifolia var. fortunei, die besonders üppige Blütenschleier trägt, sowie Saxifraga cortusifolia var. fortunei ‚Rubrifolia’. Sie trägt intensiv rötliches Laub, was in Kontrast zur Blüte im Herbst steht.

Stauden in Szene setzen

Eine Sorte, die leicht rosafarbene Blüten zu schwarz-roten Blättern hat, ist ‚Black Ruby’. Sie wächst nur langsam, erklärt Stade. Er rät, dem dunklen Laub eine Bühne zu geben, um zu wirken – zum Beispiel etwas Sonnenschein, der die Pflanzen wie ein Spot beleuchtet und damit zur Geltung bringt.

Passende Beet-Parnter

Als Kombinationspartner im Beet machen sich asiatisch anmutende Pflanzen gut. Stade schlägt kleinen Rhododendron, Fächerahorn oder kleine Farne vor. Auch kleinblättrige Funkien und schwachwachsende Elfenblumen passten gut. Der Staudengärtner rät allerdings, keine Nachbarn zu setzen, die eine große Konkurrenz darstellen, denn der Herbst-Steinbrech lässt sich schnell verdrängen. „Hübsch ist die Partnerschaft mit Schlangenbart und Traubenlilie sowie Efeublättrigen Alpenveilchen“, sagt Maubach.

Von Dorothée Waechter

Vielseitiger Steinbrech

Wenn man von Steinbrech spricht, darf man den Namen tatsächlich bildlich verstehen. In der Natur wachsen diese Pflanzen in ganz engen Felsspalten. Es wirkt, als sprengen die kleinen Pflanzen den Stein. Es ist aber eher so, dass die Pflanzen selbst engste Spalten nutzen und ihre Polster flach über dem Gestein entfalten. Die Gattung Steinbrech ist sehr vielseitig. Es gibt Arten für ganz unterschiedliche Standorte – von sonnig über halbschattig bis schattig. Manche Steinbreche sind sehr schwachwüchsig und kleinbleibend, andere dagegen kann man durchaus als wuchsstark bezeichnen. Um einen Überblick zu behalten, hat man die Arten daher in Sektionen und Serien eingeteilt.

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