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Grünes Gold: Gründünger

Gartenpflege Grünes Gold: Gründünger

Der Sommer ist vorbei, die Beete sind abgeerntet – und nun? Um den Gartenboden für die nächste Saison gesund und fruchtbar zu halten, ist Gründünger ein einfacher Nährstofflieferant, über den sich vor allem Bodenlebewesen freuen.

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Wie geht es dem Boden? Gewissenhafte Gärtner sollten dies immer mal wieder überprüfen.

Quelle: Fotolia

In einem gesunden Gartenboden steppt der Bär. Oder besser gesagt: der Regenwurm, zusammen mit dem Springschwanz und vielen tausend anderen Bodenlebewesen. So eine Bagage will natürlich entsprechend versorgt werden. Die nützlichen Erdbewohner brauchen was zum Futtern, und das liegt letztlich auch im Interesse des Gartenbesitzers. Denn solange Wurm und Co. ordentlich was zum Umsetzen haben, wächst auch das Gemüse im Beet nach Wunsch.

Für ein möglichst aktives Bodenleben muss ein entsprechend hoher Anteil an organischem Material im Boden verfügbar sein. Abgestorbene Wurzeln, Blätter und Pflanzenreste zum Beispiel. Die kann die Gärtnerin bereits „vorverdaut“ in Form von Kompost aufbringen. Sie kann sich die Arbeit aber auch einfacher machen und die abgeernteten Beete im Spätsommer und Herbst mit Gründüngung einsäen. Das hat zudem noch ein paar nette Nebeneffekte.

Regenwurm zeigt Bodenqualität

In Deutschland gibt es 39 Arten Regenwürmer. Die Tiere zeigen an, wie gut die Qualität des Bodens ist. Sie reagieren sehr empfindlich auf Verunreinigungen, zum Beispiel durch Schwermetalle, Pestizide und Chemikalien. Laut dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft lässt hingegen ein großes Vorkommen an Würmern auf eine große Biodiversität schließen.
Wer einen neuen Garten oder Komposthaufen anlegt, kann Regenwürmer auch im Internet kaufen. So wird die Bodenverbesserung beschleunigt. 1000 Regenwürmer kosten circa 30 Euro.

So wirkt Gründünger

Gründünger versorgt die Bodenlebewesen mit Nährstoffen und aktiviert so das Bodenleben. Daneben schützt er den Boden bei Trockenheit vor Austrocknung und bei Regen vor Verschlämmung. Er verhindert starke Temperaturschwankungen und Nährstoffverluste durch Niederschläge. Außerdem wird der Boden tiefgründig gelockert. Das für mich persönlich attraktivste Argument ist jedoch der Schutz vor Unkraut. Wo Gründünger-Pflanzen einen dichten Pflanzteppich bilden, ist kein Platz für unerwünschtes Kraut. Das ist doch eine tolle Nachricht. Zuerst weniger nerviges Unkraut hacken, später mehr leckeres Gemüse ernten. Gute Gründe also, abgeerntete Beete sofort mit einem Gründünger einzusäen. Wer das regelmäßig beherzigt, wird garantiert mit einem gesunden Boden und steigenden Erträgen belohnt.

So gelingt die Aussaat

Vor der Aussaat wird der Boden leicht gelockert und – falls vorhanden – von Unkraut befreit. Samenkörner (Menge laut Packungsanweisung) ausstreuen und leicht einrechen, denn die Saat braucht einen guten Kontakt zum Boden. Daher sollte der eingesäte Bereich leicht festgetreten oder mit der Walze befestigt werden. Bis die Saat aufgeht sollte das Beet bei Trockenheit gewässert werden. Bitte beachten: Der Gründünger darf nicht aus der Pflanzenfamilie kommen, mit der das Beet zuvor bepflanzt war. Also niemals Hülsenfrüchtler (Lupinen) oder Kreuzblütler (Winterraps) als Grün dünger dort einsäen, wo vorher Hülsenfrüchte oder Kreuzblüter gewachsen sind.

So geht es weiter

Sobald der Gründünger aufgegangen ist, müssen Sie sich in der Regel nicht mehr darum kümmern. Er bildet rasch eine geschlossene Pflanzdecke. Unkraut hat hier keine Chance mehr. Seine Wurzeln reichen tief ins Erdreich, um die Wasserversorgung müssen Sie sich also auch keine Gedanken machen. Wer einen nicht frostfesten Gründünger gewählt hat, dem wird  durch den Winter meist die Arbeit abgenommen: Der Gründünger erfriert, eventuelle Reste werden im Frühjahr in den Boden eingearbeitet. Meist lassen die hungrigen Bodenlebewesen aber wenig davon übrig.

Falls Sie sich für einen frostfesten Gründünger entschieden haben oder wenn Sie den Dünger erst nach dem Winter ausbringen: Mähen Sie die Pflanzen kurz vor der Blüte, spätestens jedoch vor der Samenbildung ab. Die Wurzeln der Gründüngungspflanzen bleiben im Boden. Die abgemähten Pflanzen bleiben auf dem Boden liegen oder werden angewelkt leicht eingearbeitet und verrotten langsam. Wenn Sie die Fläche mit Brennessseljauche besprühen, geht die Verrottung deutlich schneller vonstatten.

Foto: Klassische Pflanzen, die als Gründünger genutzt werden: Bienenfreund, Buchweizen und Gelbsenf.

Klassische Pflanzen, die als Gründünger genutzt werden: Bienenfreund, Buchweizen und Gelbsenf.

Quelle: Fotolia, bixabay

Nicht winterharte Gründüngerpflanzen

Der Klassiker unter den nicht frostharten Gründüngerpflanzen ist der Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia). Er unterdrückt Wildkräuter und gilt als Nitratfänger. Wie sein Name bereits andeutet, wird er von Bienen und anderen Insekten gerne besucht. Er wächst auch in leicht schattigen Bereichen. Besonders empfehlenswert nach Bohnen und Erbsen, da er gegen deren Fußkrankheiten wirkt. Buchweizen keimt und wächst rasend schnell. Er überholt und unterdrückt sogar Quecken. Die hohlen Stängel durchlüften den Boden. Er friert leicht ab und ist nur mit Rhabarber verwandt, kann also vor allen Gemüsekulturen ausgesät werden.

Gelbsenf dagegen darf als Kreuzblütler nicht vor oder nach anderen Kreuzblütlern (z.B. Kohl, Rauke, Radieschen) ausgesät werden. Seine tiefen Pfahlwurzeln lockern verdichtete Böden. Die Senföle beeinflussen das Bakterien- und Pilzleben im Boden positiv. Durch seine Ausscheidungen bekämpft er außerdem Nematoden bei Rüben- und Gänsefußgewächsen.

Winterharte Gründüngerpflanzen

Weißer Steinklee vertreibt Mäuse und vergrämt die Kohlfliege und den Kohlweißling, wenn er um Kohl herum gesät wird. Er bedeckt schnell und lückenlos den Boden und sammelt Stickstoff aus der Luft. Bitte nicht vor oder nach Bohnen und Erbsen aussäen.
Wer sehr spät dran ist, sollten es mit Winterroggen versuchen. Er hinterlässt einen feinkrümeligen Boden und ist gut geeignet als Vorfrucht für Bohnen, Kartoffeln, Kohl und Spargel.

Von Anja Klein

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