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Geräte brauchen ein Zuhause

Gartenhäuschen Geräte brauchen ein Zuhause

„Das kann doch jedes Kind zusammenbauen!“, denkt der gemeine Heimwerker beim Blick auf die kleinen Gartenhäuschen auf dem Baumarkt-Parkplatz. Das stimmt nur zum Teil, denn es gibt gefährliche Tücken.

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Fertig ist die Laube: Allerdings gilt es vor dem Kauf des Gartenhauses, einige Dinge zu beachten. 

Quelle: Fotolia

Wer ein Haus mit Garten hat, hat allerlei Zeug herumliegen: Schaufel, Stichsäge, Rasenmäher, einen halb vollen Sack Erde sowie diverse Kisten, Kübel und Töpfe. Untergebracht im Haus verleihen all die nützlichen Dinge dem Eigenheim den Charme eines Baumarktes. Im Keller aufbewahrt stehen sie dem Traum von einem urigen Hobbyraum im Weg. Billardtisch und Clubsessel würden da doch viel eher hinpassen, oder etwa nicht?

Kurzum: Geräte und Werkzeuge brauchen ein eigenes Zuhause, einen Geräteschuppen. Ist der Entschluss gefasst, gilt es beim Bau eines kleinen Gartenhäuschens, einiges zu beachten.

Neu bauen oder renovieren?

Ein Gartenhaus hält nicht ewig, besonders nicht, wenn es schlecht gepflegt wird. Die Reparatur der Laube lohnt sich nur dann, wenn sie vergleichsweise neu und ihre Statik in Ordnung ist. „Wenn das Haus krumm und schief steht, deutet es auf ein falsch verlegtes Fundament hin“, sagt Michael Pommer von der Heimwerkerschule DIY-Academy in Köln. In diesem Fall sei unbedingt ein Neubau vorzuziehen.

Bevor ein Geräteschuppen gekauft oder in Auftrag gegeben wird, sollte man das örtliche Bauamt aufsuchen. Am besten, man nimmt den Werbeprospekt oder den Bauplan gleich mit – möglicherweise ist eine Baugenehmigung nötig.

Je nach Bundesland sind die Regelungen unterschiedlich und richten sich im Allgemeinen nach Größe, Fundament und Nutzungsart des Häuschens. Beispielsweise muss in Sachsen eine Laube mit einem festen Fundament bereits ab 15 Kubikmetern Raumvolumen genehmigt werden. Ein Geräteschuppen mit den Maßen drei mal drei malzwei Metern wäre also genehmigungspflichtig.

Bauen oder bauen lassen?

Wer Zeit und Mühe scheut, sollte den Geräteschuppen bauen lassen. Einige Firmen schrauben vorgefertigte Bausätze von bekannten Herstellern fachgerecht zusammen. Andere haben eigene Modelle oder auch Sonderanfertigungen im Angebot und berücksichtigen die individuellen Wünsche des Kunden.

Viele Bauherren entscheiden sich für einen Fertigbausatz aus dem Baumarkt. Gute Gerätehäuser könne man dort bereits ab 300 Euro bekommen, sagt Heimwerktrainer Pommer. „Baumärkte arbeiten mit namhaften Herstellern zusammen. Die Qualität der Häuser ist ausgezeichnet.“ Mitbedacht werden müssen allerdings die Kosten für das Fundament und mitunter die Dachdeckung.

Vor allem weniger erfahrenen Heimwerkern wird empfohlen, auf Bausätze zurückzugreifen. Bei den meisten handelt es sich um sogenannte Blockbohlenhäuser – sie bestehen aus vorgefertigten Holzbrettern, die einfach ineinandergesteckt werden. Die Anleitungen sind meist bebildert und gut verständlich. Viele Heimwerker seien jedoch der Ansicht, ohne Anleitung bauen zu müssen, sagt Pommer. 99 Prozent der Fehler ließen sich vermeiden, wenn man ihr Schritt für Schritt folge. „Einige hämmern unnötig Nägel rein, weil sie glauben, die Konstruktion damit stabiler zu machen.“ Das führe zu Spannungen im Holz – Tür und Fenster beginnen zu knarren. Ein versierter Heimwerker kann sein Gartenhaus auch selbst planen und bauen.

Foto: Hobbyhandwerker sollten mit Anleitung bauen.

Hobbyhandwerker sollten mit Anleitung bauen. 

Quelle: Fotolia

Der Eigenbau lohnt sich besonders bei aufwendigeren Häusern. Dabei können eigene Ideen verwirklicht und Kosten gespart werden. In Do-it-yourself-Blogs gibt es Anregungen und Baupläne für Gartenhäuser jenseits von 08/15. Der zeitliche Aufwand bei einer Eigenkonstruktion ist in der Regel weitaus höher als beim Zusammenbau eines Baukastens.

Egal ob selbst gebaut oder bloß zusammengeschraubt – das Holz bedarf Pflege. Noch vor dem Aufbau müssen Holzlatten imprägniert werden. Die fertige Laube sollte man mit Schutzlasur behandeln. Michael Pommer empfiehlt, die Lasur alle zwei bis drei Jahre zu erneuern.

Mit oder ohne Fundament?

Nahezu alle Gartenhäuser brauchen ein solides Fundament. Abhängig von Boden und Gelände kommen die klassische Betonplatte, Gehwegplatten oder ein Streifenfundament infrage. Beim Streifenfundament wird die Last nicht auf der gesamten Fläche verteilt, sondern nur punktuell. Der Beton wird ausschließlich unter den tragenden Wänden gegossen.

Das Fundament sorgt für die Stabilität der Laube und schützt das Holz vor aufsteigender Feuchtigkeit. Pfosten dürfen sich also nicht im Boden befinden, das Erdreich muss mit Kunststofffolie oder Teerpappe abgedeckt sein.

In seinen Kursen an der DIY-Academy rät Michael Pommer, im Umkreis von einem Meter um das Haus auf Rasen oder Büsche zu verzichten und eine Regenrinne zu installieren. So bleibe das Holz auch nach einem starken Regenguss sauber und könne schneller trocknen. Nur die leichteren und witterungsbeständigen Geräteschuppen aus Plastik kommen laut Angaben einiger Hersteller ohne Fundament aus. Es reiche aus, den Boden zu ebnen und zu verdichten.

Materialien für den Geräteschuppen

Die meisten Gartenhäuser werden aus Holz gebaut. Bei guter Imprägnierung und regelmäßiger Lasur sind sie langlebig, sehen schick aus und passen wunderbar ins Gartenidyll. Besonders gut für den Bau eignet sich die Nordische Fichte. Alternativen für einen kleinen Geräteschuppen sind Metall und Plastik. Die Materialien sind günstig, brauchen keine Pflege und halten wasserdicht. So können im Schuppen neben Werkzeugen auch Polster oder Kissen aufbewahrt werden. Optisch sind Stahlblech und Kunststoff jedoch gewöhnungsbedürftiger.

Von Alexander Salenko/RND

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