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Aus eins mach zwei: Stauden teilen

Gewusst wie Aus eins mach zwei: Stauden teilen

Alle paar Jahre sollte man Stauden wie Akelei, Funkie, Lilie und Rittersporn aus dem Boden holen und mit einem beherzten Schnitt mitten durch den Wurzelballen teilen. Es klingt hart – aber die Pflanzen überleben nicht nur, sie werden sogar vitaler.

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Schnitt zur Verjüngung: Wer seine Stauden alle paar Jahre teilt, kann sich sehr lange an den Blüten erfreuen.

Quelle: dpa/GMH

Während man wöchentlich Rasen mäht, beinahe täglich gießt und mehrmals im Jahr neue Pflanzen setzt, gehört das Teilen von Stauden zu den eher seltenen Aufgaben eines Hobbygärtners. Es ist aber eine wichtige: Wer alle paar Jahre Stauden verjüngt, wie Profis die Maßnahme auch nennen, kann sehr, sehr lange etwas von ihnen haben.

  • Was sind eigentlich Stauden  in meinem Garten?

Unter Stauden versteht man laut dem Bund deutscher Staudengärtner höhere Pflanzen, die über viele Jahre wachsen. Ihre einprägsamste Eigenschaft: Wenn sie verblüht sind, sterben in der Regel die oberflächlichen Teile ab. Aber der Wurzelstock bleibt erhalten, überwintert und treibt im Folgejahr wieder aus.

Die oberirdischen Teile einer Staude werden mit der Zeit nicht zu Holz, wie man das von den neuen Trieben von Bäumen und Sträuchern kennt. Man spricht daher davon, dass Stauden krautig wachsen. Bekannte Gartenstauden  sind etwa Akelei, Funkie, Lilie und Rittersporn.

  • Was bewirkt das Teilen der Stauden?

Viele Stauden vergreisen mit der Zeit. Werden sie geteilt, können sie sehr alt werden, erklärt Martin Becker, Mitglied im Bund deutscher Staudengärtner. Ausnahmen sind Pflanzen mit Pfahlwurzeln. Experten raten davon ab, sie zu teilen.

  • Wann ist das Teilen nötig?

Wenn Stauden einige Jahre alt sind, werden sie schwächer. Sie blühen weniger prächtig und sind anfälliger für Krankheiten. Ein Anzeichen ist bei vielen Stauden laut der Bayerischen Gartenakademie, dass die Horste innen kahl werden. Bei Stauden wie Herbstanemonen, Astilben, Silberkerzen und Purpurglöckchen wächst die Erneuerungsknospe jedes Jahr weiter aus dem Boden heraus. Teilen lassen sich Stauden auch, wenn die Pflanzen zu groß geworden sind. Dazu rät Becker alle drei bis fünf Jahre.

  • Wann im Jahr mache ich das?

„Bei jeder Regel gibt es Ausnahmen, aber man kann davon ausgehen, dass die Stauden, die im Frühjahr blühen, sich am liebsten im Spätsommer und Herbst teilen lassen“, erklärt Becker. Und jene, die später blühen, sind dann im zeitigen Frühjahr dran. Oft gibt das Etikett an den Pflanzen beim Kauf darüber Auskunft, oder man fragt einen Gärtner.

  • Wie gehe ich vor?

An dem Tag sollte es nicht über 20 Grad warm sein, empfiehlt der Staudengärtner Becker. Grundsätzlich ist das Teilen ganz einfach: Man gräbt den Wurzelballen aus der Erde aus, teilt ihn mit Messer, Spaten, Säge oder per Hand. Becker rät, die Wurzeln und das Grün darüber auf ein Drittel einzukürzen. Wichtig sei, die Pflanzen direkt wieder einzusetzen. „Die Wurzeln dürfen nicht austrocknen“, betont Becker.
Das Pflanzloch wird – wie beim Einsetzen von neuen Stauden – erst mal bearbeitet: Die Erde sollte gelockert und mit Kompost vermischt werden. Becker gibt hier maximal ein Drittel Kompost zum ausgegrabenen Boden hinzu. „Und vielleicht noch etwas organischen Dünger.“

  • Wie groß müssen die einzelnen Pflanzenstücke noch sein?

Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt: Die Teilstücke sollten mindestens faustgroß sein. Für Becker spielt die Größe keine Rolle – theoretisch ließen sich für den Verkauf in einer Gärtnerei aus einem Blauschwingel 300 neue Pflanzen machen. „Man braucht dafür auch den Platz im Garten“, sagt Becker.

  • Was, wenn die Wurzeln dabei zu Schaden kommen?

Dann werden diese, genauso wie zu lange Wurzeln, auf 15 bis 20 Zentimeter Länge abgeschnitten, rät die Bayerische Gartenakademie. Einen Extratipp gibt die Gartenakademie Rheinland-Pfalz: die Schnittstellen mit Holzkohle einpudern. Das vermeidet Fäulnis.

  • Welche Staude passt zu meinem Garten?

Unter den tausenden Stauden gibt es für fast jeden Standort die geeignete Sorte. Auch wenn viele der Sorten, wie Berg-Aster, Buschmalve oder Fetthenne, die Sonne lieben, können auch Menschen mit eher schattigen Gärten einen prachtvollen Staudengarten anlegen. Geeignet sind  Funkie, Christrose und Waldsteinie. Auch Elfenblume und Herbst-Anemone fühlen sich im Halbschatten wohl.

  • Was ist der neueste Stauden-Trend?

Der Bund deutscher Staudengärtner hat die Bergenie zur Staude des Jahres gewählt: „Attraktiv in Blatt und Blüte, vielseitig, unkompliziert, verlässlich und außerdem in zahlreichen wintergrünen Varianten erhältlich“, heißt es in der Begründung.

Je nach Art und Sorte bringen die Stauden mit ihren großen weißen, rosafarbenen, pinken oder purpurroten Glockenblüten von März bis Ende Mai Farbe in den Garten. Die Staudensorte punktet außerdem mit zahlreichen später blühenden Sorten. „,Pink Dragonfly’ ist wegen der spannenden Farbkombination eine meiner Favoriten: Über dem leuchtend roten Herbstlaub öffnen sich die zartrosafarbenen Blüten, die nach einiger Zeit in Lachsrosa umschlagen“, sagt Staudengärtnerin Annemarie Eskuche. „Die rosafarbene Sorte ,Herbstblüte’ blüht ab August ein weiteres Mal.“

Von Simone Andrea Mayer

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