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Licht für die Rosen, Schatten für den Teich

Gartenplanung Licht für die Rosen, Schatten für den Teich

Die Umsetzung von Gartenträumen gelingt, wenn Hobbygärtner ein paar Regeln beachten und realistisch bleiben. Teil 3 unserer Garten-Plan-Serie.

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Ein runder Gartenteich mit Seerosen stiftet Ruhe und Beschaulichkeit.

Quelle: dpa

Die Ideen sind gereift. Nun ist ein guter Zeitpunkt, Wünsche und Realität miteinander zu verbinden. Der Bestandsplan aus dem ersten Teil unserer kleinen Serie wird dabei helfen. Jeder Garten ist ein Einzelstück und trotzdem ähnelt sich zumindest das Prinzip der Planung. Die folgenden drei Wünsche sollen lediglich als Beispiele dienen, wie Ideen verwirklicht werden könnten. Selbst wer keinen Rosen-, Wasser- oder Obstgarten plant, wird sich die gleichen Fragen stellen: Passen die Möglichkeiten des Gartens zur Idee und habe ich genug Zeit dafür?

Lust auf Rosen-Romantik

In duftenden Blüten schwelgen, wer wünscht sich das nicht? Die meisten Gartenbesitzer möchten deshalb Rosen pflanzen und suchen nach einem geeigneten Standort. Für Rosen heißt das vor allem: So viel Licht, Luft und Nährstoffe wie möglich. Ihr Garten wird von der Sonne verwöhnt? Glückwunsch! Dann stehen die Chancen gut, dass Rosen bei Ihnen gedeihen werden. Den Sitzplatz mit Rosen rahmen oder mit einer von Rosen eroberten Pergola krönen? Das ist auch dann möglich, wenn der Boden eher sandig und deshalb nährstoffarm ist. Er lässt sich durch Zugabe von Tonmineralien wie zum Beispiel Bentonit verbessern. Zusätzlich sollten Sie den Pflanzen regelmäßig einen Langzeit-Rosendünger spendieren. Licht und Nährstoffe wären dann gegeben, bleibt der Anspruch auf einen luftigen Standort.

Damit Rosen von den Pilzkrankheiten verschont bleiben, sollten sie so gepflanzt werden, dass die Blätter rasch abtrocknen können. Konkret bedeutet das: Abstand halten! Wenn Sie ein Beet mit niedrigen Edelrosen bepflanzen möchten, sollten die Stöcke mit rund 50 cm Distanz zueinander gepflanzt werden, bei größeren Strauch- und Kletterrosen sind rund 150 cm angemessen. Wie sieht es aber in schattigen Gärten aus? Einige Sorten wie die „Königin von Dänemark“ oder die rankende „New Dawn“ gedeihen auch im Halbschatten und eignen sich für die Ost- oder Westseite.

Wenn der komplette Garten im Schatten liegt, sollten Hobbygärtner überlegen, warum sie sich Rosen im Garten gewünscht haben. Was verbinden sie damit? Ist es die Sehnsucht nach einer lange blühenden Pflanze mit romantischer Ausstrahlung? Statt sich mit kümmernden Rosen im Schatten zu ärgern, kann diese romantische Atmosphäre auch mit einer anderen Pflanze, der Hortensie, erzeugt werden. Hortensien fühlen sich nicht nur im Schatten wohl, sondern stehen den Rosen in Sachen nostalgischer Romantik in nichts nach und die mit Raureif überzuckerten verblühten Hortensien schmücken den Garten noch im Winter.

Wohlfühlen mit Wasser

Ein Teich gehört ebenfalls zu den beliebtesten Garten-Zutaten. Hier gilt es den Standort besonders sorgfältig auszuwählen, denn ein Teich kann nicht einfach umgepflanzt werden wie eine Staude. Zunächst sollte das Mini-Biotop so liegen, dass es gut zu überblicken ist. Dann hat der Gärtner auch eventuell am Ufer spielende Kinder besser im Blick. Gegebenenfalls kann auch ein Sitzplatz angelegt werden oder eine Bank aufgestellt werden, damit man sich am Teich aufhalten und die Wasserfläche in Ruhe auf sich wirken lassen kann.

Wie lange die Sonne in den Garten scheint, ist auch beim Teich wichtig, denn die Wasserpflanzen brauchen Licht zum Gedeihen. In der vollen Sonne sollte der Teich dennoch nicht liegen. Sonst könnte sich das Wasser im Sommer so stark erwärmen, dass nicht nur Pflanzen, sondern auch Algen bestens gedeihen. Ein halbschattiger Standort gilt deshalb als ideal – sofern der Schatten nicht durch Laubbäume gespendet wird: Das Wasser im Teich sollte möglichst nährstoffarm sein. Im Herbst würden die Nährstoffe durch das Laub aber förmlich in den Teich hineinfallen.

Wenn der Teich doch in der Nähe von Laubbäumen liegt – und das lässt sich wohl nur in wenigen Gärten vermeiden, – fängt ein über dem Wasser aufgespanntes Netz das Laub auf. Das klingt nach Arbeit? Stimmt, doch rund um den Gartenteich fallen noch einige weitere Pflegearbeiten an. Wer davor zurückschreckt, kann ganz klein anfangen und sich den Wunsch nach Wasser im Miniformat erfüllen: Ein Wasserspiel in einer Zinkwanne oder einem schönen Keramiktopf sorgt ohne großen Aufwand für Entspannung. Wenn die Pumpe mit Solarzellen betrieben wird, brauchen Sie für das Plätschern noch nicht einmal einen Stromanschluss.

Appetit auf eigenes Obst

Gartengenuss kann manchmal wörtlich genommen und die Früchte der Arbeit gegessen werden. Damit das Ernten nicht zur Last wird, lohnen sich ein paar Gedanken vorab. Dass man nur anbaut, was man auch gerne isst, versteht sich von selbst. Trotz der Vielfalt an Arten und Sorten gehört der Apfelbaum zu den beliebtesten Obstbäumen und das ist kein Zufall: Er liefert Früchte, die sich länger lagern lassen und nicht wie Birnen oder Kirschen innerhalb weniger Wochen oder gar Tage verarbeitet werden müssen.

Wer wenig Zeit hat und nur ab und zu Obst naschen möchte, kann Wildfrüchte wie zum Beispiel die Kornelkirsche (Cornus mas) pflanzen: Die ungefähr olivengroßen Früchte kann man im Spätsommer ernten, muss es aber nicht. Was man selbst nicht isst, bleibt für die Vögel übrig. In kleinen Gärten lässt sich Obst auch im Kübel anbauen. Kompakte Zwergformen gibt es mittlerweile in großer Auswahl und da Minibäumchen eher Naschobst statt Massenernten liefern, können Sie getrost auch Birnen oder Kirschen anbauen.

Egal, was Sie im Garten vorhaben: Wenn eine Idee nicht realisierbar scheint, lohnt es sich zu überlegen, ob es sich eine Nummer kleiner oder mit anderen Pflanzen umsetzen lässt. Der Wunsch, der hinter einer Idee steckt, kann schließlich viele Gesichter haben.

Von Stefanie Syren

Hacken und lockern

Was der Gartenboden braucht: Krümelig, humos mit guter Wasserhaltekraft und ausreichend durchlüftet – so sollte ein fruchtbarer Gartenboden sein, damit alle Pflanzen optimal wachsen. Wichtig ist für den Hobbygärtner vor allem, dass der Boden ausreichend aufgelockert wird, erklärt der Zentralverband Gartenbau in Bonn. Sonst entsteht Staunässe. Daraus folgt: Die Durchlüftung des Bodens ist gestört und sowohl bei Pflanzen als auch beim Rasen kommt es zu Wachstumsstörungen.

Was der Hobbygärtner also tun sollte: Regelmäßig den Boden hacken in der Wachstumsphase, besonders nach Regen. Denn das bringt mehr Luft in den Boden. Bei lockeren und leichten Sandböden helfen Zuschlagstoffe wie Kompost, damit der Boden Wasser und Nährstoffe speichern kann. Auch Tonmehl, auf der Bodenoberfläche leicht eingearbeitet, fördert die Nährstoffspeicherung. Bei leichten Böden kann man sich das Umgraben mit dem Spaten sparen. Eine Harke ist ausreichend zur Bodenlockerung. Schwere Lehm- und Tonböden speichern Regenwasser sehr gut, dennoch sind Staunässe und Luftmangel oft problematisch. Auch hier helfen eine Zugabe von Kompost und ein tiefgründiges Lockern mit Hilfe einer Grabegabel.

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