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Eine Heimat für die Lotosblume

Im Grünen Eine Heimat für die Lotosblume

Ein großer Teich passt nicht in jeden Garten, doch für einen kleinen hat fast jeder Platz. Wer selbst ein Refugium für Insekten und Pflanzen gestalten möchte, braucht nicht viel mehr als eine Zinkwanne.

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Das erste Blatt ist schon da. Bis die Lotosblüte zu sehen ist, vergeht noch ein wenig Zeit.

Quelle: Klein

Ein Garten ist nie fertig! Die Gärtnerinnen und Gärtner unter Ihnen wissen das bestimmt. Auf meiner To-do-Liste stand in diesem Jahr auch das Anlegen eines kleinen Gartenteiches. Nichts Großes. Wirklich nur ein kleiner Teich. Gerade groß genug für eine Lotuspflanze und ein wenig Froschbiss. Die Lotosblume ist aufgrund ihrer beeindruckend schönen Blüten auf meiner Liste gelandet, der Froschbiss weil sie optimal als Landeplatz für durstige Bienen und Insekten geeignet ist. Auf den kleinen grünen Blättern können Bienen und andere Insekten an heißen Sommertagen sicher Platz nehmen und bequem trinken.

Lotosblume hübsch und essbar

Die Wahl zwischen dem Amerikanischen Lotos (Nelumbo lutea), dem Indischen Lotos (Nelumbo nucifera) und der kleinen Lotosblume Gregg Gibson ist mir nicht leicht gefallen, alle blühen wunderschön. Bei mir ist es letztlich der rosablühende Indische Lotos geworden. Von der späteren Schönheit der Pflanze ist beim Rhizom erstmal nichts zu sehen. Es sieht aus wie ein überlanger und hübsch gebogener Spargel, ist aber leider deutlich empfindlicher als dieser. Bei unsanfter Behandlung kann die Rhizomspitze leicht abbrechen, und dann wird nichts aus der erwarteten Blütenpracht. Die Lotus-Rhizome lassen sich daher nur kurze Zeit im Frühjahr verschicken. Sie werden zum Schutz vor Transportschäden in Torfsubstrat eingebettet geliefert. Das hat allerdings nichts im Teich zu suchen. Es ist zu sauer und lässt das Rhizom verfaulen. Ich hatte das zunächst nicht beachtet und musste Erde und Wasser am nächsten Tag noch einmal austauschen. Sicherer ist es, eine fertig eingetopfte Lotospflanze zu kaufen. Diese wird auch über einen längeren Zeitraum angeboten.

Foto: Der Froschbiss eignet sich als Teichpflanze ebenso wie ...

Der Froschbiss eignet sich als Teichpflanze ebenso wie ...

Quelle: Wikipedia

In seiner Heimat wird der Indische Lotos auch in der Küche verwendet. Seine Rhizome, Blätter, Blüten und Früchte sind nämlich essbar. In Scheiben geschnitten, gedünstet oder frittiert werden die essbaren Teile gerne in Salaten oder zu Reis serviert. Die Pflanze benötigt einen vollsonnigen, geschützten Standort mit nährstoffreichem, mindestens 30 Zentimeter tiefem lehmigen Boden und rund zehn Zentimeter Wassertiefe. Das Wasser darf im Winter nicht durchfrieren. Ein großer Kübel, der an einen frostfreien Standort verbracht werden kann, ist daher optimal. Ein Teich muss entweder tief genug sein oder durch eine Abdeckung vor Frost geschützt werden.

Foto: ... der rosablühende, großblättrige Indische Lotos.

... der rosablühende, großblättrige Indische Lotos.

Quelle: Wikipedia

Ein Teich in der Zinkwanne

Bei mir sitzt die Lotosblume in einer Zinkwanne. Für einen richtig großen Teich mit Teichfolie und allem anderen, was dazugehört, ist der Gartenteil, den ich für den Teich vorgesehen habe, ohnehin viel zu klein. Ich habe daher zwei alte Zinkwannen günstig erstanden. Eigentlich wollte ich nur eine, aber die zweite gab es einfach dazu. Die große Wanne hat einen Durchmesser von 90 x 50 Zentimetern, und sie ist ungefähr 40 Zentimeter tief. Die kleinere Wanne ist knapp halb so groß. In ihr soll nur Froschbiss wachsen. Ich habe beide Wannen zu zwei Dritteln in der Erde versenkt. So fügen sie sich besser in die Umgebung ein. Die große Wanne wurde zunächst 15 Zentimeter hoch mit lehmhaltiger Erde gefüllt. Laut Pflanzenleitung habe ich dann so viel Regenwasser zugefügt, bis sich alles in eine richtig schöne Matsche verwandelt hat. In die matschige Erde wurde dann mit viel Fingerspitzengefühl das Lotus-Rhizom eingebettet.

Auf dem Rhizom habe ich dann noch eine Schicht lehmhaltige Erde verteilt – die Erdschicht sollte insgesamt ungefähr 30 Zentimeter hoch sein – und vorsichtig zehn Zentimeter von der Sonne aufgewärmtes Regenwasser eingefüllt. Die beiden Triebspitzen schauten aus dem Wasser heraus. Bevor die Wanne ganz gefüllt wird, muss sich das Wasser zunächst erwärmen. Ich habe bis zum Abend gewartet und dann noch einmal eine Handbreit Wasser eingefüllt. Den Rest erledigte der warme Sommerregen.

Attraktion im Garten

Inzwischen sind die ersten kreisrunden Blätter zu sehen. Mit der ersten Blüte rechne ich in den nächsten Wochen. Für meine Bienen, schillernde Libellen und viele andere Insekten ist der Teich schon jetzt die Attraktion im Garten. An sonnigen Tagen finden sie sich dort in großer Zahl ein.

Von Anja Klein

Frösche bringen Leben in den Teich

Ein Frosch ist nützlich und bringt Leben in den Gartenteich. Wer Frösche anlocken möchte, sollte eine möglichst naturnahe Umgebung schaffen. „Wenn ich im Garten nur den englischen Rasen habe, kann ich lange warten“, sagt Julian Heiermann, Zoologe beim Naturschutzbund (Nabu). Um ein natürliches Umfeld zu schaffen, müssen Gartenbesitzer aber nicht unbedingt aufwendige Pflanzaktionen starten. Will man ein bisschen nachhelfen, sind krautige Pflanzen wie Sumpfdotterblume, Wasserminze oder Fallkraut gut. Auch Schilf ist hilfreich für Amphibien: Erdkröten spannen zum Beispiel Laichschnüre, die sie gut um einzelne Schilfhalme wickeln können.

Das Wichtigste ist aber, dass der Teich fischfrei ist. Für Kois oder Goldfische sind Froschlaich und Kaulquappen ein gefundenes Fressen. Nur wenn die Wasserfläche groß genug ist, zum Beispiel in einem Weiher, können heimische Fischarten und Amphibien dort miteinander leben. Eine weitere Gefahr lauert am Ufer: Hauskatzen bringen auf ihren Streifzügen gerne Frösche zur Strecke. Deshalb sollte man übereifrige Katzen im Auge behalten. Außerdem kann man den Teichrand mit Ästen oder Steinen strukturreich gestalten, damit sich die Amphibien bei Gefahr schneller zurückziehen können.

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