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Schmuck für den Garten bis in den Winter

Pflanztipp Schmuck für den Garten bis in den Winter

Federborstengras gibt es in einigen Varianten: Winterhart kann es für viele Jahre ein Schwerpunkt der Beetgestaltung im Herbst sein. Andere Arten verschwinden nach einem Jahr wieder – und machen so Platz für Neues.

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Wohltuendes Grün

Gras ist nicht nur grün – in Schattierungen, Formen und Farben wird Ziergras immer beliebter bei Hobbygärtnern.

Quelle: iStock

Gräser fallen im Garten vor allem dann auf, wenn der Sommer vorbei ist. Viele Arten schieben erst dann ihre Blütenstände durch die Laubbüschel in die Höhe. Ein besonders bezaubernder Vertreter der Herbstgräser ist das Pennisetum, im Deutschen nennt man es Federborstengras. Diese umgangssprachliche Bezeichnung deutet auf die Form der Blüten hin, die sich übergeneigt wie grobe Federn im Wind wiegen.

Hobbygärtner müssen bei der Auswahl ihres Federborstengrases besonders eines bedenken: Manchen Arten fehlt die ausreichende Winterhärte für das mitteleuropäische Klima. Zu denen, die aber mehrere Jahre – und auch die Winter – im Garten über erhalten blieben, gehörten das Japanische Federborstengras (Pennisetum alopecuroides) mit kompakten, dicken Blütenständen und das Feine oder Orientalische Lampenputzergras (Pennisetum orientale), sagt Friedrich Camehl, Landschafts- und Staudengärtner aus Betzhorn bei Wolfsburg.

Ihr Vorteil ist ein schöner Winterschmuck: Das Gras verleiht dem dann eher grauen Garten eine schöne Struktur – vor allem, wenn es von Raureif und Eiskristallen bedeckt ist. „Der Rückschnitt erfolgt erst im März“, rät Camehl. Für einen sauberen und gleichmäßigen Schnitt nimmt der Gärtner am besten die Heckenschere.

Foto: Das Japanische Federborstengras ist ein schöner Winterschmuck.

Das Japanische Federborstengras ist ein schöner Winterschmuck.

Quelle: dpa

Robuste und langlebige Pflanzen

„Wenn die Blüte nach einigen Jahren nachlässt, sollte man das Federborstengras teilen“, rät Camehl. Ein guter Zeitpunkt ist der Juni. Dabei sollten Teilstücke von der Größe einer Faust oder sogar kleiner entstehen. So regeneriert sich das Gras besser und wächst wieder rasch zu einer stattlichen Schönheit heran.

Der Landschaftsgärtnermeister empfiehlt zum Beispiel die Sorte „Hameln“ des Japanischen Federborstengrases. Sie sei auch am weitesten verbreitet. Das Gras bleibt eher niedrig und kompakt bei einer Höhe von 60 bis 90 Zentimetern. Die Sorte „Little Bunny“ ist sogar kleinwüchsig mit 10 bis 30 Zentimetern, „Little Honey“ wird bis zu 40 Zentimeter hoch. Wer etwas Höheres sucht, sollte zu „Cassian“ und „Weserbergland“ greifen. Extratipp: Die Sorte „Japonicum“ fällt im Garten auf, da ihre Blüten eine weiße Spitze tragen.

Bunte Gräser für mehr Abwechslung im Beet

Beim Orientalischen Federborstengras haben sich im Handel vor allem die Sorten „Karley Rose“ mit rosafarbenen Blütenwalzen und die bis zu 180 Zentimeter hohe „Tall Tails“ durchgesetzt. Wer lieber Abwechslung im Garten will, setzt auf einjährige Varianten des Grases. Dazu gehört die Perlhirse (Pennisetum glaucum) mit breiten Blättern und stattlichen Kolben. Der Landschaftsgestalter Peter Janke aus Hilden empfiehlt das Gras für Mischpflanzung aus Einjährigen und Stauden.

Das bei Hobbygärtnern beliebte Federborstengras der Art Pennisetum setaceum darf in Deutschland nicht mehr verkauft und kultiviert werden. Das haben mehrere der für den Naturschutz zuständigen Landesämter oder Umweltministerien der Bundesländer mitgeteilt. Das Verbot gilt auch für die als steril geltenden Sorten und Hybriden der Pflanze.

Foto: Das Afrikanische Lampenputzergras hat eine besonders intensive Färbung.

Das Afrikanische Lampenputzergras hat eine besonders intensive Färbung.

Quelle: dpa

Verbot der invasiven Schönheit

Pennisetum setaceum war bisher im Gartenhandel auch zu finden unter den Bezeichnungen Afrikanisches Lampenputzergras oder Rotes Lampenputzergras. Im August 2017 hat die Europäische Union diese Pflanzenart in ihre Liste der invasiven gebietsfremden Arten aufgenommen, da sie sich stark verbreiten und damit einheimischen Pflanzen Probleme bereiten kann. Das hat nun ein Verbot von Verkauf, Freisetzen und Halten der Pflanze zur Folge – auch in Privatgärten.
Müssen Hobbygärtner das Gras nun ausgraben und vernichten? Kontrollen in Privatgärten scheint es laut den Aussagen einzelner Länderbehörden nicht zu geben. Zu übereiltem Handeln gibt es keinen Grund: Die Gattung Pennisetum  überlebt in Deutschland in aller Regel den Winter nicht. Die ersten knackigen Frostnächte werden die Gräser wohl vernichten.

Pflegetipps

Grundsätzlich sind Federborstengräser relativ anspruchslos, wenn es um ihren Boden geht. „In der Wachstumsphase benötigen die Pflanzen jedoch viel Wasser“ – vor allem in sandigen Böden, erklärt Staudengärtner Friedrich Camehl. Und die Gräser sind für sonnige Plätze ideal. Daher empfiehlt Landschaftsgestalter Peter Janke die Kombination mit Montbretien (Crocosmia), Prachtkerzen (Gaura) sowie pinkfarbenem Siegwurz (Gladiolus communis) und orange blühenden Fackellilien (Kniphofia). Und er rät, die einjährigen Grasarten in den Kübel zu setzen. Gerade auch darin müssen sie mit Wasser gut versorgt werden und kommen am besten in höhere Gefäße mit einem ebenfalls höheren Erdvolumen.

Von Dorothée Waechter

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