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Wer seinen Garten liebt, der schiebt

Rasenmäher im Test Wer seinen Garten liebt, der schiebt

Im Sommer wächst das Gras wie verrückt. Fast einmal in der Woche heißt es: Mähen. Die Frage ist nur – mit welchem Gerät? Ein Testbericht direkt aus der Kleingartenkolonie.

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Mähen kann Spaß machen. Aber mit welchem Gerät, ist eine Wissenschaft für sich.

Quelle: dpa

Viel Rasen gibt es nicht in meinem Garten. Seine Fläche ist im Laufe der Jahre immer mehr geschrumpft, weil ich dringend Platz für Blumenrabatten und Gemüsebeete brauchte. Aber ganz aufs gepflegte Grün möchte ich auch nicht verzichten. Wo soll denn sonst der Grill stehen und der Liegestuhl für die verdiente Gärtnerinnenpause?

Der Handmäher

Als ich den Garten übernommen habe, musste die Mäherfrage schnell geklärt werden. Eine meterhohe Wiese wird im Kleingartenverein nicht gerne gesehen. Der Mann bestand auf einem Handmäher. Er liebt das Geräusch, das dieser beim Mähen macht, es macht ihn glücklich. Jede Woche würde er damit den Rasen mähen, versprach er hoch und heilig. Für eine ganz kurze Zeit hat das auch geklappt, aber dann kam immer öfter was dazwischen. Der Rasen wuchs währenddessen friedlich vor sich hin. Das nostalgische Geräusch beim Mähen wurde bald, nach einer längeren Mähpause, vom Fluchen des Mannes übertönt, der sich mit ganzem Körpereinsatz durch zehn Zentimeter lange Halme quälte. Am Ende der Gartensaison waren die Schneidemesser stumpf. Die blühenden Grashalme und die vielen Gänseblümchen waren schuld. Zum Schärfen braucht man eine eigene Schleifmaschine. Beim Profi kostet einmal Schleifen ca. 10 bis 20 Euro.
Fazit: Ein Handmäher ist gut für kleine Rasenflächen geeignet, solange man regelmäßig mäht und das Schärfen der Messer mit kalkuliert. Das Schnittbild beim Handmäher ist allerdings unübertroffen. So sauber mäht sonst keiner.

Der Benzin-Rasenmäher

Nach einer besonders langen Mähpause habe ich mir den Benzin-Rasenmäher einer Gartennachbarin geliehen. Die langen Halme waren kein Problem für ihn. Er hat sie ratzfatz abgesäbelt. Dabei allerdings einen Höllenlärm veranstaltet. Mal abgesehen davon, dass er für unsere kleine Rasenfläche leicht überdimensioniert und nicht besonders wendig war. Leider liegt dieses Modell in der Beliebtheitsskala der Kleingärtner ganz weit oben. Den ganzen Sommer hindurch röhrt es in einer Art Kettenreaktion durch die Gärten. Immer wenn einer fertig ist, fängt der Nächste an. Nie mähen alle gleichzeitig. Ich persönlich wäre sehr für feste Mähzeiten. Ein Zeitfenster von einer Stunde am Tag – mehr nicht (die unsagbaren Laubbläser und ähnliche Geräte mit inbegriffen). Sollte ich jemals den Vereinsvorsitz übernehmen, das wäre mein Wahlversprechen!
Fazit: Der Benzin-Rasenmäher ist gut für größere, rechteckige Rasenflächen geeignet und nimmt auch längere Mähpausen nicht übel. Dafür ist er nicht besonders kurvengängig und ganz schön laut. Gibt es vor Ort keinen Strom, ist er das Gerät der Wahl.

Der Elektromäher

Ein anderer Gartennachbar mäht mit einem Elektromäher. Er ist klein und wendig und macht im Vergleich zum Bezin-Rasenmäher deutlich weniger Lärm. Eigentlich. Denn da es in der Kleingartenanlage keinen Strom gibt, betreibt der Nachbar seinen Mäher über einen Stromgenerator. Der wird mit Benzin betrieben und ist genauso laut wie der Benzin-Rasenmäher. Dazu kommt noch das Stromkabel. Je nach Rasengröße muss es ziemlich lang sein. Je länger es ist, desto leichter verheddert es sich. Ich habe es in einem anderen Garten, beim Kreisen um einen Baum mitten im Rasen, schon mal geschafft, mit dem Mäher über das Kabel zu fahren. Das ist uns nicht gut bekommen – dem Kabel und mir.
Fazit: Ein Elektromäher ist gut für den Handtuchgarten am eigenen Haus geeignet. Bei größeren Grundstücken wird das lange Stromkabel leicht zum Problem. Dafür punktet er beim Kabel-aus-der-Schnittbahn-Schwingen mit einem recht authentischen Cowgirl-Gefühl.

Der Akku-Rasenmäher

Ich habe mich letztlich für einen Akku-Rasenmäher entschieden. Der ist fast so leise wie ein Handmäher, wenn auch ohne sein nostalgisches Mähgeräusch. Dazu ist er noch klein und wendig. Die kreisrunde Rasenfläche um unseren Birnbau herum schafft er mit Bravour. Ganz ohne lästiges Kabelschwingen und Hin- und Herrangieren. Dafür ist seine Reichweite begrenzt. Sie hängt von der Akkustärke ab. Die Herstellerangaben sind da recht großzügig ausgelegt. Meist schafft man weniger Quadratmeter als angegeben mit einer Akkufüllung. Zudem sinkt die Reichweite mit der Länge der Grashalme. Für meine kleine Rasenfläche ist er dennoch eine gute Wahl.
Fazit: Garantiert ein ohrenschonendes Mäherlebnis in kleinen Gärten ohne Stromanschluss. Das einzige Problem besteht darin, den Akku regelmäßig aufzuladen und mit in den Garten zu nehmen. Daran arbeite ich noch ...

Von Anja Klein

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