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Ab durch die Hecke!

Sichtschutz für den Garten Ab durch die Hecke!

Wenn wir das Sonntagsfrühstück genießen oder die Freundin zum Kaffee kommt, möchten wir zwar draußen, aber nicht auf dem Präsentierteller sitzen. Ein passender Sichtschutz sorgt da für Abhilfe.

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Hecken sorgen für Sichtschutz - für beide Seiten.

Quelle: dpa

Man muss kein Spezialist für Feng-Shui sein, um einige Grundzutaten für das persönliche Wohlbefinden zu kennen. Eine völlig frei stehende Bank wirkt nicht gerade einladend. Die gleiche Bank gerahmt von einer Hecke oder einer Wand, die förmlich „Rückendeckung“ schenkt und von Nachbarn und Passanten nicht einsehbar ist, dagegen schon. Egal in welcher Form sie für Behaglichkeit sorgen, die Bezeichnung Sichtschutz allein trifft es nicht. Denn auch optisch können blickdichte Elemente den Garten bereichern. Zu den grünlichen Holzwänden aus dem Baumarkt gibt es zum Glück schöne Alternativen.

Lebendiger Sichtschutz aus Pflanzen

Ein Sichtschutz aus Pflanzen passt ebenso gut zu modernen wie zu traditionellen Gärten. Dabei gibt es durchaus Alternativen zu einer nach wie vor häufig gepflanzten Thujahecke, die das ganze Jahr über gleich aussieht. Zum Beispiel die Hainbuche (Carpinus betulus): Sie gehört zwar nicht zu den immergrünen Gehölzen, doch das hat auch seinen Reiz. Eine Hecke aus Hainbuchen wandelt ihr Gesicht im Laufe der Jahreszeiten. Das raschelnde Laubs im Spätherbst und der frische Austrieb im Frühling bereichern den Garten. Wenn die Liegestühle wieder auf die Terrasse kommen, ist das Laub der Hainbuche meist wieder so dicht, dass man sich hinter der Hecke ungestört die Sonne auf den Bauch scheinen lassen kann.
Auch die Kornelkirsche (Cornus mas) verändert ihr Aussehen im Laufe der Gartensaison: Sie zeigt kleine gelbe Blütenbällchen im März, bietet Bienen ersten Nektar, dient anschließend als grüner Sichtschutz und spendiert im Spätsommer leckere Früchte, die nicht nur den Vögeln schmecken: Selbst gekochte Marmelade aus Kornelkirschen macht zwar viel Arbeit, schmeckt aber köstlich. Und: Es gibt sie nicht im Supermarkt zu kaufen. Wer jedoch vor allem Wert auf ganzjährigen Sichtschutz legt, greift auf immergrüne Gehölze wie Liguster, Kirschlorbeer oder Eiben zurück.
Aber wie sieht es mit der Pflege aus? Hecken müssen natürlich in Form gehalten werden, doch auch hier hilft die Wahl der richtigen Pflanze. Von manchen Arten gibt es Sorten, die nicht oft geschnitten werden müssen. Bei der Eibe greifen Profis gerne auf die Sorte Hicksii zurück. Für langsam wachsende Pflanzen wie sie muss zwar zunächst mehr Geld ausgegeben werden, doch die Investition lohnt sich. Diese Eibe muss nur einmal pro Saison zurückgeschnitten werden. Schneller wachsende Gehölze wie die bekannte, günstige Thuja müssen doppelt so häufig gestutzt werden. Wer nicht selbst zur Schere greifen möchte, engagiert einen Profi. Er sorgt für einen fachgerechten Rückschnitt, der die Hecke mit den Jahren immer dichter werden lässt.

Schnelle Lösungen aus Holz

Ein ganzjähriger Sichtschutz, der auch auf dem kleinsten Grundstück Platz findet, lässt sich aus Holz bauen. Zugegeben, die angebotenen Sichtschutzelemente von der Stange sind meist keine Augenweide. Doch auch Sichtschutz aus Holz gibt es in Schön. Von Natur aus haltbare Arten wie Douglasie oder Lärche müssen zudem nicht imprägniert oder gestrichen werden und nehmen mit der Zeit eine unaufdringliche, silbrige Patina an.
Wer sich nicht entscheiden kann zwischen einem Sichtschutz aus Pflanzen oder Holz, kann auch beides kombinieren. Denn die Wände lassen sich wunderbar mit Kletterpflanzen begrünen: Wilder Wein erklimmt etwa die Holzflächen wie von selbst, für andere Kletterer, zum Beispiel eine Clematis, lassen sich Rankhilfen montieren.

Solides Mauerwerk aus Stein

Auch wenn sie ein schlechtes Image haben: Mauern eignen sich naturgemäß hervorragend als Sichtschutz und müssen den Garten nicht zwangsläufig in eine Trutzburg verwandeln. Dass Mauern nicht abweisend wirken müssen, weiß jeder, der die teilweise durch Backstein gegliederten Gartenzimmer von Sissinghurst in der südenglischen Grafschaft Kent besucht hat. Hier wehren die Mauern vor allem Wind ab und teilen den Garten in überschaubare Einheiten auf. Ganz nebenbei aber speichert der Stein die Sonnenwärme und bietet ideale Bedingungen für Spalierobst. Spätestens wenn an einer Mauer knackige Äpfel und zuckersüße Birnen heranreifen, wird sie zur Augenweide.

Trennwände aus Metall und Glas

Frei stehende Steinplatten, sogenannte Stelen, passen in designorientierte Anlagen und eignen sich gut, um kleinere Bereiche innerhalb des Gartens abzutrennen. Je nach Ausführung wirken sie wie eine schmucke Skulptur. Deutlich dünner als Natursteinstelen sind die nach wie vor gefragten Metallwände aus Cortenstahl, die sich in einem angenehm warmen Rotbraun präsentieren. Anders als ihre Rost-Patina vermuten lässt, ist dieser Stahl übrigens wetterfest. Wer es modern mag und zwar fremde Blicke, nicht aber das Licht aussperren möchte, kann auf mattierte Glaswände zurückgreifen. Sie harmonieren gut mit modernen Gärten und klaren Strukturen.

Gartenzimmer mit Aussicht

Wer sich komplett vor Einblicken schützt, kann umgekehrt den Blick auch nicht schweifen lassen und das ist schade. Zumindest wenn der Garten in einer landschaftlich reizvollen Umgebung liegt. Wer von der Terrasse aus in die Landschaft schauen kann, lässt das eigene Grundstück übrigens auch größer wirken, als es ist. Das ist gerade bei kleinen Gärten nützlich.
Man kann sich indes auch nur die Rosinen rauspicken. Den Kirchturm oder einen Hügel möchten Sie sehen, das Einkaufszentrum aber nicht? Dann planen  Sie eine kleine Aussparung in der Wand oder Hecke als Fenster nach draußen ein und genießen Sie das ansonsten Ihr vor Blicken und Wind geschütztes Gartenzimmer

Von Stefanie Syren

Kletterpflanzen

Soll eine Wand rasch begrünt werden, leisten Kletterpflanzen gute Dienste. Bis zu sieben Meter können sie sich in die Höhe schlingen. „Man unterscheidet zwischen den Gerüstkletterpflanzen und den Selbstklimmern“, sagt Stefan Brandhorst von der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung in Saarbrücken. Die Gerüstkletterer bevorzugen unterschiedliche Kletterhilfen: „Schlingpflanzen wie der Blauregen (Wisteria) umschlingen Seile oder Stäbe mit einem Durchmesser zwischen 0,5 und 5 Zentimetern“, so Brandhorst. Spreizklimmer wie Kletter- und Rankrosen haken sich mit Hilfe von Dornen, Stacheln und Trieben in waagerecht verlaufende Strukturen. Im Garten können Kletterpflanzen an Wänden einen gleichmäßigen Hintergrund bilden, wie der immergrüne, robuste Efeu (Hedera helix).

Die Ansprüche an den Standort sind verschieden: Für sonnige Plätze empfiehlt Brandhorst Zier-Kiwi mit einer rosafarbenen Blattspitze (Actinidia kolomikta) und gelb blühende Waldreben (Clematis orientalis). Für Schatten eignen sich die Alpen-Waldrebe (Clematis alpina) und das Trompeten-Geißblatt (Lonicera x brownii). Duftrebe (Vitis riparia), Wilder Wein und Spalthortensie (Schizophragma hydrangeoides) vertragen beides.

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