Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Ein Heim aus Glas für Mensch und Pflanzen

Gewächshaus Marke Eigenbau Ein Heim aus Glas für Mensch und Pflanzen

Sie sind nützlich und dekorativ zugleich: Gewächshäuser. Mit etwas handwerklichem Geschick können sich Gärtner aus alten und ausgebauten Fenstern ein ganz individuelles Glashaus bauen.

Voriger Artikel
Wünsche wachsen lassen
Nächster Artikel
Eine Blüte aus dem Glas

Selbst gebaut und langlebig: Aus alten Fenstern – zum Beispiel aus einem Fachwerkhaus – lässt sich ein stabiles Gewächshaus zimmern. Bereits im Februar können dort die ersten Pflanzen gezogen werden.

Quelle: Klein

Die Zeit, die Gärtnerinnen und Gärtner im Sommer im Garten verbringen können, ist viel zu kurz und der Winter viel zu lang. Fünf Monate auf dem Sofa sitzen und Gartenkataloge blättern ist schlecht für Figur und Geldbeutel. Spätestens im März wollen Gartenliebhaber wieder in der Erde wühlen, etwas pflanzen und wachsen sehen. Und weil es dann draußen meistens immer noch zu kalt ist, ist ein Gewächshaus die Lösung.

Hinter wärmenden Scheiben keimen und wachsen die ersten Gemüsepflänzchen und viele einjährige Sommerblumen bereits ab Februar. Als kräftige Pflanzen können sie dann, sobald kein Frost mehr zu erwarten ist, mit einem gehörigen Wachstumsvorsprung in den Garten umziehen. Auch der Nachschub für die abgeernteten Beete lässt sich rund ums Jahr im Gewächshaus vorziehen. Tomaten, Paprika und Chilis verbringen am liebsten gleich den ganzen Sommer hinter Glas und am Saisonende beziehen dann die empfindlichen Topfpflanzen dort ihr Winterquartier.

Welches Haus ist das richtige?

Die Auswahl an Gewächshäusern ist riesig. Es gibt einfache Gewächshäuser mit Plastikfolienüberzug. Edle und hübsch verzierte Glashäuser. Winzige Exemplare, die sogar auf einen Balkon passen, und riesig große, die Platz für eine ganze Kaffeetafel bieten. Wer über einen Stromanschluss verfügt, kann sein Gewächshaus beheizen, und wenn ein Wasseranschluss vorhanden ist, ein Bewässerungssystem anschließen. Ein Richtig oder Falsch gibt es hier nicht. Es kommt in erster Linie darauf an, welche Pflanzen im Gewächshaus gezogen werden sollen, wie viel Platz verfügbar ist und wie viel es kosten darf.

Plastik oder Glas?

Während eines Englandurlaubs vor einigen Jahren habe ich mich in die alten viktorianischen Gewächshäuser in den botanischen Gärten verliebt. Diese hübschen Häuschen sind kein Vergleich mit der funktionellen Plastikfolienvariante, die man aus unseren Gärten kennt. Hier wächst hinter Glas nicht nur der Blumen- und Gemüsenachwuchs unter perfekten Bedingungen heran. Auch die Gärtnerin kann sich inmitten Ihrer Pflanzen eine stilvolle Teepause gönnen oder sogar – sofern das Glashaus groß genug ist – zum winterlichen Kaffeekränzchen einladen.

Allerdings haben Gewächshäuser aus echtem Glas ihren Preis. Die größeren unter ihnen benötigen ein Fundament, ihr Aufbau handwerkliches Geschick und helfende Hände. Ihr Standplatz sollte sorgfältig gewählt werden. Wäre ja schade, wenn nahestehende Bäume nach einem Wachstumsschub ihren Schatten auf das Gewächshaus werfen.

Klein und sehr fein - Sie haben keine Berechtigung dieses Objekt zu betrachten.

Alte Fenster gibt es im Internet

Ich spreche da aus Erfahrung. In unserem Garten steht zwar nicht die viktorianische Variante, dafür aber ein aus Fachwerkfenstern zusammengebautes, sehr individuelles Gewächshaus. Die alten Fenster sowie eine Tür habe ich im Internet ersteigert. Wir haben das Haus selbst zusammengezimmert – kritisch beäugt von den Nachbarn in der Kleingartenkolonie. Dafür verlegten wir zunächst Fliesen für den Boden. Die Fenster wurden in ein Gestell aus Holzbalken eingefügt und mit Fensterkitt versehen. Das ist für Laien manchmal nervenaufreibend, weil der Kitt gern überall klebt, nur nicht da, wo er soll. Dennoch waren wir nach einer guten Woche mit dem Grundgerüst, den Seiten und der Bedachung weitgehend fertig. Als erste Bewohner zogen zehn winzige Salatpflänzchen in das Gewächshaus. Außerdem hatte ich ein paar Ringelblumensamen aus dem Klostergarten der Abtei Fulda bestellt. Die vermehren sich zwar auch von selbst, aber so hatte ich ein paar ganz frühe Farbflecke für den Garten.

Reiche Tomatenernte garantiert

Im ersten Jahr habe ich in meinem Gewächshaus so viele Pflanzen vorgezogen, dass es für die ganze Kleingartenanlage reichte, und meine Tomatenernte war spektakulär. Leider werfen inzwischen die in der Nachbarschaft stehenden Bäume einen langen Schatten, und die Tomaten müssen in dieser Saison an einen sonnigeren Platz umziehen. Mit einem Folienhäuschen wäre der Umzug sicher einfacher zu bewältigen. Für mich kommt trotzdem, schon aus ästhetischen Gesichtspunkten, nur ein Glashaus infrage. Da wir dort einen Großteil unserer Gemüsepflanzen und auch die einjährigen Sommerblumen vorziehen, lohnt es sich, auch in dieser Hinsicht auf ein langlebiges, stabiles Haus zu setzen.

Am Ende der Saison beziehen dann meine wärmeliebenden Topfpflanzen darin ihr Winterquartier. Rosmarin, Verbene, der echte Lorbeerbaum und meine vielen Ziersalbeisorten überstehen dort, eingewickelt in eine Extraschicht Vlies oder Luftpolsterfolie, die kalten Wintertage ganz gut. Und ich selbst genieße es sehr, an einem sonnigen Wintertag mit einer Tasse heißem Tee in die Sonne zu blinzeln oder mich an einem nasskalten Herbsttag im Gewächshaus mit Kaffee und Butterstulle aufzuwärmen.

Je dicker die Wände, umso besser geht es den Pflanzen

Ein wichtiger Faktor bei der Wahl des Gewächshauses ist die Dicke der Wand. Je dicker diese ist, umso stärker ist die Isolierung. Sollte es im Haus einen Heizkörper oder einen Frostwächter geben, verringern die Wände den Wärmeverlust und die Heizkosten. Geraten wird zu einer Wandstärke von mindestens 28 Millimetern, besser sind 40 Millimeter und mehr. Gartenhäuser können auch nachträglich isoliert werden – wer schon beim Kauf daran denkt, spart sich den Aufwand.

Wie groß sollte das Haus sein? Bei der Frage nach der Größe sollte man schon im Vorhinein wissen, wie viele Pflanzen ungefähr Platz finden sollen. Um möglichst viele Pflanzenarten unterbringen zu können, sollten genug Fenster vorhanden sein, um dem Helligkeitsbedarf gerecht zu werden. Für Schatten zu sorgen ist in der Regel kein Problem – Mehrkosten entstehen durch zusätzliche Beleuchtung. Vor starkem Sonnenlicht und damit verbundenen Temperaturschwankungen sollten die überwinternden Pflanzen geschützt werden – entweder durch eine Ausrichtung der Fensterseite nach Nord, Nordost, Nordwest – oder durch eine Jalousie.

Pflege vor und während der Überwinterung: Bevor die Pflanzen ins Gartenhaus ziehen, sollten kranke und beschädigte Triebe entfernt und auf Schädlingsbefall kontrolliert werden. Auch eine Behandlung gegen Pilzbefall ist eine Überlegung wert. Um Platz im Gewächshaus zu sparen und den Austrieb der Pflanzen anzutreiben, empfiehlt sich auch ein sanfter Rückschnitt. Während des Winters sollten die Pflanzen gegossen werden, damit sie nicht komplett austrocknen – ratsam ist dann lauwarmes Wasser. Beim Gießen an frostfreien Tagen sollte der Hobbygärtner gelegentlich Fenster und Türen öffnen und durchlüften – und so eventueller Schimmelbildung an den Wänden des Gewächshauses vorbeugen.

Von Anja Klein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Garten & Balkon

Was sollten Sie jetzt im Garten tun? Was macht in diesem Monat besonders Spaß? Und was sollten Sie jetzt nicht vergessen? Tipps für Garten und Balkon jeden Monat neu.

Wie kann ich meinen Garten winterfest machen? Und was muss man beim Rosenschnitt beachten? Zum Thema Grün gibt es unzählige Fragen. Ab sofort können Sie uns Ihre Fragen rund um das Thema Garten und Balkon schicken. Die HAZ-Redaktion wird sie ausgewählten Experten stellen. Eine Auswahl der Antworten veröffentlichen wir regelmäßig auf Ihrer Ratgeberseite „Im Grünen“. Natürlich ist dieser Service für Sie kostenlos.

Das lässt sich jetzt ziehen

Radieschen, Zucchini und Salat – das lässt sich jetzt schon für den Garten ziehen.

Informieren Sie sich über neue medizinische Studien und lesen Tipps, wie Sie mit wenig Aufwand gesund leben.